L.A. Motorshow 2022: Elektrisierend!

Christian Eckert

Auf der L.A. Motorshow standen neben zahlreichen Stromern etliche Outdoorfahrzeuge – Pazifik, Berge und Wüste sind nah und laden zum offroaden ein. 

 

Los Angeles gehört in den USA zu den Zentren der Elektromobilität – entsprechend viele Stromer standen auf er Show 2022, die interessante Einblicke gab: So scheint der Höhenflug des Hyundai-Konzerns nach einem gigantischen 2021 erstmal eine kleine Pause zu machen, während Toyota, Ford, GM und endlich auch Dodge wieder Muskeln zeigen: Stellantis nutzte die Show, um den elektrischen Dodge Charger Daytona zu zeigen, der auf 800-Volt-Plattform reale 500 Kilometer-plus x-Reichweite bringen dürfte und dabei mit bis zu 126 dB(A) so laut sein kann wie die Hellcat-Modelle mit V8-Verbrenner. Auch in Sachen Leistung sollten perspektivisch 500 bis 800 PS möglich sein. Endlich ein Lebenszeichen von Dodge, wo man sonst außer dem vom Alfa Tonale abgeleiteten Hornet für 2023 keine neuen Autos hat – der Charger soll erst 2024 kommen.

Fiat zeihte seinen elektrischen 500, der auch wieder in den USA verkauft wird und dort ein paar Extra-Stückzahlen generieren soll. Bodenständiger waren die Plug-ins von Jeep, welche peu-a-peu die ganze Palette unter dem Label 4xe befeuern sollen.

Elektro und Hardcore-Offroader – und der „neue“ Mustang

Anyway: Hardcore-Offroader ziehen in L.A. immer, weshalb Ford mit diversen Bronchos konterte. Dazu kamen als „Highlight“ der „neue“ Mustang, bei dem es sich eigentlich um ein extrem umfassendes Facelift handelt (Motoren und Rohbau werden im Grundsatz vom Vorgänger übernommen und überarbeitet) und das Facelift vom Escape, bei uns Kuga, der im Laufe des Jahres auch für Europa in neuer Optik kommen wird. Elektrisch fuhr man den Mustang Mach-E GT und natürlich en F-150 Lightening auf, der mit offener Klappe zeigte, wofür man den Bauraum vorn nutzte: Für einen riesigen Frunk statt V8.

Aber auch GM fuhr groß auf: Neben dem Cadillac Lyriq zeigte man den neuen elektrischen Blazer und Equinox mit blauem „E“ sowie den elektrischen Pick-up Silverado. Dazu kam der elektrische GMC Hummer. Und natürlich die kompakten elektrischen Chevrolet Bolt. Womit GM das breiteste Elektroprogramm auffuhr, was sich mit unseren Erfahrungen beim Händler in Palm Springs deckt: „Bis 2030 ist hier alles elektrisch“ – dem fügte er nichts mehr hinzu.

Toyota: Starker Auftritt mit bZ-Studie, Mirai und Prius

Toyota nutzte die Bühne für den neuen Prius, der leider nur als Plug-in kommt, in den USA aber eine große Fangemeinde hat und bei den Celebreties an der Westküste vor Tesla das „It-Car“ war. Dazu stellte man den nächsten bZ, er als Kompakt-Crossover als bZ3X an den Start gehen könnte. Auch der Mirai war in auffälligem rot ausgestellt, ansonsten zeigte man noch ein paar Hardcore-Pick-ups mit Verbrenner inklusive einem 6x6-„Buschtaxi“.

Nissan konzentrierte sich auf den „Z“ und den Ariya. Von Letzterem zeigte man eine „Woody-Surfer“-Variante mit bunten Rädern und Holzfolie – auch retro ist in…

Hyundai und Kia ließen diesmal Genesis den Vortritt

Vinfast fuhr einmal mehr seine elektrische Palette für die USA auf, die etwas kleiner ausfiel als in Paris, da die kompaktesten Modelle erstmal nicht in die Staaten gehen dürften.

Hyundai zeigte neben dem rundlichen Ioniq 6 die kantige Studie „N Vision 74“, die an das eigene Coupé von 1974 erinnern soll und entfernt auch De Lorean zitiert. Dazu kamen die US-typischen Verbrenner-SUV. Bei Kia hielt man sich diesmal dezent zurück und fuhr nur den EV 6 auf, dazu nochmal den zweifarbigen Niro und das SV Telluride.

Die große Bühne gehörte dafür Genesis, wo man neben dem elektrischen G80 und dem Verbrenner-Topmodell G90 eine elektrische Cabriostudie X Convertible ins Rampenlicht rollte. Dazu das X Speedium Coupé mit langem Fließheck. Auch hier ist die Aussage klar: Künftig wird Genesis elektrisch auftreten.

Ganz anders Subaru, wo man dem Outdoor-Gedanken mit einer riesigen Naturlandschaft treu blieb: Doch statt dem Solterra spielte eher der Outback die Hauptrolle.  

 

 
Broncho und F-150 Lightning hießen bei Ford die Gegensätze. | Foto: Ch. Eckert
Broncho und F-150 Lightning hießen bei Ford die Gegensätze. | Foto: Ch. Eckert
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VW stellte neben dem ID.4 natürlich den ID.Buzz ins Rampenlicht und lässt damit ebenfalls alte Surferzeiten wieder aufleben, als der „Bulli T1“ gern zum Transport der Bretter und zum Übernachten genutzt wurde. Entsprechend viel erhofft sich VW an der Westküste vom ID. Buzz.

Aber auch Start-Ups waren am Start: So präsentierte Solo Electra einen kompakte elektrischen Einsitzer und Lordstown stellte seinen Pick-Up zwischen diejenigen der großen Drei, die sich diesmal dezent zurückmeldeten – mit vielem für Offroad, aber auch viel Elektrisierendem. Darunter auch Robotaxis: Lyft und Motional zeigten ihre Pläne mit Hyundai und Waymo mit einem Zeekr Fahrzeug.

Was bedeutet das?

Los Angeles hat im US-Messegeschehen an Bedeutung gewonnen, bleibt aber reine Automesse im sehr konservativen Outfit. Immerhin fuhren die US-Hersteller wieder mal groß auf – vor allem GM hat viele Modelle gezeigt, die ob ihrer Kompaktheit auch für den Wiedereintritt der Marke in Europa interessant sein könnten. China hielt sich in L.A. vornehm zurück.