ADAC-Analyse: E-Autos meist günstiger als Verbrenner

In Cent pro Kilometer und mit Prämie, Rabatt und Wertverlust - der ADAC hat akribisch die Kosten analysiert und sieht E-Autos schon heute günstiger als Verbrenner-Pendants. Dennoch ist der E-Bonus aktuell noch wichtig.

Liegt immer vorn: Der VW ID.3 schlägt den Verbrenner-Golf bei den Gesamtkosten, selbst wenn man einen Rabatt von 15 Prozent für den TSI-Golf berücksichtigt. Die Ladekosten wurden im Schnitt mit 0,39 ct/kWh angesetzt. | Foto: VW
Liegt immer vorn: Der VW ID.3 schlägt den Verbrenner-Golf bei den Gesamtkosten, selbst wenn man einen Rabatt von 15 Prozent für den TSI-Golf berücksichtigt. Die Ladekosten wurden im Schnitt mit 0,39 ct/kWh angesetzt. | Foto: VW
Johannes Reichel

Der ADAC hat die Gesamtkosten von Elektroautos mit denen von vergleichbaren Verbrennermodellen verglichen und sieht die Stromer dabei schon heute meist deutlich in Front. Darüber berichtete vorab die Süddeutsche Zeitung. Berücksichtigt wurden dabei sämtliche Kosten, vom Kraftstoff und Energie, Wartung oder Wäsche sowie Reparaturen und Wertverlust. Um die Preisprünge des fossilen Sprits in letzter Zeit auszugleichen, wurde der Mittelwert der vergangen drei Monate veranschlagt mit 1,87 Euro beim Super-Benzin und 1,96 bei Super Plus und 1,80 Euro pro liter beim Diesel. Bei E-Autos setzte man 0,39 Cent pro Kilowattstunde an. Die Haltedauer wurde mit fünf Jahren, die jährliche Fahrleistung mit 15.000 Kilometer angenommen. Und die Elektro-Prämie von bis zu 9.000 Euro bei BEV und 6.750 Euro bei PHEV ebenso berücksichtigt wie im zweiten Schritt ein Rabatt von etwa 15 Prozent beim Verbrenner, der das Rennen allerdings knapper gestaltet.

Ohne diesen Rabatt liegt etwa ein VW ID.3 Performance 58 kWh nach diesen Kriterien mit 47,2 Cent je Kilometer deutlich vor dem Benziner Golf 1,5 eTSI DSG mit 56,9 Cent sowie dem Diesel-Golf 2.0 TDI DSG mit 60,6 ct/km. Der Abstand ist so groß, dass der Wolfsburger Stromer sogar mit Verbrenner-Rabatt weiter vorne liegt. In der Mittelklasse verglich man einen Tesla Model 3 mit einen Audi A5 Sportback Quattro in 45er oder 50er-Motorisierung und sah den Stromer aus Kalifornien mit 69,8 ct/km deutlich vor dem Audi mit 89,4 sowie 98,6 ct/km. In der trendigen Kompakt-SUV-Klasse liegt wiederum der Mercedes-Benz EQA 250 Progressive mit 62 ct/km deutlich vor seinen Verbrenner-Verwandten GLA 200 7 G-DCT mit 74,6 ct/km sowie dem GLA-Diesel 220d 8 G-DCT mit 75,9 ct/km.

"Wann immer die Anschaffungspreise von Elektroauto und Verbrenner nah beieinander liegen, ist das Elektroauto im Gesamtkostenvergleich oftmals günstiger", urteilte Peter Sobotta, Kalkulationsspezialist beim ADAC.

Das liege vor allem an den Aspekten der langfristigen Kosten, aktuell etwa die hohen Betriebskosten beim Verbrenner, die geringeren Ausgaben für Service und Wartung beim Stromer sowie der Wertverlust, der oft vernachlässigt wird. Hier würde der aktuell noch etwas höhere Wertverlust für E-Fahrzeuge durch die Prämie abgemildert. Selbst sinkende Spritpreise würden die Bilanz nicht immer zugunsten der Verbrenner drehen. Deutlich wird in der aktuellen Phase noch die Bedeutung der Prämie, die laut Koalitionsvertrag bis 2025 auslaufen soll.

"Noch immer lassen sich die Hersteller bis auf wenige Ausnahmen die Elektromobilität teuer bezahlen. Damit jedoch die Kostenbilanz bei rein elektrisch betriebenen Fahrzeugen auch ohne Subventionen noch besser ausfällt, müssen die Kaufpreise weiter sinken und dürfen nur geringfügig über denen eines vergleichbaren Verbrennermodells liegen, bilanziert der ADAC.

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