Abgasemissionen: PSA-Konzern hat alle Modelle nach WLTP zertifiziert

Konzern vermeldet für seine Marken Vollzug bei der Zertifizierung nach WLTP-Standard und untermauert seine Lieferfähigkeit.

Plakativ: Der PSA-Konzern poliert weiter an seinem Saubermann-Image und weiß das auch werblich in Szene zu setzen. | Foto: Groupe PSA
Plakativ: Der PSA-Konzern poliert weiter an seinem Saubermann-Image und weiß das auch werblich in Szene zu setzen. | Foto: Groupe PSA
Johannes Reichel

Der PSA-Konzern hat den Abschluss der Zertifizierung nach dem neuen WLTP-Verfahren für alle Modelle der Konzernmarken Peugeot, Citroen, DS und Opel bekannt gegeben. Man reklamiert damit volle Lieferfähigkeit über alle Baureihen bei Diesel- wie bei Benzin-Modellen. Gilles Le Borgne, Executive Vice President for Quality and Engineering der Groupe PSA sieht dies als Resultat der „technologischen Entscheidungen hinsichtlich der Schadstoffemissionen" und verweist auf die 2013 eingeführte selektive katalytische Reduktion (SCR) für alle Dieselmotoren und die jüngst gelaunchten Partikelfilter (GPF) für Benzinmotoren mit Direkteinspritzung. Dem WLTP-Verfahren liegt ein strengerer und längerer Testzyklus zugrunde, der entwickelt wurde, um im Vergleich zum bisherigen NEFZ-Testverfahren realitätsnähere Kraftstoffverbrauchs- und CO2-Werte zu ermitteln. Der nächste Schritt für den Konzern soll der künftige Euro 6d-TEMP-Standard sein, der im September 2019 in Kraft tritt. Dabei werden auch die unter realen Fahrbedingungen auf offenen Straßen gemessenen Schadstoffemissionen (NOx, PN2) − die sogenannten „Real Driving Emissions“ (RDE) − berücksichtigt.

Die Groupe PSA unterstütze die Implementierung des WLTP-Verfahrens seit 2015, nimmt der Hersteller für sich in Anspruch. Darüber hinaus demonstriere man seit 2016 Transparenz durch die Veröffentlichung der Verbrauchsdaten von Peugeot, Citroën und DS Automobiles zu mehr als 1.000 Modellen unter realen Fahrbedingungen, denen sukzessive auch die Daten zu den NOx- und PN-Emissionen folgen. Die Daten basieren auf einem Prozedere, das gemeinsam mit zwei NGOs (T&E und FNE3) entwickelt und von einem unabhängigen Dritten (Bureau Veritas) zertifiziert wurde, präzisiert der Anbieter.

Was bedeutet das?

Liefern zu können, das ist in Zeiten des WLTP-Prüfstandstaus, unter dem derzeit offenbar vor allem deutsche Hersteller leiden, ein Schlüsselfaktor. Der PSA-Konzern samt der neuen Tochter Opel sieht sich hier in einer Vorreiterrolle und will vorerst seine Hausaufgaben erledigt haben. Dass man in Sachen Alternativer Antrieb im Moment hinterherhinkt, lässt man freilich unerwähnt. Doch immerhin: Wenn die konventionellen Autos sauber sind und das transparent dargestellt wird, ist das ein wichtiger erster Schritt, der für die meisten ohnehin noch konventionell kaufenden Kunden von größerer Relevanz ist.

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