Fahrbericht Kia EV6: "Runaway Rot" - rennt er der Konkurrenz davon?

Gregor Soller

Unsere ersten Fahreindrücke ergeben: Mit dem EV6 schlägt Kia ein ganz neues Kapitel auf. Und positioniert ihn trotz gleicher 800-Volt-E-GMP-Plattform weit weg vom Hyundai Ioniq 5, tritt deutlich sportiver eher gegen BMW und Tesla an, die er preislich aber deutlich unterbietet!

Ganz kurz zusammengefasst: Er bietet jede Menge Platz, kann dank 800-Volt-Technik im Idealfall mit bis zu 250 kW Laden und bietet ein für die Größen- und Gewichtsklasse knackiges Fahrverhalten. Allerdings ist er nicht so sparsam wie Teslas Model Y oder sein kleiner älterer Bruder e-Niro – unter 20 kWh/100 km geht wenig, dafür geht es flott voran und bei Bedarf in 18 Minuten von zehn auf achtzig Prozent Akkustand. 

 
Optisch unterscheidet sich der EV6 massiv vom Ioniq5. | Foto: Kia/F.Roschki
Optisch unterscheidet sich der EV6 massiv vom Ioniq5. | Foto: Kia/F.Roschki
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Außerdem kann auch er optional Energie abgeben, bietet vorn Liegesitze und eine verstellbare Rücksitzlehne. Dafür ist die Mittelkonsole zwischen den Sitzen vorn fix und die ganze Armaturenlandschaft eher fahrerorientiert. Die Auslieferungen mit 77,4-kWh-Batterie und 325-PS-Allrad starten am 23. Oktober 2021 ab gut 44.400 Euro netto. Der Hecktriebler beginnt bei gut 37.806 Euro netto. Damit liegt er rund 2.700 Euro über dem günstigsten Ioniq 5, während das Tesla Model Y – allerdings als Allrad – erst bei 47.990 Euro netto startet. Der günstigste BMW i4 kostet netto nochmal 1000 Euro mehr.

Ein gutes Angebot ist Kia Charge: Hier lädt man AC für 0,29 Euro und DC für 0,49 Euro – die monatliche Grundgebühr von 4,99 Euro entfällt im ersten Jahr. Allerdings darf man nur 120 Minuten AC respektive 90 Minuten DC laden. Noch interessanter ist das Angebot mit Ionity, wo im ersten Jahr der monatlichen Power-Tarif von 13 Euro entfällt – dafür lädt man DC für extrem günstige 0,29 Euro!

Was bedeutet das?

Mit dem EV6 auf E-GMP-Basis schlägt Kia ein neues Kapitel auf. Er wurde dynamischer als der Ioniq 5 positioniert und tritt deutlich sportiver abgestimmt eher gegen BMW und Tesla an, die er preislich unterbietet. Nicht nur für sie ist er ein scharfer Gegner.