Porsche Taycan: Bezahlbare Basis

Gregor Soller

Als „Basismodell“ startet der Porsche Taycan bei 83.520 Euro brutto (das sind gut 70.200 Euro netto) und wird damit zum erschwingliche(re)n Dienstwagen – sofern man nicht allzu tief in den Konfigurator abtaucht: Wenn am Ende noch eine drei- oder ganz knapp vierstellige Brutto-Leasingrate stehen soll, kann man sich den großen Akku gönnen, freie Farbwahl, Leder und ein paar nette Räder. Wer also etwas Maß halten kann, bleibt unter 1.000 Euro Brutto-Leasingrate respektive unter 100.000 Euro Brutto-Gesamtpreis vor allen Abzügen.

Ansonsten bleibt der Taycan sich treu: Er umschmiegt den Fahrer wie ein enger aber weicher (veganer) Lederhandschuh und kann sogar sparsam - auf unserer ersten Ausfahrt in den nördlichen Schwarzwald kamen wir trotz oftmaligen Auskostens der Leistung mit 24,5 kWh/100 km aus. Wer es drauf anlegt, bleibt leicht noch darunter, wobei die von Porsche kolportieren 484 Maximalkilometer nur mit ganz zartem Fahrpedalfuß zu erreichen sind. Schaltet man das ESP nicht ganz weg, lässt der Taycan in engen Kurven dezent und wohl dosiert das Heck heraushängen, bevor die Fahrassistenten es gekonnt einfangen – hier in reiner Porsche-Lehre nur über die Hinterhufe. Im direkten Vergleich fehlt dem Basismodell zu seinen allradgetriebenen Geschwistern das letzte Quäntchen Biss, mit dem er aus den Biegungen schnellt. Die katapultartige Beschleunigung der Turbos ist ihm fremd: Bei Bedarf erreicht er binnen 5,4 Sekunden 100 km/h, wo dem Turbo S 2,8 genügen. Außerdem muss er sich in der Launch Control mit 345 respektive 357 Nm Drehmoment „bescheiden“, wo beim Turbo S gar 1.050 Nm anliegen – im direkten Vergleich merkt man das, in der Praxis kann man es ohnehin fast nie erleben. Und: Das muss einem dann 70.000 respektive 103.000 Euro extra für Turbo respektive Turbo S Wert sein – unserer Meinung nach zu viel für den Alltag, wo man selten so mit sich und dem Taycan allein ist, um das wahre Potenzial der Turbos oft genug auskosten zu können.

Dafür ist die Basis nicht nur finanziell viel leichter: Mit kleinem Akku ohne Extras startet er laut Porsche bei 2.050 Kilogramm, die Performance-Batterie Plus hebt das Gewicht auf 2.130 Kilogramm, womit er immer noch gut 165 Kilogramm unter Turbo und Turbo S liegt, die beide um die 2,3 Tonnen pendeln. Weniger ist also klar mehr beim Taycan, denn für die Turbos kann man sich auch zwei ins Haus stellen. Man muss nur noch entscheiden, ob es der mit kleinem Akku auch tut: Der bietet im Boost allerdings „nur“ 408 PS und ungefähr 50 Kilometer weniger Reichweite – in der Praxis also 300 Kilometer plus minus x. Zur Not sind 100 Kilometer in fünf Minuten nachgeladen. Auch hier ist der Taycan ein Sportwagen – der in dem Fall sogar bezahlbar bleibt!

 
Mit der Basisversion hat Porsche auch weitere Farben eingeführt, zum Beispiel "Frozen Berry". | Foto: Frank Ratering
Mit der Basisversion hat Porsche auch weitere Farben eingeführt, zum Beispiel "Frozen Berry". | Foto: Frank Ratering
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