Opels e-mobiler Neustart: Es war einmal ein langer Strom von Stromern

Johannes Reichel

Der Blitz steht unter Strom: Wieder muss man sagen - oder erneut. Obwohl man auf eine sehr lange elektromobile Tradition verweist, kommt der Hersteller eigentlich erst jetzt so richtig in die Puschen in Sachen Elektromobiltät. Und zwar dank konsequenter Baukastennutzung aus den PSA-Regalen. Das hat zuvor mit General Motors so überhaupt nicht geklappt, weswegen die frühen, nicht zuletzt in Rüsselsheim ausgeheckten e-mobilen Großtaten wie die beiden Ampera für die Hessen am Markt keine Durchschlagskraft entfalteten konnten. Man mag sich gar nicht ausdenken, was für die Marke alles drin gewesen wäre, hätte GM den Ampera-e, ein exzellenter Stromer, der einem Hyundai Kona Electric kaum nachstehen würde, nicht derart kontigentiert gewesen, sondern massenhaft verfügbar. Opel wäre vielleicht der deutsche Tesla geworden, nur technisch besser - und weniger elitär. So ist der Faden leider zeitweilig gerissen, respektive zu einem sehr dünnen Klingeldraht geworden. Sei's drum, jetzt wird er wieder aufgenommen und soll zum dicken Kabel werden.

Mit dem neuen Corsa-e und dem Grandland X Plug-In-Hybrid kommen gerade frische Blitz-Stromer auf die Straße. Noch in diesem Jahr folgen der rein batterie-elektrische Transporter Vivaro-e und der elektrifizierte Nachfolger des Mokka X, 2021 kommen Combo-e, Zafira-e Life sowie der Astra-Nachfolger dazu. Bis 2024 will man dann alle Pkw- und Nutzfahrzeug-Baureihen elektrifiziert haben.

Die elektrische Wiederaufnahme nimmt der Hersteller zum Anlass und blickt zurück, vielleicht auch mit leiser Wehmut über manche verpasste Chance, als Marke mit dem Blitz einen Trend zu setzen. Immerhin: Seit mehr als fünf Jahrzehnten betreibt der deutsche Hersteller Forschungs- und Entwicklungsarbeit auf dem Feld der elektrischen Antriebssysteme. Und man sieht sich damit als einer der E-Pioniere der Branche. Ein kleiner Abriss in Bildern.