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ADAC: Pilotprojekt mit E-Bikes im Abo

In München startet der Autoclub mit Rydies ein Angebot, bei dem man ein E-Bike zu fester Rate abonniert, inklusive Service und Sofort-Kaufoption. Und treibt damit seinen Wandel zum Mobilitätsanbieter voran.

Großer Bahnhof fürs Bike: Der ADAC wandelt sich zum Mobilitätsanbieter und vermietet Räder im Abo. Das Angebot ging im Beisein von Mahbod Asgari, Vorstand Automobile Services (Mitte) in der Münchener Zentrale vom Stapel. | Foto: J. Reichel
Großer Bahnhof fürs Bike: Der ADAC wandelt sich zum Mobilitätsanbieter und vermietet Räder im Abo. Das Angebot ging im Beisein von Mahbod Asgari, Vorstand Automobile Services (Mitte) in der Münchener Zentrale vom Stapel. | Foto: J. Reichel
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Johannes Reichel

Der ADAC SE startet zusammen mit dem Mikro-Mobilitäts-Start-up Rydies ab sofort in einem Pilotprojekt in München ein Abo-Modell mit Pedelecs der 25-km/h-Klasse. Das sogenannte ADAC e-Ride steht in der bayerischen Landeshauptstadt vorerst allen ADAC-Mitarbeitern und Mitgliedern zur Nutzung zur Verfügung und soll im Erfolgsfalle zügig auf andere Städte erweitert werden. Clou an dem Abo-Modell, das dem des niederländischen Holland-Rad-Anbieters Swapfiets ähnelt, sich aber höherwertig platzieren will, ist, dass man das gemietete Rad jederzeit käuflich erwerben kann. Der Automobilclub will dabei Preisvorteile weitergeben. Auch der Liefer-, Einweisungs- und Reparaturservice vor Ort sowie eine Versicherung gehören immer zum Paket.

„Allein in Deutschland wurden 2018 rund 980.000 e-Bikes verkauft. Aber viele Verbraucher sind aufgrund der Angebotsvielfalt noch verunsichert. Mit unserem Pilotprojekt bieten wir ein umfassendes Paket. Wir wollen sehen, wie Elektromobilität auf zwei Rädern in den Alltag passt und unseren Mitgliedern die Möglichkeit geben, die e-Bikes zu Vorzugskonditionen zu testen“, erklärt Mahbod Asgari, Vorstand der ADAC SE

Sechs Monate Radeln für 98 Euro Rate inklusive Service

So kostet das universell einsetzbare E-Bike von Univega Geo Light B mit tiefem Einstieg ab 98 Euro monatlicher Rate und 198 Euro einmaliger Gebühr bei sechs Monaten Mindestlaufzeit (wahlweise zwölf Monate zu 89 Euro/mtl.) bei Kauf 40 Prozent unter der Preisempfehlung des Herstellers ab Händler, etwa 2.800 Euro. Das sportivere, schlankere Urban Hybrid E-Bike von BMW mit schmalen Reifen und kräftigem Hinterradantrieb kann bisher nur gekauft werden und liegt bei 2.200 Euro in der Ablöse. Ebenfalls zum Kauf beträgt bei dem auf urbanen Lifestyle ausgerichtete VanMoof Electrified S2 mit Smartphone-Konnektivität, Geo-Lokalisierung und elektronisch verriegelbarem Schloss der Vorzugspreis 2.498 Euro. Dieses Bike kann auch 30 Tage probegefahren und dann zurückgegeben werden bei Rückerstattung des vollen Kaufpreises.

"Wir alle sind manchmal Fahrradfahrer und manchmal Autofahrer. Wir wollen mit dem Angebot speziell von E-Bikes auch Pendlern das Feld der leichten E-Mobilität eröffnen, sodass vielleicht doch mal das Auto stehen bleibt", erklärt Andreas Nelskamp, CEO des Mobilitätsanbieters Rydies aus Aschheim bei München.

Mit der E-Unterstützung würden auch Pendeldistanzen etwa aus dem Landkreis München möglich, ohne dass man verschwitzt in der Arbeit ankäme, argumentiert der E-Bike-Experte. So werde der Mobilitätsmix vielseitiger, auch wenn man vielleicht nicht bei jedem Wetter mit dem Rad fahren würde, erklärt der Anbieter weiter.

Gemeinsames Angebot von Rydies, ADAC und weiteren Partnern

Der Spezialist hat das Angebot zusammen mit dem ADAC entwickelt, weitere Partner sind der E-Bike-Vermietungsspezialist Greenstorm, der das Univega-Bike zusammengestellt hat sowie für den Radservice der Münchener Anbieter Livecycle, der auch die Einweisung in die Technik übernimmt. Die Versicherung bei Diebstahl, Sturz oder Unfall trägt der Anbieter Bikemo bei.

Insbesondere mit dem Radservice vor Ort wollen die Partner dabei punkten. Die Lifecycle-Mitarbeiter werden speziell geschult und sollen die Reparaturen nach dem Vorbild der "Gelben Engel" vor Ort vornehmen. Die Räder werden zudem vollständig montiert geliefert und mit einer Einweisung übergeben.

"Wir wollen mit dem Abo-Modell ein niederschwelliges Angebot für ADAC-Mitglieder machen, um die Vorzüge, elektrisch angetriebener Fahrräder speziell im Stadtverkehr kennenzulernen", unterstreicht Sven Mittelbach von Rydies.

Mikromobilität: "Auto-Ersatz-Pakete" zusammengestellt

Das Start-up-Unternehmen stellt sogenannte "Auto-Ersatz-Pakete" zusammen und vermarktet diese über Partner. "So können wir die Potenziale, die in nachhaltiger Mobilität stecken, Endkonsumenten und Unternehmen leicht zugänglich machen“, glaubt Nelskamp. Dabei soll sich das Angebot nicht nur auf e-Bikes beschränken, sondern definiert die Mikro-Mobilitäts-Pakete auch in Richrung e-Scooter und e-Roller, aber auch Vorteils-Abos für den Öffentlichen Personennahverkehr sein, bei denen die Nutzer vergünstigte Tickets erhalten oder ihr Fahrrad kostenlos mitnehmen können, wie der Anbieter weiter skizziert. "Auch die Vorteile von Carsharing Angeboten können in ein solches Mikro-Mobilitäts-Paket integriert werden“, ergänzt Nelskamp. Rydies sieht sich dabei in der Vermittlerrolle, führt die passenden Partner zusammen und entwickelt die operative und technologische Plattform für Aufbau und operativen Betrieb der Angebote.

Was bedeutet das?

Stimmt schon, wir sind alle nicht immer nur Autofahrer (hoffentlich), sondern zunehmend Radfahrer (wünschenswert). Den Trend zum Bike hat auch der ADAC wahrgenommen, der sich ähnlich wie die Automobilhersteller derzeit rasant zum Mobilitätsanbieter wandeln will und in gewisser Weise an seine Wurzeln zurückkehrt: Schließlich war der Verein 1903 als Zweirad-Club gegründet worden, freilich damals nicht elektrisch, sondern verbrennungsmotorisch unterstützt. Und im Mobilitätsmix darf das Rad nicht fehlen, zumal wenn es mit elektrischer Unterstützung den Horizont respektive Radl-Radius rasant erweitert und durchaus als Pendler-Transportmittel taugt, damit auch Nicht-Triathleten unter den Mitbürgern unverschwitzt im Büro ankommen. Jetzt fehlen nur noch die passenden Radschnellwege. Es wäre dem wahrlich "niederschwelligen" Angebot von ADAC und dem cleveren "Paketierer" Rydies zu wünschen, dass es gut ankommt in München - und dann auch bundesweit ausgerollt wird. Die Elektrifizierung der Mobilität findet in der Breite derzeit auf dem Radweg statt.

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