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Agora-Studie: Netzanschluss für Elektro-Pkw und Lkw erleichtern

Analyse zeigt Wege für schnellere und wirtschaftlich attraktivere Integration von Ladeinfrastruktur auf. Netzbetreiber sollten mehr Daten zur Verfügung stellen und variable Netzentgelte anbieten. Vorteile für Klimaschutz, Stromnetz und Automobilstandort.

Anschluss unter dieser Nummer: Agora fordert eine Erleichterung für die Anbindung von E-Autos und E-Lkw ans Netz. | Foto: ADAC/Shutterstock Canetti
Anschluss unter dieser Nummer: Agora fordert eine Erleichterung für die Anbindung von E-Autos und E-Lkw ans Netz. | Foto: ADAC/Shutterstock Canetti
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Johannes Reichel

Mit pragmatischen Maßnahmen ließe sich der Anschluss von Ladestationen für batterieelektrische Fahrzeuge an das Stromnetz beschleunigen und der Betrieb der Ladeinfrastruktur wirtschaftlich attraktiver machen. Das geht aus einer Analyse hervor, die der Berliner Thinktank Agora Verkehrswende zusammen mit seinen Partnerorganisationen Agora Energiewende und Regulatory Assistance Project (RAP) erarbeitet hat. Demnach sollten zum Beispiel Netzbetreiber dazu verpflichtet werden, Informationen über verfügbare Netzkapazitäten in einer Karte online zu veröffentlichen und auch auf höheren Spannungsebenen variable Tarife für die Nutzung der Netze anzubieten.

„Wenn Deutschland ein Leitmarkt für Elektromobilität werden soll, muss auch der Ausbau der Ladeinfrastruktur möglichst schnell und kosteneffizient vorankommen“, sagt Wiebke Zimmer, stellvertretende Direktorin von Agora Verkehrswende. „Aktuell sind die Anschlussverfahren unnötig aufwändig; auch die Kosten für Anschluss und Betrieb lassen potenzielle Investoren und Betreiber zögern. Mit mehr Tempo beim Hochlauf der Elektromobilität kann Deutschland Treibhausgasemissionen im Verkehr reduzieren und die Wettbewerbsfähigkeit der Automobilindustrie stärken.“

Wachsender Bedarf durch Elektrifizierung des Straßenverkehrs

Das Papier richtet sich insbesondere an Verkehrsexpertinnen und -experten, da Fragen rund um den Netzanschluss von Ladepunkten für Elektrofahrzeuge bisher vor allem aus Sicht von Netzbetreibern und Regulierungsbehörden diskutiert werden. Um möglichst tragfähige Lösungen zu entwickeln, sollten sich Verantwortliche aus verschiedenen Branchen und Sektoren in die Diskussion einbringen können.

Vom Einfamilienhaus bis zum Lkw-Depot

Die Herausforderungen werden in der Analyse anhand von drei Anwendungsbeispielen veranschaulicht: das Einfamilienhaus für die Niederspannung, das Lkw-Depot für die Mittelspannung und die Rastanlage für Lkw und Pkw für die Hochspannung. Durch die Umstellung auf Strom aus erneuerbaren Energien in vielen Sektoren spielen Netzanschlüsse zunehmend eine wichtige Rolle. Im Verkehr sollen immer mehr Fahrzeuge mit immer größeren Batterien bei Bedarf möglichst schnell mit Strom versorgt werden können – von Pkw über Busse und Lieferfahrzeuge bis zu Schwerlast-Lkw im Fernverkehr.

Auch in der Industrie und Wärmeversorgung kommen weitere Verbrauchseinheiten hinzu, die ans Stromnetz angeschlossen werden müssen. Umso wichtiger ist es, dass die vielen Teile des zunehmend dezentralen Stromsystems effizient und flexibel aufeinander abgestimmt werden. Fahrzeugbatterien können dabei nicht nur als flexible Verbrauchseinheiten, sondern auch als Speicher nützlich sein.

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