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Flottenmanagement: Vive la France!

PSA meldet sich zurück: Binnen kurzer Zeit kehrte das französische Dreigestirn der Marken Citroën, DS und Peugeot zurück in die Gewinnzone und schaffte den Turnaround für die noch junge Tochter Opel/Vauxhall binnen eines Jahres.

Bilder: DS; Free2Move; Peugeot
Bilder: DS; Free2Move; Peugeot
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Gregor Soller
Zukunft und Flottenlösungen von psa

SA zielt mit den Flottenlösungen Free2Move und der Edelmarke auf den deutschen Markt. Und will genau dorthin, wo hohe Stückzahlen und Umsätze zu machen sind: im Flottengeschäft mit Premiumautomobilen. Personell wird nach Jahren des Gesundschrumpfens wieder aufgestockt und die Stimmung im Konzern stimmt. Wir haben das neueste Flottentool Free2Move Connect Fleet in der Praxis getestet und bei Peugeot und DS mit den Markenverantwortlichen gesprochen, die sehr konkrete Vorstellungen für die Zukunft haben.

Das war nicht immer so. Rückblende ins Jahr 2012 – eines der turbulentesten der PSA-Geschichte: Man startete eine Kooperation mit General Motors und befand sich im Sinkflug. Am 24.10.2012 musste der französische Staat Anleihen der PSA-Bank in Höhe von sieben Milliarden Euro garantieren, um einen Konkurs zu vermeiden. 2014 stieg dann Dongfeng mit frischem Kapital ein. Schon 2015 fuhr PSA wieder in die Gewinnzone.

Hinter den Kulissen gab es harte Einschnitte, in deren Zuge das komplette künftige Portfolio zusammen mit Dongfeng auf zwei Hauptplattformen EMP1 und EMP2 gestellt wurde. Erstere für Kompaktwagen, letztere für die größeren Modelle. In dem Zuge stellte man sich auch antriebsseitig neu auf. Das Motorenprogramm wurde ebenfalls komprimiert und die Elektrifizierung vorangetrieben. Die Rosskur zeigte Wirkung: Am 6.3.2017 übernahm PSA Opel/Vauxhall, nachdem man mit GM bereits die Basis für Crossland X und Grandland X schuf. Und binnen Jahresfrist drehten die Franzosen 2018 auch das Opel-Ergebnis von Rot auf Schwarz. Wobei die US-Konzerne dafür bekannt sind, europäische Töchter gern in roten Zahlen zu lassen – was vor allem steuerliche Gründe hat.

Jetzt müssen die vier PSA-Marken stärker differenziert werden: Nachdem auch für Citroën keine Unsummen mehr bereitstehen, um technische Eigenheiten wie das Hydractive-Fahrwerk zu pflegen, teilte man die Marke in Citroën und DS, die mit optischer Eigenständigkeit Opel und Peugeot „umfassen“ – Citroën eher am unteren, DS am oberen Ende des Preissegments. Beide Marken zeigen wieder einen sehr französischen Charakter, was durch bunte und/oder extravagante Materialmischungen im Interieur unterstrichen wird. Peugeot wurde mit deutlich aggressiverer Optik und dem sogenannten i-Cockpit ebenfalls deutlich eigenständiger und sportlicher positioniert, während man bei Opel auf jeden Fall die deutsche Ingenieurskunst behalten und betonen möchte und die Marke weiter als unmittelbaren Volkswagen-Gegner sieht.

Auch die „Dieselmarke“ PSA setzt stärker auf Strom
Entsprechend möchte Gilles Le Borgne, Executive Vice President und zuständig für Qualität und Entwicklung bei PSA, schon bald die nächste Entwicklungsstufe ausrollen. Opel Astra, Insignia, Mokka X oder Zafira werden noch bis zum Ende der geplanten Laufzeit auf der GM-Plattform stehen. Der nächste Corsa nutzt ab 2019 die EMP1-Plattform, gemeinsam mit den neuen Peugeot 208 und DS3.

Dabei wird Frankreich laut Le Borgne den Lead bei Package und Prozessen haben, dafür aber Kernkompetenzen an Opel abgeben. Den Flottenverbrauch senken möchte man mit der Elektrifizierung und Mild-Hybridisierung. Keine Zukunft hat laut Le Borgne der riemengetriebene Starter-Generator, der vor einigen Jahren bei Diesel-Hybriden eingesetzt wurde: Die Technik sei ineffizient und überholt. Stattdessen setzt PSA auf eine E-Maschine, die direkt im Doppelkupplungsgetriebe verbaut ist. Dazu kommen Plug-in-Hybride mit Ottomotoren, die Systemleistungen weit über 300 PS bieten können. Sechszylinder? Non. Der Diesel ist auf dem Rückzug: Laut Le Borgne dürfte er schon 2019 weniger als die Hälfte des Programmes befeuern, dafür dürfte der Anteil elektrifizierter Modelle stark steigen. Dass Diesel sauber sein können, bewies man mit dem DS 7 Crossback. Der war vom Magazin „Auto Motor und Sport“ der sauberste, je gemessene Diesel. Er stieß nur 18 Milligramm NOx pro Kilometer aus: „Der Diesel hat den technischen Wettbewerb gewonnen, aber den politischen könnte er noch verlieren“, überlegt Le Borgne.

DS gelang mit dem DS 7 Crossback ein erster Achtungserfolg: Optisch gelungen doch näher am Mainstream als der DS 5, trotzdem wird er mit speziellen Details zunehmend als hochwertige SUV-Alternative wahrgenommen. Als Premiumalternative für Frankophile sozusagen, die seit dem Ableben des Citroën C6 und DS 5 nicht mehr viel zur Wahl hatten. Außerdem engagiert sich DS als Konstrukteur in der rein elektrischen Motorsportserie FIA Formel E, was auch künftigen Serienmodellen zugutekommen soll.

Markenübergreifend sollen bis 2025 alle Modelle der Groupe PSA auch als elektrifizierte Versionen verfügbar sein. Aber auch bei den Serienmodellen respektive Flottenprogrammen wird nachgelegt: Nach der Übernahme des Berliner Start-ups Free2Move wird die einst als Carsharing gestartete Marke sukzessive erweitert und bildet den PSA-Brückenkopf in die USA. Mit Free2Move können die Nutzer die verfügbaren Fahrzeuge sämtlicher Carsharing-Anbieter in der Nähe finden und vergleichen. So kann man das Optimum für sich wählen und direkt in der Free2Move-App buchen. Allein in Deutschland gibt es rund 150 Carsharing-Anbieter mit 1,7 Millionen registrierten Usern, Tendenz steigend. Doch PSA kennt die Praxis: Es passiert immer wieder, dass die Nutzer kein passendes Fahrzeug in der Nähe finden. Morgens suchen die Berufspendler ein Auto, das sie aus den Außenbezirken in die City zum Arbeiten bringt, abends finden sich in vielen Wohnvierteln keine E-Scooter mehr, weil viele damit in die Stadt gefahren sind. Und wenn es regnet, findet man manchmal leichter ein Taxi in New York als ein Carsharing-Fahrzeug. Darum erweitert Free2Move sein Angebot ständig. Aktuell bündelt man in über 20 Städten und Ballungsräumen in sieben Ländern die Angebote der wichtigsten Carsharing-Anbieter. Auch Uber-Ridesharing bietet man jetzt an.

Free2Move zielt mit neuen Paketen ins B2B-Segment
Im Januar 2018 kam das B2B-Segment dazu: Das neue Geschäftsfeld bot Mobilitätslösungen für mittelständische und große Unternehmen, wie etwa Wohngesellschaften in Ballungsräumen, um deren Bewohnern Carsharing-Angebote aus einer Hand anzubieten. Das Vertriebs-team um CSO Andreas Sujata will bestehende Verkehrsangebote zu einer „Smart City“ verbinden, um allen Bewohnern eine „Mobilitätsgarantie“ zu bieten.

Das Flottengeschäft wird weiter vertieft: Das webbasierte Flottenmanagement-Tool „Free2Move Connect Fleet“ adressiert die gewerbliche Fuhrparkorganisation vernetzter Fahrzeuge, um Kosten zu senken und Betriebsprozesse zu optimieren. Bisher wurde das System in sechs EU-Staaten eingeführt und PSA betreut damit über 1.000 Kunden mit rund 130.000 Fahrzeugen. Die reichen vom Handwerker mit zwei oder drei Fahrzeugen bis zur französischen Post mit einigen 1.000 Einheiten.

Basis ist die Telematik-Box „Connect SOS“, die in den meisten PSA-Modellen verbaut wird. Für Fremdmarken gibt es eine zertifizierte Nachrüstlösung, die beim PSA-Händler eingebaut werden kann. Einziger Nachteil: Bei PSA-Modellen greift das System auf den CAN-Bus der Autos zu, was bei Fremdmarken in der Regel nicht funktioniert. Via CAN-Bus lassen sich sämtliche Fahr- und Motordaten auslesen und in ein Bewertungssystem überführen, mit dem der Flottenmanager sich Reportings erstellen lassen kann.

Dafür bietet man drei Bausteine an: Basis ist das bloße Reporting von Kraftstoffverbrauch und -füllstand, gefahrenen Kilometern und der Nutzungsdauer, dazu die Echtzeitermittlung mechanischer Warnmeldungen aus dem Motorsteuergerät sowie die Erinnerung an Wartungsintervalle, die bei PSA per Kilometerleistung fixiert sind. Das kostet pro Fahrzeug und Monat 9,90 Euro.

Für 10,90 Euro kommt das „Eco-Driving-Modul“ hinzu. Das analysiert das Fahrverhalten des Fahrers, kann personalisierte Empfehlungen für ökonomisches Fahren geben und ein Fahrer-Ranking nach sicherer und effizienter Fahrweise erstellen.

Für 11,90 Euro erhält man eine Geolocation dazu, um die Fahrzeuge in Echtzeit zu lokalisieren. Außerdem gibt es ein Tracking von Routenverläufen und Stillstandzeiten sowie die Möglichkeit des Geofencing samt Warnhinweis. Außerdem können Points of Interest – zum Beispiel bei Kunden – festgelegt werden. Für Fahrten außerhalb des Dienstes ist ein Privatsphäremodus verfügbar, der über die beiden Taster im Dachhimmel aktiviert wird. Die Daten gehen via Sim-Card an einen Server in Frankreich und von dort auf die Kundengeräte. Auf der Übertragungsseite arbeitet PSA europaweit mit der Deutschen Telekom zusammen.

Wir konnten das Ganze in der Praxis testen und auswerten lassen. Dabei interessierte uns vor allem die Auswertung der Fahrt, die streng und detailliert analysiert wird. Man erhält eine sehr gute Aufschlüsselung samt Verbrauch – auch als CO2-Äquivalent. Gewertet werden immer die absoluten Verbräuche, sodass sparsame Diesel wie zum Beispiel ein Citroën C4 Cactus HDI in der Regel besser dastehen als ein Peugeot 308 GTI. Trotzdem lassen sich auch mit diesen Autos gute Werte einfahren. Streng gewertet werden auch Bremsungen, schnelle Kurvenfahrten (Verschleiß!) oder Fehler beim Schalten, wobei hier auch das niedertourige „ziehen lassen“ im kleinen Gang Abzüge bringen kann. Eine solch schaltfaule, für Benziner nicht optimale Fahrweise mit zügigen Kurvenfahrten im Bergischen Land brachten uns ein eher schwaches Ergebnis ein. Die Fehler lassen sich gut auswerten, auch das Reporting der Fahrzeiten und die Geolokalisation funktionieren sehr gut. Warnhinweise werden zuverlässig weitergegeben und „Privatfahrten“ per Tastendruck dann als solche verbucht, was die Abrechnung fürs Finanzamt erleichtert. Allerdings hatten wir auch hier ein kleines Problem: Nachdem wir vom „Privatmodus“ per Druck auf die beiden Taster im Dachhimmel zur „Dienstfahrt“ zurückwechseln wollten, hatten wir die Notruf- respektive Service-Hotline aktiviert, die uns sofort korrekt lokalisiert hat und in den Aufzeichnungsmodus zurückhalf.

Fazit: Das umfassende Paket erleichtert die Fuhrparkverwaltung erheblich. Damit hat PSA für seine Nutzfahrzeugkunden auch die Handwerksbetriebe im Blick: Die können per Free2Move Connect Fleet ihre Arbeitszeiten bei Kunden verifizieren. Ein weiterer Baustein sind umfassende All-in-Leasingangebote, mit denen PSA sich stärker auf dem Flottenmarkt engagieren möchte – um dort auch außerhalb Frankreichs stärker zu punkten.

Auf den Punkt
Es ist … die gelungene Rückkehr von PSA.
Schön, dass … alle PSA-Marken mit viel Individualität punkten.
Schade, dass … man zuvor einiges dieser Individualität kaputtsparte.
Was haben Flotten davon? Immer umfassendere und professionellere Angebote.

SA zielt mit den Flottenlösungen Free2Move und der Edelmarke auf den deutschen Markt. Und will genau dorthin, wo hohe Stückzahlen und Umsätze zu machen sind: im Flottengeschäft mit Premiumautomobilen. Personell wird nach Jahren des Gesundschrumpfens wieder aufgestockt und die Stimmung im Konzern stimmt. Wir haben das neueste Flottentool Free2Move Connect Fleet in der Praxis getestet und bei Peugeot und DS mit den Markenverantwortlichen gesprochen, die sehr konkrete Vorstellungen für die Zukunft haben.

Das war nicht immer so. Rückblende ins Jahr 2012 – eines der turbulentesten der PSA-Geschichte: Man startete eine Kooperation mit General Motors und befand sich im Sinkflug. Am 24.10.2012 musste der französische Staat Anleihen der PSA-Bank in Höhe von sieben Milliarden Euro garantieren, um einen Konkurs zu vermeiden. 2014 stieg dann Dongfeng mit frischem Kapital ein. Schon 2015 fuhr PSA wieder in die Gewinnzone.

Hinter den Kulissen gab es harte Einschnitte, in deren Zuge das komplette künftige Portfolio zusammen mit Dongfeng auf zwei Hauptplattformen EMP1 und EMP2 gestellt wurde. Erstere für Kompaktwagen, letztere für die größeren Modelle. In dem Zuge stellte man sich auch antriebsseitig neu auf. Das Motorenprogramm wurde ebenfalls komprimiert und die Elektrifizierung vorangetrieben. Die Rosskur zeigte Wirkung: Am 6.3.2017 übernahm PSA Opel/Vauxhall, nachdem man mit GM bereits die Basis für Crossland X und Grandland X schuf. Und binnen Jahresfrist drehten die Franzosen 2018 auch das Opel-Ergebnis von Rot auf Schwarz. Wobei die US-Konzerne dafür bekannt sind, europäische Töchter gern in roten Zahlen zu lassen – was vor allem steuerliche Gründe hat.

Jetzt müssen die vier PSA-Marken stärker differenziert werden: Nachdem auch für Citroën keine Unsummen mehr bereitstehen, um technische Eigenheiten wie das Hydractive-Fahrwerk zu pflegen, teilte man die Marke in Citroën und DS, die mit optischer Eigenständigkeit Opel und Peugeot „umfassen“ – Citroën eher am unteren, DS am oberen Ende des Preissegments. Beide Marken zeigen wieder einen sehr französischen Charakter, was durch bunte und/oder extravagante Materialmischungen im Interieur unterstrichen wird. Peugeot wurde mit deutlich aggressiverer Optik und dem sogenannten i-Cockpit ebenfalls deutlich eigenständiger und sportlicher positioniert, während man bei Opel auf jeden Fall die deutsche Ingenieurskunst behalten und betonen möchte und die Marke weiter als unmittelbaren Volkswagen-Gegner sieht.

Auch die „Dieselmarke“ PSA setzt stärker auf Strom
Entsprechend möchte Gilles Le Borgne, Executive Vice President und zuständig für Qualität und Entwicklung bei PSA, schon bald die nächste Entwicklungsstufe ausrollen. Opel Astra, Insignia, Mokka X oder Zafira werden noch bis zum Ende der geplanten Laufzeit auf der GM-Plattform stehen. Der nächste Corsa nutzt ab 2019 die EMP1-Plattform, gemeinsam mit den neuen Peugeot 208 und DS3.

Dabei wird Frankreich laut Le Borgne den Lead bei Package und Prozessen haben, dafür aber Kernkompetenzen an Opel abgeben. Den Flottenverbrauch senken möchte man mit der Elektrifizierung und Mild-Hybridisierung. Keine Zukunft hat laut Le Borgne der riemengetriebene Starter-Generator, der vor einigen Jahren bei Diesel-Hybriden eingesetzt wurde: Die Technik sei ineffizient und überholt. Stattdessen setzt PSA auf eine E-Maschine, die direkt im Doppelkupplungsgetriebe verbaut ist. Dazu kommen Plug-in-Hybride mit Ottomotoren, die Systemleistungen weit über 300 PS bieten können. Sechszylinder? Non. Der Diesel ist auf dem Rückzug: Laut Le Borgne dürfte er schon 2019 weniger als die Hälfte des Programmes befeuern, dafür dürfte der Anteil elektrifizierter Modelle stark steigen. Dass Diesel sauber sein können, bewies man mit dem DS 7 Crossback. Der war vom Magazin „Auto Motor und Sport“ der sauberste, je gemessene Diesel. Er stieß nur 18 Milligramm NOx pro Kilometer aus: „Der Diesel hat den technischen Wettbewerb gewonnen, aber den politischen könnte er noch verlieren“, überlegt Le Borgne.

DS gelang mit dem DS 7 Crossback ein erster Achtungserfolg: Optisch gelungen doch näher am Mainstream als der DS 5, trotzdem wird er mit speziellen Details zunehmend als hochwertige SUV-Alternative wahrgenommen. Als Premiumalternative für Frankophile sozusagen, die seit dem Ableben des Citroën C6 und DS 5 nicht mehr viel zur Wahl hatten. Außerdem engagiert sich DS als Konstrukteur in der rein elektrischen Motorsportserie FIA Formel E, was auch künftigen Serienmodellen zugutekommen soll.

Markenübergreifend sollen bis 2025 alle Modelle der Groupe PSA auch als elektrifizierte Versionen verfügbar sein. Aber auch bei den Serienmodellen respektive Flottenprogrammen wird nachgelegt: Nach der Übernahme des Berliner Start-ups Free2Move wird die einst als Carsharing gestartete Marke sukzessive erweitert und bildet den PSA-Brückenkopf in die USA. Mit Free2Move können die Nutzer die verfügbaren Fahrzeuge sämtlicher Carsharing-Anbieter in der Nähe finden und vergleichen. So kann man das Optimum für sich wählen und direkt in der Free2Move-App buchen. Allein in Deutschland gibt es rund 150 Carsharing-Anbieter mit 1,7 Millionen registrierten Usern, Tendenz steigend. Doch PSA kennt die Praxis: Es passiert immer wieder, dass die Nutzer kein passendes Fahrzeug in der Nähe finden. Morgens suchen die Berufspendler ein Auto, das sie aus den Außenbezirken in die City zum Arbeiten bringt, abends finden sich in vielen Wohnvierteln keine E-Scooter mehr, weil viele damit in die Stadt gefahren sind. Und wenn es regnet, findet man manchmal leichter ein Taxi in New York als ein Carsharing-Fahrzeug. Darum erweitert Free2Move sein Angebot ständig. Aktuell bündelt man in über 20 Städten und Ballungsräumen in sieben Ländern die Angebote der wichtigsten Carsharing-Anbieter. Auch Uber-Ridesharing bietet man jetzt an.

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Futuristische Mobilitätskonzepte mit Reifen von Hankook

Free2Move zielt mit neuen Paketen ins B2B-Segment
Im Januar 2018 kam das B2B-Segment dazu: Das neue Geschäftsfeld bot Mobilitätslösungen für mittelständische und große Unternehmen, wie etwa Wohngesellschaften in Ballungsräumen, um deren Bewohnern Carsharing-Angebote aus einer Hand anzubieten. Das Vertriebs-team um CSO Andreas Sujata will bestehende Verkehrsangebote zu einer „Smart City“ verbinden, um allen Bewohnern eine „Mobilitätsgarantie“ zu bieten.

Das Flottengeschäft wird weiter vertieft: Das webbasierte Flottenmanagement-Tool „Free2Move Connect Fleet“ adressiert die gewerbliche Fuhrparkorganisation vernetzter Fahrzeuge, um Kosten zu senken und Betriebsprozesse zu optimieren. Bisher wurde das System in sechs EU-Staaten eingeführt und PSA betreut damit über 1.000 Kunden mit rund 130.000 Fahrzeugen. Die reichen vom Handwerker mit zwei oder drei Fahrzeugen bis zur französischen Post mit einigen 1.000 Einheiten.

Basis ist die Telematik-Box „Connect SOS“, die in den meisten PSA-Modellen verbaut wird. Für Fremdmarken gibt es eine zertifizierte Nachrüstlösung, die beim PSA-Händler eingebaut werden kann. Einziger Nachteil: Bei PSA-Modellen greift das System auf den CAN-Bus der Autos zu, was bei Fremdmarken in der Regel nicht funktioniert. Via CAN-Bus lassen sich sämtliche Fahr- und Motordaten auslesen und in ein Bewertungssystem überführen, mit dem der Flottenmanager sich Reportings erstellen lassen kann.

Dafür bietet man drei Bausteine an: Basis ist das bloße Reporting von Kraftstoffverbrauch und -füllstand, gefahrenen Kilometern und der Nutzungsdauer, dazu die Echtzeitermittlung mechanischer Warnmeldungen aus dem Motorsteuergerät sowie die Erinnerung an Wartungsintervalle, die bei PSA per Kilometerleistung fixiert sind. Das kostet pro Fahrzeug und Monat 9,90 Euro.

Für 10,90 Euro kommt das „Eco-Driving-Modul“ hinzu. Das analysiert das Fahrverhalten des Fahrers, kann personalisierte Empfehlungen für ökonomisches Fahren geben und ein Fahrer-Ranking nach sicherer und effizienter Fahrweise erstellen.

Für 11,90 Euro erhält man eine Geolocation dazu, um die Fahrzeuge in Echtzeit zu lokalisieren. Außerdem gibt es ein Tracking von Routenverläufen und Stillstandzeiten sowie die Möglichkeit des Geofencing samt Warnhinweis. Außerdem können Points of Interest – zum Beispiel bei Kunden – festgelegt werden. Für Fahrten außerhalb des Dienstes ist ein Privatsphäremodus verfügbar, der über die beiden Taster im Dachhimmel aktiviert wird. Die Daten gehen via Sim-Card an einen Server in Frankreich und von dort auf die Kundengeräte. Auf der Übertragungsseite arbeitet PSA europaweit mit der Deutschen Telekom zusammen.

Wir konnten das Ganze in der Praxis testen und auswerten lassen. Dabei interessierte uns vor allem die Auswertung der Fahrt, die streng und detailliert analysiert wird. Man erhält eine sehr gute Aufschlüsselung samt Verbrauch – auch als CO2-Äquivalent. Gewertet werden immer die absoluten Verbräuche, sodass sparsame Diesel wie zum Beispiel ein Citroën C4 Cactus HDI in der Regel besser dastehen als ein Peugeot 308 GTI. Trotzdem lassen sich auch mit diesen Autos gute Werte einfahren. Streng gewertet werden auch Bremsungen, schnelle Kurvenfahrten (Verschleiß!) oder Fehler beim Schalten, wobei hier auch das niedertourige „ziehen lassen“ im kleinen Gang Abzüge bringen kann. Eine solch schaltfaule, für Benziner nicht optimale Fahrweise mit zügigen Kurvenfahrten im Bergischen Land brachten uns ein eher schwaches Ergebnis ein. Die Fehler lassen sich gut auswerten, auch das Reporting der Fahrzeiten und die Geolokalisation funktionieren sehr gut. Warnhinweise werden zuverlässig weitergegeben und „Privatfahrten“ per Tastendruck dann als solche verbucht, was die Abrechnung fürs Finanzamt erleichtert. Allerdings hatten wir auch hier ein kleines Problem: Nachdem wir vom „Privatmodus“ per Druck auf die beiden Taster im Dachhimmel zur „Dienstfahrt“ zurückwechseln wollten, hatten wir die Notruf- respektive Service-Hotline aktiviert, die uns sofort korrekt lokalisiert hat und in den Aufzeichnungsmodus zurückhalf.

Fazit: Das umfassende Paket erleichtert die Fuhrparkverwaltung erheblich. Damit hat PSA für seine Nutzfahrzeugkunden auch die Handwerksbetriebe im Blick: Die können per Free2Move Connect Fleet ihre Arbeitszeiten bei Kunden verifizieren. Ein weiterer Baustein sind umfassende All-in-Leasingangebote, mit denen PSA sich stärker auf dem Flottenmarkt engagieren möchte – um dort auch außerhalb Frankreichs stärker zu punkten.

Auf den Punkt
Es ist … die gelungene Rückkehr von PSA.
Schön, dass … alle PSA-Marken mit viel Individualität punkten.
Schade, dass … man zuvor einiges dieser Individualität kaputtsparte.
Was haben Flotten davon? Immer umfassendere und professionellere Angebote.

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Artikel Flottenmanagement: Vive la France!
Seite 50 bis 55 | Rubrik Mobilität
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