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6. NOW-Fachkonferenz: Regional trifft International

Mit Stuttgart ist Baden-Württemberg 2019 Gastgeber der 6. Fachkonferenz „Elektromobilität vor Ort“: Sowohl die Stadt als auch das Land konnten interessante Ergebnisse liefern. Flankiert wurden diese vom Ist-Stand der Elektromobilität in Deutschland und China.

Starker Einstieg: Prof. Dr. Wan Gang gab eine Übersicht über den Ist-Stand der Elektromobilität in China. | Foto: G. Soller
Starker Einstieg: Prof. Dr. Wan Gang gab eine Übersicht über den Ist-Stand der Elektromobilität in China. | Foto: G. Soller
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Gregor Soller

Interessant waren auf der 6. Fachkonferenz auch die verschiedenen Blickwinkel auf alternative Antriebe respektive die Elektromobilität. Die reichten vom Ist-Stand in China bis hin zum gar nicht so kleinen „Mikrokosmos“ Stuttgart, wo auf kommunaler Ebene zahlreiche Projekte aufgelegt werden. Denn das Land Baden-Württemberg engagiert sich im Rahmen der Länderöffnungsklausel auch für den Aufbau von Ladesäulen. Baden-Württemberg setzt mit dem flächendeckenden Sicherheitsladenetz für Elektrofahrzeuge (SAFE) ein deutliches und bisher einmaliges Zeichen gegen die noch verbreitete Reichweitenangst beim Einsatz von Elektroautos und sorgt dafür, dass zukünftig überall im Land eine Lademöglichkeit zu finden sein wird. Dazu trägt auch ein vom BMVI entwickeltes Standorttool bei, das Deutschland in Kacheln unterteilt: Im Idealfall findet sich spätestens alle 10 Kilometer eine Standard-Ladestation und alle 20 Kilometer ein Schnelllader. In der Realität dürften es aber vor allem in Ballungsräumen mehr Ladepunkte sein. In Baden-Württemberg hat man darüber hinaus die „Verkehrsmagistralen“ im „Ländle“ festgelegt – eine nahtlose Versorgung stellt gerade Flächenstaaten wie Baden-Württemberg vor eigene Herausforderungen.

Einen Ist-Stand in China zur Elektromobilität präsentierte Prof. Dr. Wan Gang, Präsident der chinesischen Gesellschaft für Wissenschaft und Technologie: Auch China musste massive Anschubhilfe leisten, um den industriell starken und stark umweltbelasteten Südwesten „sauber“ zu bekommen – und brachte dafür alle Player an einen Tisch. Jetzt „fliegt“ die E-Mobilität, doch die Wachstumsraten seien erst seit 2015 so hoch wie jetzt. Davor musste man auch in China massiv fördern. Baden-Württembergs Minister für Verkehr, Winfried Hermann, machte durchaus kritische Anmerkungen: Die deutsche Autoindustrie verhält sich immer noch wie Produzenten, sie müssen aber Dienstleister werden.“ Denn die Stärke seines Bundeslandes als prosperierendes „Autoland“ sei auf Dauer nicht mehr gesetzt. Deshalb wolle man alle Player zusammenbringen – so wie das auch China bewusst tue.

Dr. Wolfgang Fischer, e-mobil BW: „In den Forschungsprogrammen Modellregion Elektromobilität und Schaufenster Elektromobilität konnten wir in Baden-Württemberg in zahlreichen Projekten viel Erfahrung in der Anwendung verschiedenster Elektrofahrzeuge und dem Aufbau einer bedarfsgerechten Ladeinfrastruktur sammeln. Als besonders wertvoll empfinden wir aber auch den Austausch mit den Expertinnen und Experten aus den anderen Bundesländern und Regionen in Deutschland, z. B. im Strategiekreis des BMVI. Daher freuen wir uns, die Fachkonferenz Elektromobilität vor Ort dieses Jahr in Baden-Württemberg begrüßen zu können.“

„Eine aktuelle wissenschaftliche Studie zeigt uns, wie stark die automobilfokussierte Region Stuttgart von den Transformationsprozessen betroffen ist“, erklärte Dr. Walter Rogg, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS). „Demnach ist jeder zweite Arbeitsplatz im Bereich Antriebsstrang gefährdet. Je nach Tempo des Wandels droht unter dem Strich ein Verlust von bis zu 10.000 Jobs. Um die Arbeitsplatzbilanz möglichst günstig zu gestalten, wollen wir mit dem Transformationsbündnis Automobilwirtschaft Region Stuttgart den Strukturwandel aktiv begleiten und möglichst viele Komponenten für Elektromobilität in der Region ansiedeln. Als regionale Wirtschaftsförderung bieten wir außerdem kleinen und mittleren Unternehmen Unterstützung mit dem Fokus auf Beschäftigungs­veränderungen und Qualifizierung an.“

Ein umfangreiches Exkursionsprogramm, der Blick auf gesellschaftliche und technische Herausforderungen, die Chancen eines sauberen Wirtschafts- und Schwerlastverkehrs, ein Überblick über rechtliche Fragen im Rahmen des Elektromobilitätsgesetzes und Praxisbeispiele eines gelungenen emissionsfreien ÖPNV runden das Programm der Fachkonferenz ab.

Was bedeutet das?

Auf der Fachkonferenz wurde auch diesmal kontrovers diskutiert und das nicht nur über die Bedarfe, sondern auch über die Chancen und Risiken der alternativen Mobilität.

 

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