Fiat Tipo: Facelift und neue Cross-Version ab 2021

Gregor Soller

Der Tipo erhält nach gut vier Jahren ein Facelift und eine Cross-Version – bleibt aber die preisgünstige Alternative ohne elektrifizierte Antriebe im Kompaktsegment.

Fiat liftet den Tipo und strukturiert das Programm neu: Der "Life" ist dabei der „normale“ Tipo in drei Ausstattungen, als Tipo, Life und City Life. Es bleibt bei den drei Karosserievarianten (4-türig, 5-türig und Kombi). Neu ist darüber hinaus der ausschließlich fünftürige "Cross" in zwei Ausstattungsvarianten - City Cross und Cross. Auffällig ist dabei die Frontpartie mit neuem Kühlergrill samt neuem Fiat-Markenlogo, das optisch dem „New 500“ folgt.

Die Scheinwerfer wurden schicker und komplett neu gestaltet, jetzt mit Voll-LED-Leuchten vorne und hinten: Das erhöht die aktive und passive Sicherheit und sieht besser aus. Innen ersetzt ein voll konfigurierbares 7-Zoll-Digital-Cockpit die bisherige analoge Instrumententafel. Der Cluster wird mit dem neuen UConnect 5 mit 10,25-Zoll-Touchscreen geliefert. Auch hier kann man die Funktionen von Apple CarPlay oder Android Auto kabellos auf den Touchscreen legen und in bis zu 5 Konfigurationen speichern. Mit dem neuen Infotainment-System des New Tipo kann man hier zwei Telefone gleichzeitig über Bluetooth verbinden.

Auch bei den Assistenzsystemen wurde nachgelegt: Unter anderem sind Verkehrszeichenerkennung, Intelligenter Geschwindigkeitsassistent, adaptives Fernlicht, Spurhalteassistent und ein Totwinkelwarner an Bord. Dazu kommen Einparksensoren vorne, Keyless Entry/Go und die Möglichkeit zum kabellosen Aufladen des Mobiltelefons. Das unterstützt ein 15-kW-Schnellladegerät mit der dreifachen Leistung der meistverkauften Smartphones.

Die neue Version Tipo Cross wurde um fast vier Zentimeter angehoben, was auch Änderungen an Fahrwerk und Reifen nach sich zog. Das neue Setup bietet auch eine höhere Fahrposition. Optisch unterstützen den Tipo Cross die betonten Radhäuser auf. Dazu gehört natürlich ein Unterfahrschutz und eine Art Rammschutz am vorderen Stoßfänger samt einer Dachreling.

Neuer Dreizylinder-Benziner mit 100 PS, Diesel mit Euro-6d

Auch die Motorenpalette wurde erneuert, allerdings bleibt es ganz konventionell bei einem Benzin- und zwei Dieselmotoren: Ersterer ist jetzt auch der bei Panda und 500 eingeführte neu entwickelte 1,0-Liter-Dreizylinder. Der intern 1.0GSE T3 genannte Dreizylinder bietet 100 PS und 190 Nm Drehmoment bei 1.500 Umdrehungen pro Minute. Die CO2-Emissionen betragen jetzt 121 g/km. Ein langer großer Gang reduziert die Drehzahlen: Bei 130 km/h sollen maximal 3200 U/min anliegen. Die 1,6-Liter-Multijet-Diesel schaffen jetzt Euro 6d und leisten 95 und 130 PS und bieten CO2-Werte ab 110 g/km. Mit dem 130 PS starken 1.6 Multijet Kombi zielt Fiat stark auf Flotten.

Covid-19 geschuldet sein dürfte das Paket "D-Fence by Mopar“, was aktuell als Sanitizair-Paket läuft: . Es besteht aus einem Filter, der das Eindringen von Verunreinigungen von außen ins Auto verhindert, Partikel und praktisch 100 Prozent der Allergene blockiert und die Bildung von Schimmel und Bakterien um 98 Prozent reduziert. Dazu kommt ein Luftreiniger für den Fahrgastraum, der Mikropartikel wie Pollen oder Bakterien herausfiltert; und zu guter Letzt eine UV-Lampe zur Reinigung aller Kontaktflächen: Lenkrad, Schaltknüppel und Sitze. Zum Marktstart und den Preisen des überarbeiteten Tipo äußert sich Fiat noch nicht. Aktuell beginnen die Preise für den Fünftürer bei knapp über 16.000 Euro brutto, oder 119 Euro brutto Leasingrate.

Was bedeutet das?

Fiat lässt den Tipo als günstige Kompakt-Alternative im Programm und liftet ihn zur Modellhalbzeit. Dabei fallen vor allem der neue Dreizylinder-Benziner und das neue U-Connect-System auf. So hält der in der Türkei montierte Tipo den Anschluss an die Kompaktklasse, setzt aber selbst keine Maßstäbe. Elektrifizierung? Nicht mal Mildhybrid. Der Nachfolger könnte im Anschluss auf die neue PSA-Plattform umziehen, die auch den neuen Peugeot 308 oder Opel Astra tragen wird.