Test Ford Puma: Baby-Cayenne mit Badewanne

Gregor Soller

Der neue Ford Puma punktet mit cleveren Ideen und dynamischem Fahrverhalten.

Schon den Ford Taunus P3, der von 1960 bis 1964 gebaut wurde, bewarb Ford mit teils dynamischen Grafiken: Mit drei unangegurteten Insassen auf der vorderen Sitzbank durchfuhr der Fahrer mit der „Badewanne“ eine schnelle Kurve. Die Dynamik beim Fahrwerk ist seit en 1980er-Jahren zu einem Ford-Markenzeichen geworden und zeichnet auch den Puma aus. Der basiert auf dem Fiesta und kommt jetzt auch mit etlichen Mild-Hybriden daher – und einer Art „Badewanne“ im Kofferraum sogar inklusive Stöpsel! Die Ford-Techniker konstruierten eine immerhin 50 Kilo tragende und 81 Liter fassende Kunststoffwanne mit Stöpsel unter den Kofferraumboden, in die sich nasse Stiefel, Gartenutensilien oder undichte Gefäße packen lassen. Wenn man den „Stöpsel“ am Boden aufdreht, kann man die Wanne ausspritzen und die Flüssigkeiten ablaufen lassen – eine gute, praxisorientierte Idee. Die kann man auch dazu nutzen, die Ladehöhe zu vergrößern. Zu den guten Ideen gehören auch die abziehbaren und waschbaren Sitzbezüge. Neben den cleveren Ideen und dem dynamischen Fahrverhalten punktet der Puma mit einem lebhaften Dreizylnder-1,0-Liter-Ecoboost-Benziner, den Ford um einen Riemenstartergenerator zum 48-Volt-Mildhybrid hochgerüstet hat.

Auf der dezent gefahrenen Testrunde unterschritt er mit 5,9 l/100 km immerhin knapp die Sechs-Liter-Marke. Exakt wie er ist, hat der der Bordrechner hier genau diesen Wert kalkuliert. Wie bei Benzinern üblich kann auch der Puma stark streuen: Ganz gelassen sind über Land auch glatte fünf Liter drin, dafür laufen auf zügigen Autobahnpassagen dann auch mal mehr als acht Liter durch die Einspritzdüsen. Womit der als „Hybrid“ verkaufte Mini-SUV kein Sparwunder wird, aber einen guten Job macht. Wichtig für Dienstwagen: Der 92-kW-Hybrid unterläuft nach WLTP mit 4,3 l/100 km respektive 99 g CO2/km gerade so die magische 100-Gramm-Marke – die gleich starke Standardversion wird hier mit 4,6l/100 km respektive 106 g CO2/km angegeben.

Was bedeutet das?

Der Puma wird seinen Weg gehen und dürfte sich besser verkaufen als sein Namensvetter, der von 1997 bis 2001 gebaut wurde: Ein Sportcoupé, ebenfalls auf Fiesta-Basis. Sinnvoll ist auf jeden Fall die jüngste Erweiterung des Programms um einen Diesel und eine edle Vignale-Version. Im Gegensatz zum ersten Puma wird das aktuelle Modell nicht mehr in Köln-Niehl, sondern im rumänischen Craiova montiert – das Ford 2008 von Daewoo übernahm und das einst als Olticit-Produktionsstandort gegründet wurde.