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2023: E-Autos reduzieren durchschnittlichen CO2-Ausstoß nicht

Der durchschnittliche CO2-Ausstoß aller verkauften Autos nahm dabei gegenüber 2022 von 109,6 auf 114,9 Gramm pro Kilometer zu – das ist ein Plus von 4,9 Prozent.

Der Skoda Enyaq legte zum Jahresende ganz massiv zu - konnte die CO2-Bilanz aber auch nicht mehr retten. | Foto: Skoda Auto
Der Skoda Enyaq legte zum Jahresende ganz massiv zu - konnte die CO2-Bilanz aber auch nicht mehr retten. | Foto: Skoda Auto
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Gregor Soller

Nach einem starken Jahresstart sind die Zulassungen von Neuwagen im Dezember 2023 eingebrochen: Laut Kraftfahrt-Bundesamt wurden im Dezember 241.883 Pkw erstmals angemeldet. Das sind 23 Prozent bzw. rund 72.000 Autos weniger als im Dezember 2022. Schlimmer: Der durchschnittliche CO2-Ausstoß aller verkauften Autos stieg dabei gegenüber 2022 wieder an: Von 109,6 auf 114,9 Gramm pro Kilometer, was auch daran liegt, das verstärkt größere Autos zugelassen wurden und viele CO2-arme Kleinwagen aus den Programmen flogen.

In der Jahresbilanz steht mit insgesamt 2,84 Millionen Neuwagen gegenüber dem Vorjahr immer noch ein Plus von 7,3 Prozent. Das Gros wurde wieder gewerblich zugelassen – der Anteil betrug 67,1 Prozent (und stieg damit um 12,4 %). Die übrigen 32,8 Prozent (-1,9 %) wurden privat zugelassen. Das führte auch zu den gestiegenen CO2-zahlen: Denn vor allem die deutschen Marken konnten 2023 zulegen – und das vor allem mit höher positionierten Modellen: Zweistellige Zugewinne gab es bei Audi (+15,7 % bei 8,7 % Marktanteil), Mercedes-Benz (+13,7 % mit 9,8 % Marktanteil), Porsche (+12,0 % - das macht 1,2 % Marktanteil) und BMW (+11,2 % bei 8,2 % Marktanteil). Auch Branchenprimus VW (+7,9 % bei 18,2 % Marktanteil) legte zu. Dezenter wuchs Opel (+0,2 % bei 5,1 % Marktanteil). Bei Ford schlug die „Rückzugsstrategie in die Fun-Nische und die Einstellung des Fiesta voll durch: Die Kölner verloren 11,2 Prozent auf 2022 und kommen nur noch auf einen Marktanteil von 4,1 Prozent. Womit man hinter die VW-Töchter Stärkster Skoda und Seat/Cupra fiel: Die Tschechen steigerten ihren Absatz um 17,1 Prozent auf einen Marktanteil von 5,9 Prozent. Seat und Cupra legten gar 18,8 Prozent auf jetzt 4,7 Prozent Marktanteil zu.

Newcomer aus China legen deutlich zu

Auch Newcomer wie GWM und Nio konnten deutlich wachsen, aber auch Exoten wie Lotus verbuchten Zuwächse von über 150 Prozent. Das dramatische Wachstum bei Tesla hat sich abgeschwächt: Die Zeiten, in denen die Amerikaner immer die größten raten aufweisen konnten, scheinen vorbei zu sein. Andere chinesische Hersteller wie die Geely-Tochter LEVC (-94,2 %) oder Lync & Co (-65,4 %) taten sich sehr schwer. Aber auch Mitsubishi (Marktanteil: 0,7 %) und DS (0,1 %) büßten je um 40 Prozent ein.

SUV-Trend hält an - mit Folgen für den Verbrauch

Ein Grund für die steigenden CO2-Zahlen dürften auch der Mix der Karosserieformen sein: Die SUV wuchsen um 10,0 % und bilden mit jetzt 30,1% Anteil das stärkste Segment in der Jahresbilanz, gefolgt von der Kompaktklasse (16,3 % entsprechen ebenfalls 10,0 % Wachstum. Schwächer legten die Kleinwagen zu, die 11,9 % ausmachten und um +2,6 % wuchsen. Für die CO2-Bilanz ungünstig: Die Oberklasse holte mit einem Zuwachs von 12,9 Prozent den größten Zulassungsanstieg, dicht gefolgt von Sportwagen mit 12,7 Prozent. Beide Segmente kommen aber nur auf je ein Prozent Marktanteil. Rückläufig waren Mini-Vans (-18,1 % / 0,7 %) und Minis (-2,5 % / 5,0 %).

 

Ein weiterer Grund für die gestiegenen CO2-zahlen: Der Anteil benzinbetriebener Pkw lag mit 34,4 Prozent über dem Vorjahresniveau (32,6 %); auch der Anteil der Diesel stieg zwar leicht, aber nicht so stark wie der Gesamtmarkt. Ihr Marktanteil fiel von 17,8 auf 17,1 Prozent. Abgestürzt sind die Plug-in-Hybride, die noch 6,2 Prozent aller Neuwagen stellten und damit auf 2022 über die Hälfte (-51,5 %) verloren. Die reinen Stromer holten 18,4 Prozent und wuchsen damit um 11,4 %. Flüssiggasbetriebene Pkw kommen grundsätzlich nur noch von Dacia und kamen auf 13.147 Zulassungen, was ein Minus von 12,4 % bedeutet oder 0,5% Marktanteil. Lediglich 1327 Neuwagen (-28,1 %) verfügten über den Erdgasantrieb – hier war nur noch der VW-Konzern aktiv, der die Modelle jetzt aber Stück für Stück auslaufen ließ.

Was bedeutet das?

Elektromodelle konnten die CO2-Bilanz 2023 nicht retten: Der Ausstoß stieg leider wieder, was eine grundsätzlich falsche Entwicklung ist. Bleibt zu hoffen, das 2024 die Trendwende gelingt – was angesichts der gestrichenen E-Auto-Förderungen schwierig werden dürfte. Zumal auch Klein- und Kompaktwagen eher rarer werden.

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