polisMOBILITY 2022: Renaissance des Rads

Johannes Reichel

Fahrräder aller Orten und aller Arten gab es zu bewundern auf der neuen Mobilitätsplattform in Köln. Ob Lastenräder mit E-Unterstützung oder Pedelecs im Verleihsystem, Fahrräder zum Kauf oder der eigens in Messeteppich "gegossene" Redesign des Kölner Rings als fahrradfreundliche Variante - das 200 Jahre alte Transportmittel machte klar, dass seine beste Zeit vielleicht noch bevorsteht. "Wir schaffen Platz für Fuß- und Radverkehr und stocken die Lastenradförderung auf", verkündete denn auch die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker, die dem auch in der Verwaltung mit entsprechenden Stellen, etwa dem Amt eines "Fahrradbürgermeisters", Rechnung trägt. Sie will den Stadtraum "entrümpeln", für attraktivere "Stadtmöblierung" sorgen und von den vielen Autos befreien. Zugleich avisierte man den Aufbau eines öffentlichen Cargobike-Sharing-Systems in Kooperation mit den Kölner Verkehrs Betrieben (KVB). Und auf der "Mobilitätsmeile" in der Innenstadt präsentierten zahlreiche Fahrradhersteller ihre (meist elektrifizierten) Neuheiten.

 

 
| Fotos: J. Reichel
| Fotos: J. Reichel
« Bild zurück
Bild
1 / 18
Bild vor »

Unser persönliches Highlight: Ein mit dem Nürnberger Sharing-Pedelec- und Scooter-Spezialisten eFlow entwickelter, solarbetriebener und mit einem Unterflurakku kombinierter Fahrradparker auf einer abschleppbaren Stahlplattform, der nicht mehr Platz braucht als ein Auto und sich selbst (und die abgestellten Räder) mit Strom versorgt. Und zwar üppig: Die Leistung der Panele genüge selbst in schattigen Bereichen bei weitem, um mindestens fünf Pedelecs oder Scooter über den Tag mit Energie zu versorgen. Das wäre auch eine ideale, nach neuem ECE-Steckerstandard normierte Andockstation für Verleihsysteme wie Pedelecs oder Scooter, weil der aufwändige Akkutausch damit wegfiele, wie ein Verantwortlicher am Stand erklärte. Die Entwicklung wurde von der EU im Interreg-Projekt als "CleanMobilityEnergy" gefördert und könnte bis 2023 in Serie gehen, dann mit einem haubenartigen statt flachen Dach, das noch mehr Strom produzieren würde und besseren Wetterschutz böte.