SXSW 2018: Ein Festival erwacht

Gregor Soller

So richtig laut wird es erst gegen Freitag Abend – doch bereits am Morgen startet die South by Southwest – unter anderem mit Yoga am Daimler-Stand.

Besucht man den Daimler-Stand auf der South by Southwest, bekommt man eine Idee davon, weshalb die Schwaben so großen Wert auf die Messe legen: Man stelle sich einmal vor, die Frankfurter oder Stuttgarten Innenstadt würde einfach für ein Festival und Austellungsflächen gesperrt. Fahrverbote existierten nicht: Wer aus einem alten dieselnden Foodtruck verkauft, darf das ebenso tun, wie die Freaks, die mit donnernden 70er-Jahre Corvettes durch die Innenstadt hämmern –den Motorblock weit aus der Haube herausragend!

Ja, da hat es Amerika dann schon viel besser, denn hier werden Sachen einfach angepackt und ausprobiert – einfach nur um des Anschiebens Willen. Und während der eine eben noch mit der Uralt-Corvette durch die Stadt donnert, radelt der andere auf dem E-Bike und hat gar kein Auto mehr. Oder man nimmt den öffentlichen Nahverkehr, der hier allerdings eher dezent aufgestellt ist. So oder so: Man ist spielerisch offen für alle Arten der Mobilität – während man in Europa eher verkrampft offen ist – und genau das macht den Unterschied aus!

So präsentiert Daimler Daimler Mobility Services sich im Palm Park mit den Marken car2go, moovel, mytaxi und Blacklane und fasst das Ganze unter der Klammer „On the edge to autonomous mobility“ zusammen. Dabei geht es einzig und allein darum, einfach, schnell, bequem von A nach B zu kommen, egal ob man dafür Carsharing Fahrzeug, ein Taxi, ein Leihhrad, eine Limousine mit Chauffeur oder den ÖPNV nutzt.  Dass Daimler all das kann, demonstriert man mit den Marken car2go, moovel, mytaxi und Blacklane. Laut Daimler-Sprech erwaretn den Besucher des Mobility Cube im Palm Park Experten rund um das Thema Mobilität – aber auch eine Yoga-Stunde, Kreativräume und Schaukeln, um im wahrsten Sine des Wortes die Seele baumeln zu lassen. Außerdem können Besucher die Welt durch die Augen eines autonomen Fahrzeugs entdecken. Möglich macht dies das aktuelle moovel Lab Projekt „Who Wants to Be a Self-Driving Car“. Ausgestattet mit Sensoren und einer 3D Kamera, deren Informationen in einer Virtual Reality Brille visualiert werden. So steuert der Besucher das unkonventionelles Fahrzeug durch den Park.

Außerdem hat man diverse Fahrzeuge vom Vision Van über den Elektro-Smart und den EQC bis hin zum AMG GT wild im Park verteilt, der erstmal mit einer Yogarunde startet. Genau das macht die SXSW aus. Den europäisch-ernsten Gegenpart kann man dann auf diversen Fachforen und Vorträgen erleben, denn die SXSW will eben nicht nur unterhalten, sondern auch informieren. Insofern ist die Messe Frankfurt ganz gut beraten, dieses Konzept irgendwie auch nach Europa zu holen. Warum nicht mal die Frankfurter City für ein paar Festivaltage sperren?

Was bedeutet das?

Die „South by“ macht moderne Mobilität auf spielerisch-leichte Art erlebbar. Natürlich lässt sich der US-Lebensstil nicht 1:1 auf die Welt übertragen, doch auf die Art könnte man moderne Mobilität viel mehr Menschen viel leichter nahebringen als auf die oft etwas verkrampfte europäische Art, wo das meist auf Symposien oder in Fachforen stattfindet, die dann ohnehin wieder nur ein Bruchteil der Interessierten auch wirklich besucht.