Werbung
Werbung

ADAC-Ecotest: Stromer dominieren klar

Der Hyundai Ioniq6, der Fiat 500e und der Opel Astra Electric fahren im wichtigen Öko-Ranking aufs Podium. Die Antriebswende ist hier schon Realität. Und Verbrenner sind kaum noch konkurrenzfähig.

Klares Bild: Elektroautos dominieren das ADAC Ecotest-Ranking mittlerweile überdeutlich. Verbrenner spielen kaum eine Rolle mehr, wenn dann Hybrid. | Foto: ADAC
Klares Bild: Elektroautos dominieren das ADAC Ecotest-Ranking mittlerweile überdeutlich. Verbrenner spielen kaum eine Rolle mehr, wenn dann Hybrid. | Foto: ADAC
Werbung
Werbung
Johannes Reichel

Die jüngste Jahresauswertung des ADAC-Ecotest hat eine klare Dominanz vollelektrischer Fahrzeuge in der Umweltbilanz ergeben. So führen drei Stromer das Ranking an, das bis Platz 20 von E-Modellen dominiert wird. Mit der überzeugendsten Ökobilanz setzte sich der Hyundai Ioniq6 168 kW 77 kWh an die Spitze, knapp gefolgt vom Kleinwagen Fiat 500e 24 kWh sowie dem Kompaktstromer Opel Astra Electric 115 kW.

Die Fließhecklimousine Citroen eC4X, obwohl noch mit dem alten 100-kW-Antrieb, fuhr haarscharf dahinter auf Platz 4. Es folgen unter den Top 10 Dacia Spring, Fiat 500 42 kWh, Toyota bz4x, Polestar 2 LR Single 82 kWh, Renault Twingo E-Tech sowie ein weiterer Hyundai Ioniq6, diesmal mit 239 kW und 77 kWh-Akku. Relativ enttäuschend ist das Abschneiden von VW und der anderen Konzernmarken: Mit dem ID.3 Pro S 150 kW kommt ein Konzernstromer erst auf Rang 16, als nächstes der Skoda Enyaq iV RS 220 kW erst auf Rang 29, der Cupra Born e-Boost auf Platz 32. Mit dem Mazda 2 Hybrid kommt auf Platz 18 überhaupt nur ein Nicht-BEV unter die ersten 20. Etwas weiter hinten können sich auch Suzuki Swace Hybrid auf Rang 25 sowie Mitsubishi Spacestar 1.2 Otto (Rang 30) und Toyota Corolla Hybrid (31) positionieren.
 

Im Detail: Koreanischer Windhund, italienischer Mini

Kein E-Auto wurde beim ADAC je mit einem niedrigeren Verbrauch gemessen. 15,5 kWh pro 100 Kilometer (inklusive Ladeverluste) ist ein absoluter Spitzenwert. Damit kommt das Mittelklasse-Fahrzeug mit Hinterradantrieb 550 Kilometer weit. Der niedrige Verbrauch und der damit niedrige CO₂-Wert verhilft dem Koreaner damit ganz an die Spitze des Ecotest-Rankings mit 107 Punkten insgesamt. Knapp dahinter liegt ebenfalls ein Stromer, allerdings ein Fahrzeug mit ganz anderem Charakter. Der Akku des Italieners Fiat 500e ist nicht einmal ein Drittel so groß wie der des Koreaners und die gemessene Reichweite von nur 150 Kilometern entsprechend kleiner. Doch sehr sparsam fährt der Italiener auch: 15,9 kW/h auf 100 Kilometer sind ein starker Wert. Zum Vergleich: Sein fossiler Markenbruder, der Fiat Panda, verursacht pro Kilometer etwa doppelt so viel Gramm CO₂. Beachtlich ist auch, dass der E-Fiat zu den günstigsten Elektroautos zählt, in der Basisversion ist er unter 30.000 Euro zu haben.

Der Astra Electric ist ein Alleskönner

Auf Platz 3 findet man schließlich einen von nur zwei deutschen Herstellern in den Top 20. Mit 103 Punkten im Ecotest hinterließ der Opel Astra Electric einen starken Eindruck in seinem Premierenjahr. Die kompakte Konkurrenz um Cupra Born, Citroën e-C4 X und Volvo XC40 Recharge ließ der Rüsselsheimer damit hinter sich. Geringes Leergewicht, ein gutes Energiemanagement und eine serienmäßige Wärmepumpe tragen beim Astra zu einem niedrigen Verbrauch bei – und damit zu niedrigen CO₂-Emissionen. Dass die Reichweite von 350 Kilometern zwar brauchbar ist, aber keinen Spitzenwert darstellt, liegt an der vergleichsweise "kleinen" Antriebsbatterie mit netto 54 kWh, so der Autoclub.

Auch bei Stromern gilt: Schwer und groß kostet Energie

Eine Konstante erweise sich grundsätzlich auch bei dieser Ecotest-Bestenliste, so der ADAC. Je kleiner und leichter ein Fahrzeug ist, desto umweltfreundlicher ist es meist unterwegs. Das trifft auf Autos aller Antriebsarten zu. Lange Luxus-Stromer wie der Mercedes EQS, der Audi Q8 e-tron oder der Nio EL7 müssen sich deswegen mit einem Platz hinter so manchem fossilen Konkurrenten begnügen. Ihre hohen Reichweiten erkaufen sie sich mit schweren Akkus und auch ihre großzügigen Ausstattungen kosten ein paar Kilo auf der Waage, urteilt der Club. Das erhöht den Verbrauch teils erheblich.

Verbrenner-Geländewagen sind der "worst case"

Wenig überraschend findet man Boliden wie den Ford Explorer (trotz Plug-in-Hybrid), den Ford Ranger Raptor oder den VW Amarok ganz hinten. Die letzten beiden gar mit glatt null Punkten beim CO₂ "dank" ihrer 14,2 Liter Super bzw. 10,2 Liter Diesel auf 100 Kilometer Testverbrauch. Etwas aus dem Rahmen fallen da die ebenfalls weit hinten platzierten Hyundai Kona (Allrad) und der Kia Ceed Sportswagon. Beide haben kompakte Maße, ihre Verbräuche sind mit 7,5 Liter bzw. 6,9 Liter auf 100 Kilometer allerdings viel zu hoch. Dass auf spritsparende Maßnahmen wie etwa eine Mild-Hybrid-Technik verzichtet wurde, rächt sich. Für die Umwelt und den eigenen Geldbeutel, befinden die Tester.

Mit über einer Million E-Autos seien auf deutschen Straßen dreimal so viele unterwegs wie noch 2021. Das resultiere bereits heute in einer erheblichen CO₂-Ersparnis, so der Automobilclub. Der Energieversorger Eon schätzt, dass mit diesem Bestand an Batteriefahrzeugen jetzt schon 730.000 Tonnen Kohlenstoffdioxid pro Jahr eingespart werden. Käme der Strom ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen, könnten es sogar mehr als zwei Millionen Tonnen sein.

Die Jahresauswertung des strengen Ecotests untermauert diese positive Klimawirkung von E-Autos. 2023 rollten 94 aktuelle Pkw-Modelle auf den Prüfstand des ADAC und wurden auf ihren CO₂- und Schadstoffausstoß hin getestet. Es werde überdeutlich: Die saubersten Fahrzeuge fahren elektrisch – und das obwohl der Automobilclub E-Autos nicht als Null-Emissions-Autos ansieht und die Emissionen einrechnet, die bei der Stromerzeugung entstehen.

Werbung
Werbung