VW ID.5: Neuer Topstromer

Gregor Soller

Der ID.5 wird ab Frühjahr 2022 die ID-Palette krönen – als schicke Coupéversion des ID.4

Der ID.5 wird optisch, preislich und in der Ausstattung dezent über dem ID.4 positioniert. Gestartet wird produktionstechnisch erstmal nur in Zwickau, wo der ID.5 dann bilanziell CO2-neutral an die Kunden übergeben wird. Die Coupéform bietet sogar etwas mehr Standard-Kofferraumvolumen und bessere Aerodynamik (cW 0,26 statt 0,27, was ein paar Kilometer extra Reichweite bringt). Dafür muss man auf zwölf Millimeter Kopffreiheit im Fond und Gesamtladeraumvolumen verzichten – in der Praxis unserer Meinung nach kaum entscheidend.

Bei den Akkus gibt es nur das brutto 77 kWh bietende Format und bei den Antrieben hat man die Wahl zwischen den heckgetriebenen 128 kW im Pro über 150 kW im Pro Performance bis hin zu den 220 kW des GTX Allrad, der einen schneller ansprechenden Asynchronmotor vorn mit der Synchronmaschine an der Hinterachse zusammenspannt.

Wichtiger ist das neue Softwareupdate 3.0. Die maximale Ladeleistung soll im Peak von 125 auf 135 kW steigen, was bis zu neun Minuten Ladezeit von fünf auf 80 Prozent SOC sparen soll. Zudem soll die Sprachauffassung besser geworden sein – was sich bei ersten Versuchen teilweise bestätigte, teils aber auch nicht. Noch nicht live proben konnten wir das Sammeln von Schwarmdaten aus anderen Konzernmodellen, die in die Navigation einfließen sollen und den neuen Parkassistenten mit Memory-Funktion, der mit Trajektorik arbeitet. Allerdings braucht es dafür vier extra Parksensoren an den Seiten der Stoßfänger, weshalb die bisherigen ID.3 und ID.4 dafür nicht einfach over-the-air nachgerüstet werden können. Das Ganze funktioniert über rund 50 Meter Strecke in Schrittgeschwindigkeit autonom nach Level 2. Kommt dem ID.5 etwas in den Weg, bricht er ab. Dann muss man die Fahrt manuell vollenden.

 

 
Elegante Linie mit aerodynamischerem Heck. | Foto: VW
Elegante Linie mit aerodynamischerem Heck. | Foto: VW
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Konfigurieren kann man den ID.5 in zehn Klicks, die Wärmepumpe kostet leider immer noch extra. Der Akku hat weiter acht Jahre oder bis zu 160.000 Kilometer Garantie – dann soll er immer noch 70 Prozent Nettoenergie bereitstellen können. Die Preise werden ausstattungsbereinigt dezent über denen des weitgehend baugleichen ID.4 liegen.

Was bedeutet das?

Die Markteinführung des ID.5 nutzt VW auch für Detailverbesserungen, welche wiederum ID.4 und ID.3 weiterbringen. Ob beim ID.5 für den Einzelnen die Vor- oder Nachteile überwiegen ist in dem Fall eine sehr persönliche Entscheidung.