900 Euro Zuschuss: Bund fördert erstmals private Ladepunkte

Bund fördert erstmalig mit 900 Euro den Kauf und Installation einer privaten Ladestation, sofern die Anlage 11 kW Leistung bietet und mit Ökostrom betrieben wird.

Anschluss finden: Der Bund fördert den Bau privater Ladeinfrastruktur in Wohngebäuden erstmals mit 900 Euro. | Foto: VW
Anschluss finden: Der Bund fördert den Bau privater Ladeinfrastruktur in Wohngebäuden erstmals mit 900 Euro. | Foto: VW
Johannes Reichel

Lange gefordert, jetzt gibt es erstmals eine Förderung für private Ladeinfrastruktur an Wohngebäuden. Diese hat Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer bei der Eröffnung der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur bekanntgegebe. Man unterstütze Mieter, Eigenheimbesitzer und Vermieter beim Einbau privater Ladestationen mit pauschal 900 Euro pro Ladepunkt Zuschuss vom Bund.

"Damit kommen wir unserem Ziel, Laden für alle, immer und überall, einen entscheidenden Schritt näher. Denn ein großer Teil der Ladevorgänge wird daheim stattfinden. Mit unserem Masterplan Ladeinfrastruktur schaffen wir eine flächendeckende Versorgung – die Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur sorgt für die schnelle Umsetzung", glaubt Scheuer.

Gefördert werden der "Erwerb und die Errichtung einer fabrikneuen, nicht öffentlich zugänglichen Ladestation inklusive des elektrischen Anschlusses sowie damit verbundene notwendige Nebenarbeiten an Stellplätzen von bestehenden Wohngebäuden in Deutschland", sofern die Ladestation über eine Normalladeleistung von 11 kW verfügt, der Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien kommt, die Ladestation intelligent und steuerbar ist, formuliert das Ministerium mit Blick auf die Netzdienlichkeit.

Die Förderung erfolgt durch einen Investitionszuschuss, der nach Abschluss des Vorhabens auf das jeweilige Bankkonto überwiesen wird. Unterschreiten die Gesamtkosten des Vorhabens den Zuschussbetrag, wird keine Förderung gewährt. Der Zuschuss kann bei der KfW über das Zuschussportal beantragt werden. 

Im Auftrag des BMVI soll die sogenannte Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur unter dem Dach der bundeseigenen NOW GmbH die Aktivitäten zum Ausbau der Ladeinfrastruktur in Deutschland koordinieren und steuern. Nach dem Willen des Minsteriums soll sich auch beim Planen, Umsetzen und Fördern der Ladeinfrastruktur unterstützen und relevante Daten zur Einschätzung des Bedarfs erfassen. Zudem will man die wichtigen Akteure vernetzen.

Als weitere Ziele hat man sich laut Minsterium gesteckt:

• Die nächste Schnellladesäule muss in 10 Minuten erreichbar sein.
• Aufbau eines öffentlichen Schnellladenetzes mit 1000 Standorten, das bis Ende 2023 entsteht, das Laden bei längeren Fahrten abdeckt und auch für den urbanen Alltag nutzbar ist
• Errichtung von 50.000 öffentlich zugänglichen Schnell- und Normalladepunkten bis Ende 2021
• Beschleunigung des Aufbaus von öffentlicher, privater und gewerblicher Ladeinfrastruktur durch finanzielle Förderung und bessere rechtliche Rahmenbedingungen
• Eine nutzerfreundliche öffentliche Ladeinfrastruktur mit leicht aufzufindenden Ladesäulen, die zuverlässig funktionieren und den Ladevorgang transparent mit den gängigen Zahlungsmethoden abrechnen.

 

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