Tesla Model S und X: Bis zu 840 km Reichweite!

Gregor Soller

Äußerlich unterscheiden sich die überarbeiteten „großen“ Modelle kaum von den Vorgängern. Innen, bei Akkus und am Antrieb, tat sich deutlich mehr. Tesla verspricht für den neuen Triebstrang samt neuer Akkus „unübertroffene Leistung, Reichweite und Effizienz“. Die neue Thermoarchitektur für die Batteriemodule und -packs soll ein schnelleres Laden ermöglichen und unter allen Bedingungen mehr Leistung und Ausdauer. Hier patzten Model S und X in der Vergangenheit oft: Sprints von 0 auf x km/h ließen sich mit voller Leistung nicht beliebig oft wiederholen – stattdessen wechselten die Autos wegen zu heißer Akkus bald ins Notprogramm.

Model X kommt nicht als Plaid+

In Deutschland wird das neue Model S in der Version „Maximale Reichweite“ mit zwei Motoren und Allradantrieb zum Preis ab 87.970 Euro (das sind knapp 74.000 Euro netto) angeboten und wird damit deutlich teurer, aber im Vergleich zur deutschen Premium-Konkurrenz noch immer sehr reell gepreist: Der Vorgänger startete zuletzt bei 81.990 Euro (68.900 Euro netto). Das Model S Maximale Reichweite schafft laut Tesla gemäß der strengen US-Norm EPA mit einer Ladung bis zu 663 Kilometer, beschleunigt in 3,2 Sekunden von null auf Hundert und erreicht 250 km/h. Das kommende Model S Plaid mit drei Motoren startet bei 117.970 Euro (knapp 99.150 Euro netto), bietet nach EPA bis zu 628 Kilometer Reichweite und soll in 2,1 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen und bis zu 320 km/h Topspeed schaffen. Das mindestens 140.970 Euro (knapp 118.500 Euro netto) teure Model S Plaid+ bietet die gleiche Fahrleistungen, soll aber bis zu 840 Kilometer Reichweite bieten. In der Realität sollten das locker echte 600 Kilometer plus x sein ...

Der wuchtige X kommt SUV-bedingt nicht so weit

Das neue Model X liegt prinzipbedingt unter diesen Werten: Es kommt in der Version „Maximale Reichweite“ bis zu 580 Kilometer weit und beschleunigt mit Allrad in 3,9 Sekunden auf 100 km/h. Auch hier gibt Tesla 250 km/h Topspeed an. Der Preis startet jetzt bei 96.970 Euro (netto knapp 81.500 Euro) und wurde ebenfalls teurer: Zuvor ging es bei 90.990 Euro (knapp 76.500 Euro netto) los. Darüber rangiert auch hier eine neue „Plaid“-Version, die ab 117.970 Euro (knapp 99.150 Euro netto) kostet und 547 Kilometer weit kommen soll. Die drei E-Maschinen sollen es in 2,6 Sekunden auf 100 km/h schießen, der Topspeed beträgt „nur“ 262 km/h. Als Plaid+ wird das Model X nicht angeboten.

Innen hat sich mehr getan als außen

Außen tat sich außer dem Switch von Chrom auf Schwarz wenig, innen aber umso mehr: Beide haben ein ähnliches Interieur bei dem vor allem das neue Lenkrad ohne Lenkradkranz auffällt, was auf eine sehr direkte Lenkübersetzung hinweist. Dazu kommt das jetzt horizontal statt vertikal ausgerichtete zentrale Touchscreen-Display. Die Anzeige vor dem Fahrer blieb aber erhalten. Die Mittelkonsole unterstützt jetzt kabelloses USB-C-Schnellladen mehrerer Geräte.

Hinten soll es etwas mehr Bein- und Kopffreiheit geben sowie beim Model S eine verstaubare Armlehne mit integrierter Ablagebox und der Möglichkeit, auch hier kabellos zu laden. Den Fahrgästen im Fond steht jetzt außerdem ein in die Mittelkonsole eingelassener Bildschirm zur Verfügung, der unter anderem mit drahtlosen Controllern als Spielekonsole genutzt werden kann. Darüber hinaus wirbt Tesla mit einem 960-Watt-Audiosystem mit 22 Lautsprechern und aktiver Geräuschunterdrückung. Produziert werden das neue Model S und Model X in der Version "Maximale Reichweite" laut Tesla ab dem ersten Quartal 2021. Model S Plaid, Model S Plaid+ und das Model X Plaid werden zum Ende des Jahres erwartet.

Was bedeutet das?

Ein Facelift war bei Model S und X nötig – technisch hat man nachgerüstet, vor allem bei der Reichweite – und vor allem die ist es, die das Model S „Plaid x+“ für Langstreckenfahrer so interessant macht. Gleichzeitig möchte und muss Tesla sich so auch wieder vom Porsche Taycan absetzen, der mit deutlich besserer Qualität und einem viel besseren Fahrwerk jetzt ebenfalls ab rund 84.000 Euro startet. Aber nicht die Reichweiten der Tesla-Modelle schafft. Außen hätte man ein bisschen mehr machen dürfen als die Chromteile schwarz zu eloxieren – das wirkt nicht unbedingt wertiger – gleichzeitig dient es aber dem Werterhalt der Modelle und setzt einen gesunden Gegenpol zu den dreijährlichen optischen Sinnlos-Facelifts der etablierten Autoindustrie.