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21. Technischer Kongress des VDA: Digital und elektrisch

Auch der 21. Technische Kongress des VDA brachte wieder viele interessante Diskussionen, Infos und Hintergründe.  

Spannende Diskussion zum Abschluss der Plenarsession - mit inhaltlicher Einigkeit. | Foto: G. Soller
Spannende Diskussion zum Abschluss der Plenarsession - mit inhaltlicher Einigkeit. | Foto: G. Soller
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Gregor Soller

Eigentlich müsste man sich klonen können, um alle Sessions des Technischen Kongresses vollumfänglich besuchen zu können. Denn mehrere Sessions fanden parallel statt: So die Blöcke Urbane Mobilität oder Digitale Transformation und Mobilität und CO2 sowie vernetztes und automatisiertes Fahren. Dazwischen die Plenarsession Digitalisierung, Automatisierung und Elektrifizierung, die einmal mehr von Ines Arland moderiert wurde. Dabei erklärte Dr. Jörg Stratmann, CEO von Mahle, wie sein Unternehmen sich auf Umwelt- und bedarfsgerechte Mobilität vorbereitet, während Dr. Alexander Lautz, Senior Vice President 5G bei der Deutschen Telekom AG die Digitalisierung aus der Sicht eines Netz- und Telekommunikationsanbieters erläuterte, bevor der COO der IAV GmbH, Matthias Kratzsch den Pfad zu klimaneutralen Antriebssträngen aufzeigte. Und interessanterweise viele Übereinstimmungen mit Dr. Stratmann fand. In der Sache waren sich beide einig und belegten einmal mehr die These des vormittags: Es geht Richtung Batterieelektrik, wenn man eine Well-to-Wheel-Betrachtung macht, das aber in Stufen und nicht so disruptiv wie gern kolportiert. Wichtig sei es laut Statmann auch, die Fachkräfte mit in den Wandel einzubeziehen. Kratzsch verwies außerdem darauf, dass man, wolle man die künftigen Grenzwerte erfüllen, frühzeitig die Fuhrparks umstellen müsse, denn die Lebensdauer der Fahrzeuge in Deutschland beträgt im Schnitt mittlerweile 9,4 Jahre. Insofern müsse man zügig mit dem Verkauf emissionsarmer oder –freier Modelle beginnen, wolle man die Klimaziele für 2030 oder 2050 schaffen.

Etwas abgekoppelt vom deutschen Markt betrachtete Lautz die Zukunft, denn das 5G-Netz werde weltweit etabliert und solle funktionieren: Indem man bis 2025 eine 100%-Abdeckung der Straße anstrebe und jährlich 1500 neue Antennenstandorte etabliere. Doch hier geht es ihm nicht immer schnell genug und die staatlichen Entscheidungen für einen Ausbau müssten jetzt fallen. Denn man bekomme gar nicht genug Standorte, um schnell flächendeckend agieren zu können. Hier sei zum Beispiel Südkorea viel zügiger und umsetzungsfreudiger. Auf die Frage der Moderatorin, wer das Alles bezahle, rechnete Lautz schnell die Infrastrukturkosten hoch: Rund 25.000 Euro koste der Aufbau einer Verkehrsleit- oder Ampelanlage, etwa 4000 Euro der Betrieb, dazu kämen die Kosten der Telekom. Und da auch Geld verdienen müsse, müsste man die Kosten auf die Verbraucher umlegen – direkt oder indirekt über Mauteinnahmen oder eventuell über andere Steuern – denn auch die Telekom sei nicht in der Lage, das Komplettpaket Digitalisierung allein zu stemmen.

Interessant auch das Resümee von Kratzsch, der in dem Zusammenhang auch wieder mehr Kooperation forderte: Die Autoindustrie und die Politik wirken wie zwei verfeindete Lager, die gegenseitig bezüglich ihrer Versäumnisse und Forderungen aufeinander zeigen, doch dabei zeige man immer mit einem Finger auf den anderen, mit dreien aber auf sich selbst! Insofern forderte er eine neue Dialogkultur in Demut, um die Herausforderungen der Zukunft gemeinsam zu stemmen. Worauf ihm Startmann recht gab und erklärte, dass an einer Gesamtbilanziellen Well-to-Wheel-Betrachtung künftig kein Weg mehr vorbeiführe: „Der Verbraucher wird das fordern.“

Was bedeutet das?

Bezüglich der Metathemen Digitalisierung und Elektrifizierung herrscht in der Industrie erstaunlicher Konsens. Klar muss aber auch sein: Neues wird nicht umsonst zu haben sein und der Netzausbau nach 5G-Standard muss bezahlt werden – vom Verbraucher.

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