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IAA 2018: Der Ford Transit PHEV in der Praxis

Gregor Soller

Auf dem Testgelände in Lommel präsentierte Ford erste Rückmeldungen aus dem Feldversuch mit dem Transit PHEV in London mit teils überraschenden Ergebnissen.

Der erste Feldversuch mit dem PHEV brachte Ford zahlreiche Erkenntnisse aus der Praxis. Man zielte in London vor allem auf größere Flotten, die in der Regel mehr als 10 Vans einsetzen und oft in die Innenstadt fahren, in der für Verbrenner jedes Mal 11 Pfund Citymaut fällig werden. Unter den Kunden waren neben British Gas auch die Polizei, DPD, Sky, der Heathrow Airport oder Speedy. Ziel war es, eine möglichst breite Kundenbasis abzudecken, die sowohl städtische Einrichtungen als auch Servicebetriebe sowie Lieferdienste beinhaltet.

So kamen seit Testbeginn 3,5 Terabyte Daten aus 53.000 ausgewerteten Kilometern zusammen, von denen 19.000 rein elektrisch gefahren wurden. Insgesamt wurden in 312 Ladevorgängen 1279 kWh Strom geladen. Aber laut Programmleiter Ian Porter ginge da noch viel mehr, denn der Teufel lag wie so oft im Detail: wenn man den Plug-In-Hybrid auf einen 1400-Kilometer-Schottland-Trip nimmt ist das nicht das Haupteinsatzgebiet. Oder wenn man bei einer langen Anfahrt gleich die ganze Batterieladung verpulvert, dass man dann in der Londoner Innenstadt mit Verbrenner fahren muss. Auch dass manche Nutzer das Auto praktisch nie an den Strom hängten, was den Emissionen nicht gerade zuträglich. Dank einer detaillierten Auswertung per Geofencing konnte man all das dezidiert ermitteln.

Entsprechend möchte Ford die Programme künftig noch optimieren. Denkbar wäre auch, den Auto-Modus, der selbst entscheidet, welche Antriebsquelle genutzt wird, ans Navi zu koppeln, um innerstädtisch immer emissionsfrei fahren zu können oder noch mehr Energie zu sparen. Denn aktuell schwankt die Nutzung der Stromer in der „Congestion Zone“ zwischen üppigen 98 und eher bescheidenen 61 Prozent.

Das Package passt soweit: Bis zu 50 Kilometer rein elektrische Reichweite genügen meist auch für London, insgesamt kommt man bis zu 500 Kilometer weit. Auch Nutzlast (eine Tonne) und Laderaumvolumen (unangetastet) stimmen. Und da die Einsätze in diesem Bereich schlechter zu planen sind als bei schwereren Vans oder Nutzfahrzeugen, bevorzugt Ford hier den Plug-In-Hybrid als Lösung. Komplett elektrisch fährt dann der größere Transit alias „Streetscooter“ – für den Ford „bei weitem nicht nur die Hülle“ liefert, wie zu erfahren war.

Was bedeutet das?

Der Transit Custom Plug-In-Hybrid wird kommen und seinen Weg machen. Interessantereise steckt hier der Teufel im Detail, wie der Praxistest ergab: Denn die Bequemlichkeit einiger Nutzer verhindert eine noch bessere Ausnutzung des Konzeptes.  

 

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