IAA Mobility 2021: Der Stern steht plötzlich unter Strom

Johannes Reichel

Spät kommt er, doch er kommt: Der Stern unter Strom. Es ist, als gäbe es keine Verbrenner mehr, zumindest an diesem Abend in der Münchner Mercedes-Benz Niederlassung Arnulfstraße. Erst hieß es "Electric first". Jetzt hat Mercedes-Benz-Chef Ola Källenius die Devise "Electric only" zur Maxime des Handelns ausgerufen. Und setzt mit einem Stakkato an Stromern nach: Neben dem EQC, EQA, EQB und EQS rollt jetzt eine AMG-Variante des EQS Zusatz 53 4Matic mit rasantem Allrad-Antrieb ( 484 kW/950 Nm oder Dynamic Plus 560 kW/1.020 Nm) und ebenso rasantem 200 kW Schnelllader an, aber vor allem auch eine Flottenlimousive EQE, die mit 660 Kilometer Reichweite und üppiger Schnellladefähigkeit die Verbrenner-E-Klasse obsolet macht und ehrlich gesagt auch alt aussehen lässt. Einziges Manko: Die kleine Kofferraumklappe, die man sich eher beim EQE gewünscht hätte als beim EQS. Apropos große Klappe: Der EQT als elektrischer Nobel-Transporter kommt ja auch noch ziemlich bald, sprich irgendwann 2022 mit dem eCitan (alias Renault Kangoo Electric) - und stand ebenfalls zu Unrecht etwas verschämt in einer Ecke.

 
Signal-Wirkung: Wenn sogar die G-Klasse elektrisch kommt, scheint sich wirklich was zu drehen unterm Stern. | Foto: J. Reichel
Signal-Wirkung: Wenn sogar die G-Klasse elektrisch kommt, scheint sich wirklich was zu drehen unterm Stern. | Foto: J. Reichel
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Außerdem setzt man in der Luxus-Klasse nach und avisiert einen SUV unter Maybach-Flagge mit einem etwas verwirrenden Kürzel Mercedes-Maybach EQS auf der gleichen und modularen Elektroplattform, der noch vor dem Start des Maybach ein EQS SUV entspringen soll. Nobel oder luxuriös - beide Fahrzeuge sollen eine Reichweite von 600 Kilometern bieten. Auch hier könnten konventionelle Modelle schnell zu Ladenhütern werden. Nur gut, dass Daimler wie bei der S-Klasse und dem EQS auf dem gleichen Band fertigt und das ausleveln kann. 

Tja, und dann rollt auch noch der ehemalige Militärwagen G-Klasse in sein drittes Leben - als Stromer. Zumindest gab das Konzept schon mal einen sehr konkreten Ausblick auf das Strom-Trumm, das Ola Källenius schon bei einer Investorenkonferenz angekündigt hatte und das jetzt Formen und Fahrt aufnimmt. Wie gesagt, der Stern steht unter Strom.