Citroën Ami: Der kleine Disruptor - solche Autos braucht die Stadt

Johannes Reichel

Form follows function, das sei eigentlich kein Design-Konzept, das bei Automobilen sinnvoll angewandt werden könne, meint Designer Pierre Leclercq bei der Premiere des Citroen Ami in der La Defense Arena in Paris. Doch hier habe man mal eine Ausnahme gemacht. Das Ergebnis des einjährigen Entwicklungs-Ritts vom Konzept zur Serie: Ein radikal simplifiziertes Vorwärts-wie-Rückwärts-Design. Das hilft die Kosten zu senken auf die 6.000 Euro, die der Elektro-Zwerg in Frankreich kosten soll. Auch die Monatsrate im Leasing von 19,99 Euro wäre disruptiv: So viel kostet auch ein Sky-Fußball-Abo.

"Mobilität für alle", das sei die Leitidee der Marke schon 1919 gewesen - und dieses Thema habe man über die Jahrzehnte mit Fahrzeugen wie dem Mehari, dem Typ H Transporter, dem 2CV, später dem Berlingo oder dem Xara Picasso immer wieder gespielt, leitet Arnaud Belloni her. Die Zeit sei reif für eine Neuinterpretation, zumal Mitte des Jahrhunderts zwei Drittel der Menschen in Städten leben würden, zu viel, um die Gewohnheiten wie sie sind, aufrechtzuerhalten. "Changing the habits", die Gewohnheit durchbrechen, das hat sich Citroen mit dem Ami auf die Fahnen geschrieben. Und die Elektrifizierung sieht ganz im Einklang mit einem weiteren Kernwert der Marke: Dem Komfort. Fast unhörbar surrt da gerade ein Ami vorbei. Und kann man ihn auch nicht hören - er bewegt sich doch! So klein und doch schon Revolutionär! Impressionen vom ersten Probesitzen im derzeit wohl cleversten City-Mobil der Welt.