South by Southwest: Die ganz andere Mobilitätskonferenz

Gregor Soller

Es soll so eine Art Woodstock der Moderne sein – wo sich Musik, Digitalisierung und seit neuestem auch New Mobility treffen: Die South by Southwest, kurz SXSW in Austin,Texas - am Vorabend des Festivalbeginns.

Der Ruf der „SXSW“ hallt mittlerweile bis nach Deutschland: Dort engagieren sich vor allem die Messe Frankfurt und Daimler bei der South by Southwest, von dem es 2017 auch einen kleinen Ableger zur Pkw-IAA in Frankfurt gab. Eigentlich startete das Ganze 1987 als Film- und Musikfestival mit dem Schwerpunkt Rootsrock und Alternative Country – typische Genres für Texas also. 1994 kamen dann Film und interaktive Medien hinzu, dann auch Konferenzen. Und von Kunst und digitalen Medien ist es nur noch ein Schritt zur modernen Mobilität, die hier vor allem von Daimler präsentiert wird.

Mittlerweile hat das Ganze so an Popularität und Professionalität gewonnen, dass es manchen Texanern schon wieder zu viel des Guten wird: Zur „South by“ steigt die Population der Metropolregion Austin gern mal von zwei auf 2,5 Millionen an und der ganze Kommerz wird manchen schon etwas zu viel des Guten, während unsere Taxifahrerin begeistert ist: „Zur „South by“ ist hier immer richtig viel los und man trifft hier wirklich die ganze Welt“ freut sie sich. Texas weltoffen? Auch hier spürt man wieder stark den amerikanischen Geist, der mit zwei Gesichtern daherkommt: Einerseits gehört Texas zu den konservativsten Bundesstaaten überhaupt: Gängigen Vorurteilen zu Folge werden hier nur Rinder gezüchtet und V8-Pickups gefahren – doch hier in Austin sind extrem viele Radler und Tesla unterwegs und vor allem alternatives Publikum, dass am Vorabend des ersten Festivaltages schon die ersten Clubs bespielt und befeiert.

Außerdem stehen zig Polizeiwagen und Absperrgitter bereit, die dann dafür sorgen, das zum 9.3. aus Downtown Austin eine große musikalische Fußgängerzone mit interkulturellem und sozioökonomischen Anspruch wird. Trump hin, Abschottungspolitik her. Und passen dann die paar hessischen und schwäbischen Wortfetzen ganz gut dazu. Man darf gespannt sein, ob die „South by“ vor lauter Popularität ihren Wurzeln treu bleiben kann – denn zu viel deutsche Perfektion würde dem Texas-Tex-Mex aus Musik, Film, Festival und Digitalisierung dann auch schaden. Zumal in der Stadt auch viele Menschen unterwegs sind, die sich von Mülleimer zu Mülleimer arbeiten, um vielleicht noch einen Essensrest zu ergattern. Trotz Festivalstimmung fallen die zwei Gesichter des Landes stark ins Auge.

Was bedeutet das?

Die South by Southwest ist aktuell populärer denn je – man darf hoffen, dass ihr das nicht zu Kopf steigt – denn die Mischung aus Kunst und Konferenz ist tatsächlich erfrischend und professionell.