Der neue Opel Astra: Kantiger Charakterkopf

Gregor Soller

Eigentlich ist er erst die sechste Astra-Generation, hört intern aber auf den zwölften Buchstaben des Alphabets, das „L“. Denn bei den Kompakten zählt Opel seit dem Kadett „A“ von 1961 durch. Die Produktion, beim Kadett einst im eigens dafür errichteten und mittlerweile geschlossenen Werk Bochum gestartet und zuletzt ins Vauxhall-Werk nach Ellsmere Port nach UK und nach Gliwice in Polen verlagert, kommt zurück ins Stammwerk Rüsselsheim, wo auch der nahe Verwandte DS 4 gebaut wird, dessen Serienfertigung bereits anlief.

Mit dem Vizor vorn und der Sicke auf der Motorhaube zitiert der Astra Manta A und die großen KAD-Modelle und damit überhaupt die Heydays der Marke in den späten 1960er und frühen 1970er Jahren. Und das tut ihm gut, denn der Astra „L“ hat optisch massiv an Eigenständigkeit gewonnen. Er steht auf der bekannten EMP2 Plattform, bleibt mit 4,37 Meter gleich lang wie der Vorgänger, weitet sich aber auf 1,86 Meter Breite und auch der Radstand legt ein paar Zentimeter zu, um mehr Platz im Fond zu schaffen. Innen wird der Astra ebenfalls kantiger und digitaler. Und hat bei den Sicherheitsassistentenmassiv nachgelegt.

Motorisch bilden die 1,2 Liter-Dreizylinder mit 110 und 130 PS und der .1,5-Liter-Diesel mit 102 PS die Basis. Die Plug-in-Versionen bieten die bekannten 225 System-PS – als Fronttriebler. Dazu dürfte ein Allrad-OPC-Version kommen, die 300 PS leistet. Auch die kennt man von den Konzernmodellen. Gekoppelt sind die Aggregate mit Sechsgang-Schaltboxen oder Aisin-Achtgangautomaten. Im Gegensatz zur französischen Verwandtschaft soll der Astra mit Verbundlenker-Hinterachse, aber ohne Adaptivdämpfer fahraktiver abgestimmt sein. Die Produktion soll im Herbst starten, die Auslieferung dann ab 2022 beginnen.

Was bedeutet das?

Optisch mutiert der Astra zum kantigen Charakterkopf, antriebsseitig bleibt er vorsichtig. Ein reiner Stromer wäre nett, ist aber vorerst (leider) nicht verfügbar.