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E-Bike-Days München 2022: Alle Räder unter Strom

Johannes Reichel

E-Bikes boomen nachhaltig - und könnten ein effizientes und breitenwirksames Instrument der Verkehrswende sein. Auch, wenn bei den E-Bike-Days im Münchner Olympiapark der Spaß und das Testival im Vordergrund stehen, transportieren die elektrifizierten Räder doch eine politische Botschaft: Als ultimativer und erschwinglicher Autoersatz, sei es für Pendler oder als Kids-Shuttle im E-Lastenrad. Das Potenzial ist schier unerschöpflich - und längst nicht ausgereizt. Und mittlerweile wird auch jeder Biker nach seinem Gusto fündig: Vom Renn-Pedelec über Gravel-Stromer, Mountain-Bikes oder Commuter-Räder bis hin zu echten Transportern mit hoher Nutzlast und Platz für Fracht und Passagiere.

 
Lastesel-Drahtesel: Das Scout von Benno befördert bis zu 200 Kilo Gesamtgewicht, ist mit Taschen, Sitzen oder Bänken ausstaffierbar. | Foto: J. Reichel
Lastesel-Drahtesel: Das Scout von Benno befördert bis zu 200 Kilo Gesamtgewicht, ist mit Taschen, Sitzen oder Bänken ausstaffierbar. | Foto: J. Reichel
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Stellvertretend für den Anspruch der boomenden Branche sei die Berliner Marke Benno erwähnt, die der Gründer Benno Baenziger seit 2015 aufbaute und die zentral am Olympiasee ihren Stand aufgebaut hat. Nicht den Verzicht predigt man hier - schon gar nicht die These, die Leute sollten auf's Auto verzichten. Es ist eher der Ansatz: Probier's doch einfach mal aus. Und der Rest wird folgen, wie uns ein Mitarbeiter erklärt. Nämlich: Dass die Lasten-Pedelecs sehr viel Spaß machen zu fahren. Dass man ohne Anstrengungen alle Einkäufe und Besordungen per Rad erledigen kann, die Kinder vom Kindergarten abholt oder ins Büro pendelt. Die Benno-Räder wollen die ultimative "Allzweckwaffe" sein. Wie meinte der Mitarbeiter: Bei einem Auto fragt man ja auch nicht, ob ein Kofferraum dabei ist und man Sachen mitnehmen kann. Bei bis zu 200 Kilo Tragfähigkeit der Räder bleibt auch fast kein Auftrag unerfüllt. Gründer Benno Baenziger erklärt auf der Homepage:

"Ich habe Benno Bikes 2015 mit dem Ziel gegründet, das Fahrraddesign noch einmal neu zu erfinden. Nicht nur, um mehr Menschen zum Radfahren zu inspirieren, sondern um sie zu befähigen, mehr zu fahren. Sich einen Helm zu schnappen und die Autoschlüssel liegen zu lassen. Als Designer bin ich von dem Potenzial der Elektrifizierung begeistert. Die elektrische Unterstützung macht Hügel flacher, verkürzt Entfernungen, dämpft Gegenwind und verringert das Gewicht der Ladung, so dass nur noch die Freude am Fahren auf zwei Rädern bleibt, ohne dass man sich darüber ärgern muss. Ich glaube, dass die meisten Fahrradhersteller noch nicht wirklich verstanden haben, welchen Einfluss die Technologie der elektrischen Unterstützung auf unsere tägliche Verkehrsmittelwahl hat", erklärt der einstige Skate- und Snoboard-Pionier.

Dem ist fast nichts hinzuzufügen. Außer dass es, wie die E-Bike-Days in München zeigen, eben doch mittlerweile etliche etablierte Marken wie die in München präsenten Canyon, Spezialized, Trek, Winora, Cannondale oder Cube gibt, die die Chancen der Elektrifizierung erkannt haben. Aber eben auch brandneue Marken wie Geos, Qio das Porsche-Fazua-Storck-Joint-Venture Cyclaer, die die Elektrifizierung gleich mit der Digitalisierung koppeln und raffinierte Konnektivität am Bike schaffen, sei es per Kamera, GPS-Tracking oder elektronischem Diebstahlsschutz. Und wenn selbst eine legendäre Verbrenner-Marke wie Ducati auf den E-Zug aufspringt, dann muss da was dran sein, am Glück, das nur zwei Räder braucht (und einen eingebauten Rückenwind). 

 

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