Alfa Romeo Tonale: Erster mit Stecker

Gregor Soller

Der Tonale soll Alfas Stückzahlen wieder massiv nach oben bringen: Das Kompakt-SUV punktet mit eleganter Optik, Digitalisierung und kommt auch als Plug-in-Hybrid.

 

Alfa-Boss Jean-Phillipe Imparato ließ Nacharbeiten: Doch das hat sich gelohnt. Eigentlich hätte der Tonale schon 2021 auf den Markt kommen sollen, doch er erfüllte nicht die Werte, die Imparato sich vorstellte. Das „Problem“: Der Tonale steht auf der Ex-FCA-Plattform "Small Wide" auf der auch der Fiat 500 X und der Jeep Compass/Renegade aufbauen. Deshalb wollte Imparato kräftigere Antriebe und einen großen Nachschlag bei der Digitalisierung.

Die Motoren: Plug-in, 48-Volt-Mildhybride und ein letzter Diesel

Motorisch sind bis auf den 1,6-Liter-JTD mit 130 PS alle Versionen zumindest mild hybridisiert. Zum Marktstart stehen zwei 48-Volt-Mildhybride mit 130 und 160 PS bereit. Topmodell wird der etwas später folgende Plug-in-Hybrid mit 275 PS, dazu den 1,3-Liter-Benziner mit einer 90 kW starken E-Maschine an der Hinterachse zusammenspannt. Im Stadtverkehr sollen dank 15,5-kWh-Akku bis zu 80 rein elektrische Kilometer drin sein, kombiniert immerhin noch 60 Kilometer. Für eine komplette Aufladung per 7,4-kW-Ladegerät sollen zweieinhalb Stunden genügen. Der Diesel portioniert seine Power über einen Sechsgang-Doppelkuppler, die mild elektrifizierten Modelle arbeiten mit einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe und der Plug-in-Hybrid kommt mit einer sechsstufigen Wandlerautomatik. Nur er hat Allrad, sonst sind alle Tonale Fronttriebler. Mit 4,53 Meter Länge und 1,60 Meter Höhe fährt der Tonale ins Zentrum der „Kompakt-SUV“. Trotzdem bleibt auch im Fond genug Platz, zumal er mit 2,63 Metern Radstand punktet. Der Kofferraum geht mit glatt 500 Litern in Ordnung.

Eine neue Welt will Alfa Romeo in der Digitalisierung beschreiten –dabei hilft der Sprachassistent Amazon Alexa samt umfangreicher Connectivity-Funktionen. Dank 4G-Netz soll das Infotainment auf Android-Basis die Verkehrsdaten in Echtzeit empfangen und sich "over the air" updaten lassen. Dazu kommt ein 10,25-Zoll-Zentralscreen, in den auch Alfa (leider) viele Funktionen verlegt hat. Praktisch ist auf jeden Fall das optionale 360-Grad-Kamerasystem, Parken kann der Tonale auch automatisch.

Eine kleine Weltneuheit: Das digitale Blockchain-basierte Service-Scheckheft

Digital wird auch das Scheckheft und die Fahrzeughistorie: Willigen die Besitzer ein, wird die komplette Fahrzeughistorie als NFT (Non-Fungible Token) via Blockchain digital und fälschungssicher hinterlegt. Die Dokumentation kann dann als digitales Zertifikat abgerufen werden, wovon sich Alfa Romeo auch bessere Wiederverkaufswerte verspricht. Und über den "Secure Delivery Service" kann man Kurierdiensten elektronisch die Erlaubnis zum Öffnen und Ablegen einer Lieferung erteilen und das nicht nur im Kofferraum, sondern überall im Fahrzeug. Bestellbar soll er noch im ersten Quartal sein, geliefert wird ab Juni 2022. Die Preise dürften bei rund 30.000 Euro starten, während der Plug-in eher Richtung 50.000 Euro tendieren dürfte.

 
Die drei Leuchten an der Front hat Alfa als starkes Designmerkmal zurückgebracht. | Foto: Alfa Romeo
Die drei Leuchten an der Front hat Alfa als starkes Designmerkmal zurückgebracht. | Foto: Alfa Romeo
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Was bedeutet das?

Das Warten hat sich gelohnt! Alfa hat aus der Basis das Maximum herausgeholt, wenngleich ein rein elektrisches Modell noch netter gewesen wäre. Das wird dem kompakteren dritten SUV, dem Brennero vorbehalten bleiben.