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Sven – Sharer mit Schiebetür

Die Share2Drive GmbH konzipiert ein Auto, das für Sharing-Dienste optimiert wird. (Von Gregor Soller)

 Bild: S2D
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Gregor Soller

achens Hochschulen haben mittlerweile mehrere Spin-offs hervorgebracht, aus denen Fahrzeughersteller wurden: StreetScooter, e.GO Automobile und jetzt „Sven“. Wir sprachen mit Share2Drive-Geschäftsführer Markus Volm über das Konzept und den aktuellen Stand der Dinge. Dabei geht es Volm vor allem um die Tatsache, dass Sven als „rollendes Device“ agiert, das vom Einsatz als Sharing-Mobil gedacht und konzipiert wird. Dahinter steht die Aachener FEV (Forschungsgesellschaft für Energietechnik und Verbrennungsmotoren) als Engineering-Partner. Außerdem engagiert sich die NEW, die Niederrhein Energie und Wasser GmbH, bei Sven und würde ihn gern ab 2021 in der Region Niederrhein als Piloten einsetzen und testen. Mittlerweile hat man den ersten Prototypen in Genf gezeigt, jetzt geht es laut Volm in die zweite Finanzierungsrunde. Später möchte man, mit der dann passenden Software für Nutzung und Abrechnung, bundesweit expandieren. NEW-Vorstand Frank Kindervatter sieht Sven als Gesamtsystem: „Wir wollen ganzheitliche Lösungen im Bereich E-Mobilität anbieten. Dazu hat uns noch das letzte Puzzlestück, das passende Auto, gefehlt“, erklärt er.

Der „Einer“ im urbanen Mobilitätstetris

Bei der Entwicklung von Sven steht laut Volm das Thema Sharing im Fokus, das dann in ein Fahrzeug „gepackt“ wird. Denn Share2Drive mit Markus Volm und CTO Michael Pielen entwickelt innovative urbane Mobilitätsdienstleistungen. Die hüllt man dann in ein E-Fahrzeug für Shared Mobility, was Pielen mit dem knackigen Spruch auf den Punkt bringt: „Wir bieten den Einer im urbanen Mobilitätstetris.“ Dieser „Einer“ misst crashsichere 2,5 x 1,75 Meter, könnte auf breiteren Parkplätzen also auch quer parken. Durch das kubische Design und 1,65 Meter Bauhöhe fühlt er sich viel großzügiger an. Der leer rund 850 Kilogramm wiegende Sven ist als 2+1-Sitzer flexibel einsetzbar und bietet bei umgeklappten Beifahrersitzen bis zu 580 Liter Ladevolumen, im Standard sind es 210 Liter. Der Wendekreisdurchmesser soll unter acht Metern liegen.

Als „Rolling Device“ ist Sven immer mit dem Internet voll vernetzt und soll seinen Nutzern so persönliche oder spezifische Einstellungen erlauben. Durch die s2d-App soll man Sven einfach finden, außerdem wird immer die aktuelle Position angezeigt. Außerdem gleicht Sven immer die geplante Fahrstrecke mit dafür nötiger Energie ab. Auch hier unterscheidet sich Sven durch seine Intelligenz: Seine IT-Architektur ist auf die maximale Nutzung von Fahrzeugdaten ausgelegt und soll betreiberspezifische Lösungen bieten, was ihn laut Volm auch für Flotten hochinteressant macht. Hier mit riesigen Screens und LED-Leinwänden wieder Chaos und Kosten zu erzeugen, verkneifen sich Svens Schöpfer. Denn „jede Design- und Funktionalitätsentscheidung wird in Bezug auf die TCR (Total Cost for Ride)-Auswirkung evaluiert“. Heißt: Die Flotte oder der Betreiber kann sich über maximal niedrige „Total Cost of Ownership“ freuen.

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Das Laden von E-Autos ist die Zukunft der Energienutzung

Von innen nach außen gedacht

Dass Sven von innen nach außen und vom Sharing zum Riding gedacht wird, sieht man auch im Innenraum. Alle Bedienelemente sind auf ein Minimum reduziert und via Touch- oder per Sprachsteuerung nutzbar. Wichtig sind natürlich Details wie die Smart Device Connection und eine induktive Ladefläche. Der Fahrer wird über einen Driver Screen und Spiegelkameras samt Displays informiert, alles andere steuert er per Smartphone, dazu kommt noch ein Zentralscreen. Dabei achtete man laut Volm auch auf leicht zu säubernde Oberflächen und einen ebenen Boden, um den rollenden Kubus nach einem Nutzungszyklus schnell und einfach wieder aufbereiten zu können.

Eine „Personalisierung“ sowie Upgrades könnten später über separate Bodypanels an Front und Heck erfolgen. Licht, Kameras und Sensoren sitzen in einem Funktionsband, welches das „Greenhouse“ und die Karosserie verbindet. Diese Dreiteilung soll Farbvarianten und Akzente ermöglichen. Außerdem dürfte die Panelbauweise Reparaturen einfacher und günstiger machen. Eine Schiebetür ermöglicht dem Fahrer das Aussteigen auch in engen Parksituationen und vermeidet auch hier Kosten durch „Parkrempler“. Beine macht Sven ein 24 kW starker Elektromotor, der seine Energie aus einem 20-kWh-Akku zieht, genug für bis zu 140 Kilometer Reichweite nach WLPT. Womit Svens Einsatz klar auf die Stadt und Sharing-Dienste fokussiert ist und er seine Nische auch klar definiert hat.

Auf den Punkt

Es ist … ein Fahrzeug, das von der Aufgabe her konzipiert und gestaltet wurde.

Schön, dass … man dabei so konsequent vorging.

Schade, dass … man Sven wahrscheinlich nicht privat kaufen kann.

Was haben Flotten davon? Eine Fahrzeugalternative, die streng nach TCO respektive TCR konzipiert wurde.

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Artikel Sven – Sharer mit Schiebetür
Seite 36 bis 37 | Rubrik mobilität
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