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48-Volt-System: Hyundai hybridisiert den Diesel im Tuscon

Der SUV Tuscon wird das erste Modell mit 48-Volt-Mildhybrid-Diesel-Antrieb und soll so sieben Prozent sparsamer sein als die Standardversion.

Sparen im Fahren: Der Tuscon soll ein recht effizienter Vertreter der SUV-Gattung sein, dank Mildhybrid-System. | Foto: Hyundai
Sparen im Fahren: Der Tuscon soll ein recht effizienter Vertreter der SUV-Gattung sein, dank Mildhybrid-System. | Foto: Hyundai
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Johannes Reichel

Hyundai Motor treibt die Elektrifizierung seiner Modellpalette weiter voran. Ab Sommer bietet der koreanische Automobilhersteller sein SUV-Modell Tucson auch mit 48-Volt-Technologie an. Das Modell 2.0 CRDi mit 186-PS-Diesel-Motor als 48-Volt-Mildhybrid ist das erste Modell in der Produktpalette mit der neuen Antriebstechnologie sein. Auch die Schwestermarke Kia hatte vor kurzem einen SUV mit 48-Volt-Dieselhybrid präsentiert. Im Frühjahr 2019 werde die 48-Volt-Technologie im Tucson auch im dem neuen 1,6-Liter-Dieselmotor erhältlich sein, kündigt der Hersteller weiter an. Wie alle Pkw-Antriebe der Marke soll auch der 48-Volt-Mildhybrid-Diesel die neue Abgasnorm Euro 6d-Temp erfüllen.

Die für die Elektrifizierung konzipierte Technologie umfasst eine 48-Volt-Lithium-Ionen-Batterie mit 0,44 kWh Speichervolumen, einen Mildhybrid-Startergenerator (MHSG) und einen Gleichspannungswandler, der das herkömmliche 12-Volt-Bordnetz mit dem neuen 48-Volt-System verbindet. Der elektrische Startergenerator ist über einen Riemen mit der Kurbelwelle verbunden und unterstützt den Diesel beispielsweise beim starken Beschleunigen mit bis zu 12 kW. Auch beim leichten Beschleunigen entlastet der Startergenerator den Diesel und soll so Emissionen und Kraftstoffverbrauch um bis zu sieben Prozent im WLTP-Zyklus reduzieren, verspricht der Anbieter.
 

Rollen lassen: Verbrenner in Gleitphasen abgeschaltet
Den für den Antrieb nötigen 48-Volt-Strom bezieht der Startergenerator aus der Lithium-Ionen-Batterie unter dem Kofferraumboden. Während des Bremsens, Ausrollens oder bei Bergabfahrten wirkt der Startergenerator wie ein Dynamo und gewinnt Energie zurück, mit der die Batterie wieder aufgeladen wird, beschreibt der Anbieter. Im Gegensatz zu herkömmlichen 12-Volt-Start-Stopp-Systemen ermögliche der Mildhybrid-Antrieb die Start-Stopp-Funktion auch im Fahrbetrieb. So schalte das System den Verbrennungsmotor bereits beim Ausrollen oder Abbremsen ab. Sobald der Fahrer das Gaspedal betätigt, startet der Startergenerator den Diesel wieder. Den Antriebs- und Lademodus sowie das Zusammenspiel von Motor und Startergenerator regelt eine Steuerelektronik.

„Mit dem Mildhybrid-System im Tucson ermöglichen wir einem großen Kundenkreis ein umweltfreundliches Fahrzeug im beliebten Kompakt-SUV-Segment zu fahren“, erläutert Markus Schrick, Geschäftsführer Hyundai Motor Deutschland. Die Verbrauchswerte will der Hersteller rechtzeitig zum Marktstart veröffentlichen. Bis 2020 will Hyundai 15 Modelle mit alternativen Antrieben in Deutschland einführen.

Was bedeutet das?

Hyundai lässt nicht locker, schließt weitere Lücken und prescht zusammen mit der Schwestermarke Kia auch beim Thema 48-Volt-Systeme vor: Kombiniert mit einem Diesel-Motor soll der Antrieb satte sieben Prozent sparsamer sein als die Standardvariante, im realitätsnahen WLTP-Zyklus. Das ist für Verbrenner eine kleine Welt. Und könnte aufgrund des hohen Verkaufsvolumens ein größerer Schritt sein als Nischenmodelle wie der Nexo mit Brennstoffzelle. Man wünscht sich diese praktikable und kurzfristig wirksame Technik nur auch in kleineren und umweltfreundlicheren "Gefäßgrößen" als den leider so trendigen Geländewagen.

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