Ford Mustang Mach-e GT: Stärkstes Pferd im Stall

Robin Lang

Schon auf den ersten Blick schindet der in "Grabber Blue" lackierte Vollblüter großen Eindruck: mit dezenten optischen Anpassungen und fetten 20-Zöller-Eisen an den vier Läufen. Dann fallen einem die antriebstechnischen Neuerungen im wahrsten Sinne des Wortes in den Rücken. Denn mit dem Programm „Temperamentvoll Plus“ werden 860 Newtonmeter Drehmoment bei  487 PS Leistung freigesetzt. Genug, um bei Bedarf in 3,7 Sekunden Dampf auf 100 km/h zu zoomen. Dabei lässt Ford seinem  Stromer eine sehr lange Leine, was die Fahrfreude merklich erhöht – und den Grad an „Imperfektion“ erzeugt, der wilde Fords gern von aggressiven deutschen Premiums differenziert.

In Sachen Fahrbarkeit ist der aufgrund der sehr späten ESP-Eingriffe ist der Jockey fast auf sich alleine gestellt. Von unserem Test GT konnten wir den besagten Rennstrecken-Modus nicht komplett abrufen. Da der Mustang noch einmal ein kurzen Boost an Leistung frei gibt, lässt der Mach-E nur unter bestimmten Bedingungen für eine gewisse Zeit den Modus zu. Aber auch so galoppiert das SUV Coupé immer freudig auf. Die jetzt breiteren Reifen eliminieren auf trockener Fahrbahn im Zusammenspiel mit „torque vectoring“ jede Art von Untersteuern. Nicht ganz Unschuldig an der schönen Art des in die Kurve-Eindrehens ist das grundsätzlich eher straffe, aber dennoch variable „MagneRide“ Fahrwerk des GTs. Insgesamt geht hier im Vergleich zum Standard- Mach-E aber etwas Komfort verloren. In letzter Instanz lässt uns die feedbackreiche, direkte Lenkung des neuen Fords vergessen, dass es sich hier um einen Elektriker handelt. Im „Zahm“-Modus ändert sich die Fahrpedal- und die Dämpferkennlinie und das Sports Utility Vehicle wird zum Langstrecken Cruiser. Auch der Verbrauch wird mit 22 bis 23 kWh/100 km statt 31 kWh/100 km bei sportlicher Fahrweise alltagstauglicher. Gutes Stichwort: Denn die bietet auch der Mach-GT dank auswaschbarem Frunk und gutem Platzangebot im Fond samt ordentlichem variablen Kofferraum reichlich.

Was bedeutet das?

Insgesamt hat Ford es geschafft, gegenüber dem AWD Mach-E nochmal eine schöne Schippe Performance und Fahrspaß drauf zu packen und somit ein wirklich wettbewerbsfähiges und vor allem charakterstarkes Auto zu bauen. Mit 72.900 Euro Grundpreis (das sind gut 61.260 Euro netto) galoppiert der Ford Mustang Mach-E GT gegen Teslas Model Y Performance und den Kia EV6 GT. Ausgeliefert werden soll das Sport-Pferd ab Anfang 2022.

 

 
Zügige Landstraßen sind das bevorzugte Revier des GT. | Foto: Ford/Stuart Rice
Zügige Landstraßen sind das bevorzugte Revier des GT. | Foto: Ford/Stuart Rice
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