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Agora Verkehrswende: Zahl der E-Autos nimmt kaum noch zu

Der Berliner Thinktank warnt vor Stagnation beim Markthochlauf der E-Mobilität und appelliert an die Politik, endlich fossile Subventionen für Verbrennerfahrzeuge zu streichen.

Geknickt: Das Ende der Förderung gewerblich zugelassener E-Autos bescherte dem Markt den erwarteten Einbruch. | Grafik: Agora
Geknickt: Das Ende der Förderung gewerblich zugelassener E-Autos bescherte dem Markt den erwarteten Einbruch. | Grafik: Agora
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Johannes Reichel

Der Absatz reiner E-Autos (BEV) nimmt kaum noch zu. Das konstatiert der Berliner Thinktank Agora Verkehrswende in einem aktuellen Beitrag auf LinkedIn. Im Durchschnitt lag ihr Anteil an den Neuzulassungen 2023 bislang bei 18 Prozent - so wie im Durchschnitt 2022. Für das Ziel von 15 Mio. BEV bis zum Jahr 2030 sei das klar zu wenig, warnen die Experten. Es brauche zusätzliche politische Maßnahmen, um den Hochlauf der Elektromobilität zu beschleunigen. Deutlich erkennbar ist der Rückgang bei den gewerblichen BEV-Neuzulassungen. Das hängt mit dem Ende der Kaufprämien für gewerbliche E-Pkw im September zusammen. Gewerbliche Fahrzeuge machen in der Regel zwei Drittel des Neuwagenmarkts aus und gelangen schnell auf den Gebrauchtwagenmarkt. Als weitgehend hausthaltsneutrale Maßnahmen forderte die Denkfabrik:

  • Pauschalbesteuerung für Verbrenner-Dienstwagen auf 1,5 Prozent setzen (bisher 1 Prozent)
  • Kfz-Steuer auf Erstzulassung konzentrieren und nach CO2 differenzieren
  • Kaufzuschüsse für sparsame Pkw über Einnahmen aus Kfz-Steuer finanzieren
  • CO2-Preis mit Klimageld.

Mehr dazu hat der Thinktank jüngst in einem Leitfaden mit dem programmatischen Namen "Faire Preise im Straßenverkehr" zusammengefasst. Darin monieren die Experten, die bestehenden Steuern, Abgaben, Subventionen und Förderprogramme trügen nicht den klima-, verkehrs- und haushaltspolitischen Notwendigkeiten Rechnung, die im Laufe dieses Jahrzehnts immer stärker hervortreten werden. Sie verhinderten Einsparungen beim Verbrauch von Benzin und Diesel und setzen falsche Anreize für immer mehr Pkw-Verkehr sowie immer mehr Bedarf an Straßen und öffentlichem Raum. Das werde zu immer höheren Kosten führen, für die Autofahrerinnen und Autofahrer und für die Allgemeinheit, befürchtet die Denkfabrik.

Um die fiskalischen Politikinstrumente über die laufende Legislaturperiode und auch über das Jahr 2030 hinaus fit für die Verkehrswende zu machen, sind diese an die gegenwärtigen wie zukünftigen Erfordernisse anzupassen, aufeinander abzustimmen und zielgerichtet um zukunftsfeste und intelligente Lösungen zu ergänzen. Eine neue Fiskalarchitektur muss vor allem sicherstellen, dass der Pkw-Verkehr seinen Beitrag zum Erreichen der Klimaziele leistet, dass hochwertige Verkehrsinfrastrukturen und Mobilitätsangebote für alle finanziert werden können sowie dass die Konkurrenz um die knappe Ressource öffentlicher Raum entschärft wird und Straßenkapazitäten nicht überlastet werden.

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