Statt VW ID. Buggy: Meyers Manx baut den 2.0

Gregor Soller

Eigentlich ist beim Buggy, der auf dem VW Käfer basierte, nicht Volkswagen, sondern Meyers Manx der große Name – denn VW selbst hat nie einen gebaut. Mit dem Meyers Manx 2.0 Electric wird das Thema jetzt in die Zukunft überführt.

Der erste Buggy auf VW-Basis in großen Stückzahlen kam vom US-Hersteller Meyers Manx. Für VW wäre die Idee, eine Plastikschale mit null Wetter- und Insassenschutz auf eine Käfer-Plattform zu setzen auch zu abwegig gewesen. Zwar traute man sich mit dem ID. Buggy, der bei e.GO in Aachen hätte produziert werden können mal kurz eine wilde Idee – für den Volkswagen-Konzern war sie aber dann doch zu wild.

Also: Meyers Manx reloaded! Wie das Original hat auch die neue Version Hinterradantrieb, an der in der Topversion zwei E-Maschinen anschieben sollen. Dann stehen 150 kW Systemleistung und 325 Newtonmeter Drehmoment an, was dem Leichtgewicht einen 4,5-Sekunden-Sprint auf 100 km/h ermöglichen soll.

Der 40-kWh-Akku soll zudem bis zu 480 Kilometer Reichweite ermöglichen. Die Basisversion kommt mit halb so großem Akku entsprechend bis zu 240 Kilometer weit, was im Buggy mehr als genug sein könnte. Eher lahm ist das AC-Laden mit dem 6-kW-Bordlader, optional soll aber DC mit bis zu 60 kW möglich sein.

Optisch bewegt man sich stark am eigenen Original der 60er-Jahre, für das nach wie vor Karosserien produziert werden – „remastered“ heißen diese Plastikwannen mit absperrbarem Mini-Laderäumchen dann. Die Elektroversion wirkt ein wenig kräftiger, bleibt aber bei der dünnen Scheibe und kleinen Sitzen ohne Kopfstützen. Übernommen wurden auch die runden, aufgesetzten Scheinwerfer vorn und der Überrollschutz. Das Heck ist wegen des fehlenden Boxer-Verbrenners ruhiger und setzt auf zwei runde LED-Rückleuchten.

Innen wurde die Optik des Originals weitgehend erhalten. Wie beim Ur-Buggy wird in der Mitte ein Rundinstrument eingebaut. Rundinstrumente bestimmen das Blickfeld des Fahrers. Ein Prototyp des Meyers Manx 2.0 Electric soll am 19. August beim Quail Motorsports Gathering enthüllt werden – hier wird mit weiteren Details gerechnet. Nächstes Jahr soll zunächst eine limitierte Beta-Serie von 50 Fahrzeugen starten, bevor dann eine Serienfertigung geplant ist.

 
Klares Heck mit LED-Rückleuchten. | Foto: Meyers Manx
Klares Heck mit LED-Rückleuchten. | Foto: Meyers Manx
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Was bedeutet das?

Wie schon beim Urmodell baut nicht VW, sondern Meyers Manx den Buggy – jetzt eben auch elektrisch, um damit quasi die eigene Geschichte fortzuschreiben. Einziges Problem: Auch der 2.0 sieht in seiner jetzigen Fassung sehr zwanglos aus und dürfte in Deutschland Probleme mit der Zulassung bekommen. Man darf gespannt sein, wie das Thema generell angenommen wird. Denn Ende der 1960er-Jahre mit ihrer Freizügigkeit war der Buggy die extreme Verkörperung just jenes Aufbruchs – während uns Putin heute in Scharen in SUV treibt….