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ADAC-Studie: Erdgas derzeit grüner als Elektro

Der Automobilclub sieht beim aktuellen Strommix Autos mit CNG-Antrieb in Front gegenüber E-Fahrzeugen und anderen Verbrennern. Konsequenter Einsatz von Biomethan würde Bilanz weiter verbessern. Forderung: "E-Autos brauchen Energiewende".

Alternative mit Bodenhaftung: Der ADAC sieht nach derzeitigem Stand den CNG-Antrieb als "grünste" Antriebsart über den gesamten Lebens- und Produktionszyklus aus. | Foto: Zukunft Erdgas
Alternative mit Bodenhaftung: Der ADAC sieht nach derzeitigem Stand den CNG-Antrieb als "grünste" Antriebsart über den gesamten Lebens- und Produktionszyklus aus. | Foto: Zukunft Erdgas
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Johannes Reichel

Nach Ansicht des ADAC auf Basis einer Lebenszyklusanalyse der Forschungsgesellschaft Joanneum Research haben CNG-Fahrzeuge derzeit die beste Klimabilanz aller gängigen Antriebsarten. Man habe dabei alle relevanten Energieaufwendungen über den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs zusammengerechnet. Sie schnitten klar besser ab als Benziner, Diesel und sogar als Elektroautos - bei Nutzung des aktuell gültigen Strommix, so die Erkenntnisse des Automobilclubs. Erst bei Gebrauch von 100 Prozent regenerativem Strom weist das Elektroauto eine deutliche bessere Bilanz auf als alle anderen Antriebsarten auf.

Für die Untersuchung wurden Fahrzeuge in der so genannten "Golfklasse" herangezogen, deren jährliche Fahrleistung 15.000 Kilometer und die Gesamtlebensdauer 15 Jahren beträgt. Im Vergleich zum Benziner-Pkw kann das mit dem deutschen Strommix betriebene Elektroauto derzeit seine Vorteile erst nach 127.500 Kilometern oder 8,5 Betriebsjahren geltend machen. Noch schlechter fällt der Vergleich zum Diesel aus: Erst bei 219.000 Kilometer oder 14,6 Jahren ist das E-Auto in punkto Klimafreundlichkeit besser. Besonders ins Gewicht falle bei der Bilanz des Elektroautos die aufwändige und treibhausgas-intensive Produktion der Batterien. Auch der nach wie vor hohe Anteil an Braun- und Steinkohle im deutschen Strommix verschlechterten die Klimabilanz der E-Autos. Der weitere Ausbau der Erneuerbaren und der Verteilnetze könne diese Bilanz aufbessern, so die Prognose. Das CNG-Fahrzeug ist vom Start weg umweltfreundlicher als der Diesel und erst der Benziner. Lediglich ein Wasserstofffahrzeug oder ein mit E-Auto betrieben mit jeweils 100 Prozent regenerativer Energie könnte nach etwa 35.000 km umweltfreundlicher sein.
 

ADAC: Erdgasantrieb wäre mit Biomethan noch besser

Um die Klimawirkung zu bestimmen, würden verschiedene Energieaufwendungen betrachtet. Dazu zählten die Treibhausgas-Emissionen, die bei der Fahrzeugherstellung und -recycling entstehen. Auch die bei der Produktion, der Bereitstellung und beim Verbrauch des Kraftstoffs oder des Stroms entstehenden Emissionen habe man in der Bilanz berücksichtigt. Das "exzellente Abschneiden" des CNG-Autos zeige laut ADAC, wie gut konventionelle Antriebe in der Treibhausgas-Bilanz sein können. Würde sich der Anteil von Biomethan aus Abfall- und Reststoffen weiter erhöhen, könnte das Ergebnis noch besser ausfallen, so die Überzeugung des Automobilclubs.

"Erst mit Nutzung von regenerativem Strom zeigt sich eine deutliche Verbesserung der Treibhausgas-Bilanz von Elektrofahrzeugen. Deshalb ist der Ausbau der erneuerbaren Quellen zur Stromerzeugung zur Schaffung eines ausreichenden Angebots regenerativ erzeugter Energien sowie Versorgungsnetze, die an die neuen Bedingungen angepasst sind, zwingend erforderlich", postuliert der Verband.

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