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41. KS-Umweltpreis: Runter mit Emission - her mit Innovation!

Johannes Reichel

Ziel und Zweck des zum 41. Mal vergebenen KS-Umwelt- und Energiepreises des drittgrößten deutschen Automobilclubs ist es laut KS-Präsident Ole Eilers, Lösungen gegen die Klimakrise und zum CO2-Einsparen auszuzeichnen und damit Wege aufzuzeigen, wie sich eine nachhaltigere Mobilität gestalten lässt. Die Preisträger Boschs Automated Valet Parking sowie Knorr-Bremses Active Caliper Release würden genau das erfüllen, so der Clubchef bei der Preisverleihung in der Alten Kongresshalle auf der Münchner Theresienhöhe. Und eben damit tue sich der Verkehrssektor so verdammt schwer, konstatierte daran anknüpfend die Festrednerin Dr. Julia Kinigadner, Expertin für nachhaltige urbane Mobilität am Lehrstuhl für Siedlungsstruktur und Verkehrsplanung der Technischen Universität München.

Effizientere Antriebe, aber steigendes Verkehrsaufkommen

Trotz relativ immer effizienterer Antriebstechnik seien die Emissionen absolut immer weiter gestiegen, weil das Verkehrsaufkommen zulegte. Auch die Elektromobilität sei keine goldene Lösung, denn auch hier fielen Emissionen an. Ohne die Energiewende sei der Wandel zur Elektrifizierung nur die halbe Miete. Zudem hinterlasse der Autoverkehr auch elektrisch gewaltige externe Kosten, die die TU-Verkehrs- und Siedlungsplanerin mit ihrem Team für die Stadt München jüngst auf zwei Milliarden Euro jährlich hochrechnete: Emissionen an CO2 und Abgas, Lärm, Platzbedarf, Unfälle, Stau - die Bilanz des motorisierten Individualverkehrs nach dem Paradigma der "autogerechten Stadt" bringe massive Folgeschäden mit sich, die zu selten berücksichtigt würden.

 
Die Jury nahm die Festrednerin Julia Kinigadner in die Mitte. | Foto: J. Reichel
Die Jury nahm die Festrednerin Julia Kinigadner in die Mitte. | Foto: J. Reichel
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Die Wende beginnt im Kopf

Für eine echte Mobilitätswende seien eben nicht nur technische, aber vor allem auch soziale Innovationen nötig. Die würden im Kopf beginnen und einen Verhaltenswandel voraussetzen. Nicht mehr "schneller und billiger" dürfe die Maßgabe sein, sondern nachhaltiger. Neben die "Flüssigkeit" und "Sicherheit" des Verkehrs müssten im Straßenverkehrsrecht der Umwelt- und Klimaschutz sowie die Gesundheit gleichrangig treten, plädierte die Wissenschaftlerin in Anspielung auf die geplante Reform.

Dieser gesetzliche Rahmen sei genauso wichtig, wie die Debatte zu "entemotionalisieren" und sachlich zu betrachten. Die Leute sollten weniger darauf schauen, was sie vielleicht verlören, sondern, was sie im Zuge der Mobililtätswende gewinnen könnten, an Raum in den Städten, an Aufenthaltsqualität, an Zeit. Sie forderte einen Dreiklang aus Verkehrsangebot, Siedlungsstruktur und Nachfragemanagement statt kleinteiliger und isolierter Einzelmaßnahmen.

Emissionen sinken viel zu langsam

Dass der Wandel zu langsam vonstatten geht, monierte auch der seit 25 Jahren amtierende Jury-Sprecher Prof. Dr.-Ing. Dieter Anselm, Sprecher der Expertenjury. Die Zahl der Elektroautos steige zu langsam, während der CO2-Ausstoß der Verbrennerfahrzeuge zu langsam sinke. Die Zeit dränge, die Klimakrise warte nicht. Das Gros der Einsendungen habe denn auch den Fokus auf Elektromobilität gelegt. Doch man sehe diese fast schon als "Standard" an. Es brauche weitere Innovationen auf anderen Sektoren. Und hier legten Bosch mit dem Automatisierten Parken, das Sprit und Raum spart sowie Knorr-Bremse mit dem „Restschleifmomentreduzierungssystem“, das Sprit und zudem Feinstaub einspart, innovative Ansätze über den Antrieb hinaus vor. Und für die Jury in jedem Fall einen Umwelt-Preis wert!

 

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