Faraday Future FF81: Günstigerer FF91-Bruder ab 2024

Gregor Soller

Das Start-Up hat noch nicht einmal mit der Produktion des FF91 begonnen, kündigt aber bereits den FF81 an, der in Korea gebaut werden soll. Auch Faraday Future gehört zu den Start-Ups, die mehrmals totgesagt wurden und dann doch immer wieder weitermachen und ein neues „Kaninchen“ aus dem Hut zaubern, wenn das Interesse völlig abzuebben droht. So liegt das Unternehmen mit der Produktion des Mit dem Elektro-Crossover FF91 weit hinter den ursprünglichen Plänen zurück: Starten wollte man eigentlich 2019, einst in einer neuen Fabrik nördlich von Las Vegas. Da der Neubau zu teuer wurde, entschloss man sich, eine Ex-Pirelli-Fabrik im kalifornischen Hanford als Produktionsstandort zu nutzen.

Für den FF91 hat Faraday Future mehr als 14.000 Vorbestellungen angegeben, doch laut der Plattform Ecoreporter sollen es nur wenige hundert gewesen sein, die tatsächlich anbezahlt und damit verbindlich waren. Entsprechend seien die Angaben zu den Reservierungen „möglicherweise irreführend“ gewesen, erklärte Faraday Future jetzt in einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC. De facto seien nur „einige hundert dieser Reservierungen angezahlt“ gewesen - die übrigen Vorbestellungen seien lediglich „nicht angezahlte Interessensbekundungen“ gewesen. Abermals ein Rückschlag für das Unternehmen, das den FF91 im dritten Quartal 2022 endlich in Serie gehen lassen wollte. Deshalb musste der Aufsichtsratsvorsitzende Brian Krolicki seinen Hut nehmen. Die Gehälter von CEO Carsten Breitfield und Firmenmitgründer Jia Yueting wurden um 25 Prozent gekürzt. Die nur an der US-Börse Nasdaq gehandelte Aktie von Faraday Future hat stark an Wert verloren: Erst im Juli 2021 hat es das Start-up an die US-Technologiebörse geschafft und konnte so rund eine Milliarde Dollar frisches Kapital einsammeln. Genug, um den FF91 endlich in Produktion zu bringen.

Für Jahr 2024 stellte man außerdem ein erschwinglicheres Elektroauto für den Massenmarkt in Aussicht, das FF81 heißen könnte. Produziert werden soll dieses Modell beim südkoreanischen Auftragsfertiger Myoung Shin. Genauere Angaben zum FF81 machte Faraday allerdings nicht.

 
Der FF91 soll in Hanford gebaut werden. | Foto: Faraday Future
Der FF91 soll in Hanford gebaut werden. | Foto: Faraday Future
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Was bedeutet das?

Mittlerweile ging vielen Start-Ups das Geld aus. Andere dagegen nutzten die Zeit – wie auch die Großserienhersteller, sodass der einst viel versprechende Markt der innovativen Luxusstromer auch schon wieder mit Angeboten geflutet wird. Neben Tesla haben hier auch Lucid Motors und Mercedes-Benz mit dem EQS interessante Alternativen im Programm, sodass sich Faraday Future beeilen muss mit dem Serienstart. Außerdem sollte man verdammt vorsichtig sein mit Ankündigungen, denn Faraday Future hat sich zwar immer wieder aufgerappelt, aber schon (zu) viele Aussagen korrigieren müssen, was dem Vetrauen in das Unternehmen nicht gerade zuträglich war. Zumal auch für den FF91 noch keine konkrete internationale Vertriebsstrategie ausgerollt wurde, die auch Asien und Europa umfassen sollte.