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Abgasskandal weitet sich aus: Daimler bessert über drei Millionen Fahrzeuge nach

Daimler weitet seine Umrüstaktion massiv aus.
Kummerkasten: Im Zuge des Abgasskandals muss Daimler viele OM 651-Diesel nachbessern. | Foto: Daimler
Kummerkasten: Im Zuge des Abgasskandals muss Daimler viele OM 651-Diesel nachbessern. | Foto: Daimler
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Gregor Soller

Eigentlich hätte man schon bei der E-Klasse-Präsentation stutzig werden sollen: In der feierte der neue „Ölmotor“ OM 654 Premiere, der nach nur acht Jahren den erst 2008 eingeführten „Wunderdiesel“ OM 651 ablöste und vor allem abgasseitig ganz neu konzipiert wurde. Zusätzlich kündigte man weitere neue Motoren an. Der OM 651 braucht für die Einhaltung der Abgasnormen jetzt dringend ein Softwareupdate, das der Vorstand jetzt verabschiedet hat – und das mittlerweile für über drei Millionen Fahrzeuge! Der Zukunftsplan umfasst laut Daimler „eine massive Ausweitung der bereits laufenden freiwilligen Servicemaßnahmen bei Fahrzeugen in Kundenhand sowie eine schnelle Markteinführung der komplett neu entwickelten Diesel-Motorenfamilie.“ Die sollte ursprünglich über Jahre schrittweise eingeführt werden und reicht dereinst von der A-Klasse bis hinauf zu den Sprinter-Transportern.

Wegen der Abgasproblematik wurde Daimler schon im März aktiv: Seitdem bietet Mercedes-Benz seinen Kunden bei Fahrzeugen der Kompaktklasse eine Verbesserung des NOx-Emissionsverhaltens für eine Motorvariante an. Laut Daimler sind aktuell „rund 45 Prozent dieser Fahrzeuge inzwischen auf dem neuesten Stand.“ Aber auch am anderen Ende der Palette, bei der V-Klasse wurde man aktiv: Dort sollen bisher rund 75 Prozent der Fahrzeuge in Deutschland upgedatet worden sein – was allerdings noch lang nicht ausreicht: Entsprechend hat jetzt die Ausweitung der Servicemaßnahmen auf über drei Millionen Mercedes-Benz Fahrzeuge beschlossen. Das Interessante dabei: Um die OM 654-Vorgänger sauberer zu bekommen, nutzen die Ingenieure unter anderem aktuelle Erkenntnisse aus der Entwicklung der neuen Dieselmotorenfamilie. Diese Maßnahmen, die nahezu alle Euro-5- und Euro-6-Fahrzeuge in Europa betreffen, werden laut Daimler „in enger Zusammenarbeit mit den deutschen Zulassungsbehörden durchgeführt“, was den Konzern 220 Millionen Euro, viel Zeit und einiges an Reputation kostet. Für die Kunden entstehen durch die Servicemaßnahmen keine Kosten. Mit der Umsetzung der Maßnahmen wird laut Daimler in den nächsten Wochen begonnen.  Wie es geht, hat man mit dem OM 654 bewiesen, der auch den Messungen unabhängiger Institute stand hielt und „sauber“ blieb. Entsprechend möchte Daimler die Markteinführung der modular aufgebauten Motorenfamilie im gesamten Portfolio „schnell“ umsetzen. 

Was bedeutet das?

Einen massiven Reputationsverlust für Daimler und einen ärgerlichen extra Werkstattaufenthalt für die Kunden.

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