Skoda Enyaq Coupé iV: Wie geplant

Gregor Soller

Die erste Studie des Enyaq wurde eigentlich als Coupé gezeigt. Etwas ernüchtert vernahm man dann das (praktischere) Serienmodell. Doch jetzt reichen die Tschechen das Coupé nach – das zudem  erste rein batterieelektrische Mitglied der sportlichen RS-Familie wird – mit 299 PS Leistung. Wir sind schon mal Probe gefahren und müssen sagen: Aus Fahrerperspektive merkt man innen kaum Unterschiede zur Basis (die übrigens auch als RS kommen wird), doch außen ist das Coupé objektiv einfach deutlich hübscher.

Und trotz der ab der B-Säule sanft nach hinten abfallenden Dachpartie bietet das neue Coupé auch im Fond großzügige Platzverhältnisse – auch für 1,9-Meter Insassen, wobei es im hinteren Kopfbereich dann schon etwas „zwicken“ kann. Das gilt eher nicht für den Kofferraum mit 570 Liter Volumen – nur wenn es an kantiges Sperrgut geht, bietet die Standardversion mehr. Dafür muss sie bei Aerodynamik und Reichweite zurückstecken: Da das Coupé einen cW-Wert von 0,234 auffährt, sind durch die Bak zehn bis 15 Kilometer mehr drin.

Auf ersten beschwingten Runden in der Toskana kamen wir im Allrad-RS am Ende bei rund zehn Grad Außentemperatur mit unter 22 kWh/100 km aus. Was gut 420 km echte Reichweite bedeutet. Nach WLTP sollen bis zu 540 km drin sein, doch wer die ersten beiden Zahlen dreht, dürfte reeller unterwegs sein. Selbst wenn man mit dem großen Akku keine 400 km schafft, reicht das Gebotene auch für längere Distanzen. Auch die Vorkonfiguration des Akkus und die maximale Ladeleistung jetzt mit bis zu 135 kW wurde kundenfreundlicher gestaltet - respektive programmiert. Heißt, dass der iX 80 und RS in 36 Minuten von 10 auf 80% SOC geladen werden können und in sechs Minuten Strom für 100 km ziehen können. Bei den übrigen Modellen dauert das 29 respektive sieben Minuten. 

Es werden vier Leistungsstufen von 132 kW1 bis 220 kW geboten, auf den kleinsten Akku verzichtet man – und reichert wie bei VW vom ID.4 zum ID.5 die Ausstattung etwas an. So dass das Coupé am Ende rund 1.500 Euro brutto mehr kosten wird.

Viel Geld für viel Ästhetik – und so ein RS in Mambagrün, der übrigens schon in „Eco“ immer mehr als genug Punch und Traktion bietet, macht das Leben nun mal schon viel bunter als die graue Basis.

Was bedeutet das?

Das Enyaq Coupé ist eine gelungene Ergänzung des Programms und dürfte seine 30 Prozent am Modellprogramm holen. Über zwanzig Prozent Verkaufsanteil erwartet man übrigens auch von den RS-Versionen. Könnte klappen, zumal überdies alle Enyaq im Detail optimiert wurden.

 
Optisch steht der RS bullig da. | Foto: G. Soller
Optisch steht der RS bullig da. | Foto: G. Soller
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