Fußballflotten unter Starkstrom

Profifußball unter Strom – wir wollen wissen, wie weit die Vereine der Bundesliga mit der Elektrifizierung sind. (Von Thomas Kanzler)

Audi ist seit letzter Saison Partner des Frauenfußballs beim FC Bayern München. Im Bild: Christian Schüller, Leiter Sportmarketing Fußball der Audi AG, im Gespräch mit den Spielerinnen Hanna Glas, Vivian Asseyi und Lina Magull (v.li.). Bild: AUDI AG
Audi ist seit letzter Saison Partner des Frauenfußballs beim FC Bayern München. Im Bild: Christian Schüller, Leiter Sportmarketing Fußball der Audi AG, im Gespräch mit den Spielerinnen Hanna Glas, Vivian Asseyi und Lina Magull (v.li.). Bild: AUDI AG
Thomas Kanzler

Die Sommerpause in der Bundesliga nutzten wir, um nachzufragen, inwieweit die Flotten der Kicker elektrifiziert sind. Denn viele Stromer verfügen über Fahreigenschaften, die fahrdynamik-affine Fußballer durchaus begeistern können. Wir analysieren die Flotten der Fußballvereine und ihren Grad der Elektrifizierung. Sind die Clubs zukunftssicher aufgestellt?

Eine Umfrage des Online-Portals Touremo unter den Fußballclubs der Bundesliga ermöglicht erstmals einen Überblick über den Grad der E-Mobilisierung im deutschen Profifußball. Der allgemeine Trend zur E-Mobilität schlägt sich auch dort nieder. Etwa zwei Drittel der Vereine in den ersten drei Ligen nutzen elektrifizierte Fahrzeuge. Nachhaltigkeit ist beim Deutschen Fußballbund in der Satzung seit Ende 2021 ein entscheidendes Kriterium zur Lizenzvergabe.

„Als erste große Profifußball-Ligen nehmen die Bundesliga und die zweite Bundesliga Nachhaltigkeitskriterien verpflichtend in ihre Lizenzierungsordnung auf.“ (Aus dem Beschluss der DFL-Mitgliederversammlung vom 14.12.2021)

Um diesem Ziel gerecht zu werden, kommen die Vereine gar nicht um die Elektrifizierung ihrer Flotte herum. Von den 18 Fußballvereinen der ersten Bundesliga hat gut die Hälfte Mobilitätspartner, die die Pkw-Flotte stellen. Primus ist Audi, der mit dem FC Bayern, FC Augsburg, der TSG Hoffenheim und Borussia Mönchengladbach aktuell vier Vereine mit Fahrzeugen ausstattet – und entsprechend laut trommelt. Mittlerweile kam auch die Frauenmannschaft des FC Bayern hinzu. Interessant ist der regionale Bezug der Flotten beim Fußball, wo Lokalkolorit unabdingbar ist: Mercedes stellt die Fahrzeuge für den VfB Stuttgart. Ford ist beim 1. FC Köln aktiv. Und Volkswagen engagiert sich beim VfL Wolfsburg und RB Leipzig – hier zusammen mit Porsche, der Partner der Nachwuchskicker des Vereins ist. Der Hersteller hat in Leipzig ein Werk. Opel hatte eines in Bochum und Gelb-Schwarz als Markenfarben – das passte zu Borussia Dortmund.

Der südkoreanische Hyundai-Konzern versorgt natürlich die Spieler der Frankfurter Eintracht, bei Hertha zog man sich zurück. Bei Werder Bremen stellt eine lokale Mercedes-Vertretung Fahrzeuge, allerdings nur für Funktionäre – die Sternenmarke übernahm in der Hansestadt vor vielen Jahrzehnten die einstige Borgward-Fertigung.

Audi spielt in der Champions League

Spitzenreiter Audi ist Mobilitätspartner bei vier Erstliga-, zwei Zweitliga- und einem Drittliga-Verein. In der zweiten Liga fahren Fahrzeuge mit den vier Ringen für den ersten FC Nürnberg und den Hamburger SV. Mittlereile in der dritten Liga setzt auch der FC Ingolstadt auf Audi.

Die Vereine erhalten zwischen 15 und 30 Fahrzeuge vom Autobauer, wobei der Anteil der Elektromodelle nach Informationen von Audi stetig zunimmt. Beim FC Bayern hat Audi eine besondere Rolle: Als Partner stellt der Autokonzern nicht nur die Flotte, er ist auch mit knapp zehn Prozent am Fußballclub beteiligt. Der Anteil der e-tron-Modelle steige nach Aussagen des FC Bayern kontinuierlich.

Bei einer Presseveranstaltung auf dem Trainingsgelände des FC Bayern München wird der Audi e-tron für die Presse startklar gemacht, Clubchef Karl-Heinz Rummenigge, Vorstand Oliver Kahn und Audi-Vertriebsvorständin Hildegard Wortmann gaben werbewirksam den Startschuss für den Bau von weiteren 38 Ladepunkten. Denn seit der aktuellen Bundesliga-Saison fahren die Fußballprofis des FC Bayern den Audi e-tron und können ihn mit bis zu 150 Kilowatt in der Tiefgarage des Vereins laden. Anfang nächsten Jahres will Audi zudem die Allianz-Arena mit Ladepunkten ausstatten. Davon sollen dann auch Fans und Besucher des Stadions in München profitieren.

Die Autobauer sehen durchaus Parallelen zwischen den Proficlubs der Bundesliga und ihren Produkten. Fußballprofis müssen hohen Ansprüchen genügen: Performance, Technik und Spielfreude. Das Gleiche gelte laut Audi für den RS e-tron GT. Das Fahrzeug sei nachhaltig und inspirierend, mache Spaß und wecke Emotionen. Deshalb funktioniere die Partnerschaft laut Bayern-Funktionären zwischen dem FC Bayern München und Audi so gut: Sportlichkeit, Innovation und Nachhaltigkeit ergäben eine perfekte Symbiose. 

Ab- und Aufstieg oder abseits?

Mercedes-Benz ist Hauptsponsor beim VfB Stuttgart und zugleich einer der Investoren. Zuletzt kursierten Medienberichte, wonach der Autobauer einen Ausstieg aus dem Sponsoring in Betracht zieht. VfB-Marketingvorstand Rouven Kasper äußerte sich nun in einem Gespräch mit der Stuttgarter Zeitung zu den Gerüchten über einen möglichen Rückzug des Ankerinvestors Mercedes-Benz. Der 40-Jährige glaubt an den Standortvorteil des Autobauers: „Das ist nicht nur eine gut gelebte Partnerschaft, sondern es gibt keinen Club in Deutschland, der einen passenderen Sponsor auf der Brust trägt als wir. Wir sind stolz darauf, Mercedes-Benz als Partner zu haben“, erklärte Kasper.

Allerdings soll die Mercedes-Benz Group bereits versucht haben, ihre 11,5 prozentige Beteiligung am Fußballclub zu verkaufen. Die Elektromobilität jedenfalls ist beim VfB auf dem Trikot angekommen – der Schriftzug „EQ“ prangt schon seit 2019 am Ärmel auf. Zur aktuellen Anzahl der E-Fahrzeuge beim VfB Stuttgart wollten die Schwaben nicht konkreter werden. Es sei „schon eine größere Anzahl“ an Stromern im Fuhrpark, berichtete ein Sprecher des Vereins.

Die Chance bei den Hörnern gepackt

Seit 1994 sind die Ford-Werke Exklusivpartner des FC Köln und statten Clubführung und Profi-Kader mit Ford-Modellen aus. Bis Jahresende soll die Hälfte der FC-Fahrzeugflotte aus Elektro- und Hybridautos bestehen. Geschäftsführer Alexander Wehrle fährt bereits jetzt vollelektrisch – im Ford Mustang Mach-E. Das Kölner Ford-Werk, das sich in den nächsten Jahren zum Zentrum des Unternehmens für die Entwicklung und Produktion von Elektroautos entwickeln soll, ist für den Kölner Bundesligisten Partner auf dem Weg in eine nachhaltige Mobilität.

„Wir freuen uns natürlich sehr, auch künftig das Team des 1. FC Köln mit unseren sportlichen und elektrifizierten Ford-Modellen auszustatten und dann 2024 das 30-jährige Bestehen unserer Mobilitätspartnerschaft zu feiern“, betont Hans-Jörg Klein, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Ford-Werke GmbH. „Eine solch lange und vertrauensvolle Partnerschaft ist einmalig im deutschen Profifußball. Mit der Elektrifizierung unserer Flotte, die wir vehement vorantreiben, unterstützen wir den FC sehr gerne bei seinen selbstgesteckten Nachhaltigkeitszielen.“

Rückpass an der Ruhr

Wir reisen weiter gen Norden zum BVB nach Dortmund: Dort waren eher die Vans elektrisch unterwegs als die Pkw der Spieler und Funktionäre. Um ihre Affinität zur Elektromobilität zu demonstrieren, haben sich die Opelaner allerdings für die Presse ins Zeug gelegt. Mit einem Fotoshooting mit den Jungstars und dem Trainerteam des Vereins bekannte sich der BVB zur Elektromobilität. Opel legte vom elektrischen Leichtkraftfahrzeug Rocks-e eine BVB-Sonderedition auf. Der Rocks-e „09“ fuhr in der letzten Saison der Fußballbundesliga mit schwarz-gelben Akzenten vor. Dazu gehörten „09“-Beklebungen auf beiden Fahrzeugtüren und Sitzbezüge im BVB-Design. Im Lieferumfang enthalten waren außerdem der Borussia-09-Dortmund-Sportrucksack sowie ein BVB-Aufkleber und je nach Wunsch ein Auswärts- oder Heimtrikot mit Namen und Rückennummer des Lieblingsspielers. Allerdings bewertet Opel das Engagement im Fußball wohl anders als Audi. Zwar hat man mit Jürgen Klopp auch nach dessen Wechsel 2015 von Dortmund nach Liverpool einen prominenten Fußballtrainer an Bord, hält das Engagement sonst aber im Rahmen: Opel stieg 2021 als Sponsor beim FSV Mainz aus, die Partnerschaften mit Bayer Leverkusen und Fortuna Düsseldorf waren bereits zuvor ausgelaufen, vom SC Freiburg verabschiedete sich der Fahrzeugbauer schon 2017. Nach zehn Jahren steigt Opel jetzt auch bei Dortmund aus und macht den Platz auf den Ärmeln für den Logistiker GLS frei, womit Dortmund immerhin der Mobilität treu bleibt.

Aufsteiger am Main

Auch Hyundai spielt in der Bundesliga nicht mehr so stark auf: Die Partnerschaft mit Hertha BSC Berlin bestand von 2018 bis 2022 und umfasste 68 Autos, davon über 80 Prozent mit nachhaltigem Antrieb. Bei Eintracht Frankfurt sind 100 Pkw und Kleinbusse im Einsatz, hier sind sogar mehr als 85 Prozent nachhaltig unterwegs. Die Hessen setzen seit 2020 auf Fahrzeuge der Südkoreaner, die nahe Frankfurt auch Vertrieb und Entwicklung haben.

Die Zulassungszahlen der meisten Hersteller gingen 2021 beim Flottengeschäft zurück. Nicht so bei Hyundai. Der südkoreanische Konzern ist zweitbeliebteste Importmarke in Deutschland. Tobias Krumnikl, Abteilungsleiter Gewerbekunden, zeigte sich „sehr zufrieden“ mit den jüngsten Zahlen. Hyundai vermeldete Rekordergebnisse im Flottenbereich. So wurden im Quartal 2022 über ein Drittel mehr Fahrzeuge im Flottenbereich zugelassen als im Vorjahresquartal. Besonders die Fahrzeuge „mit Stecker“ waren beliebt. Während der Anteil an reinen Stromern und Plug-in-Hybriden im allgemeinen Flottengeschäft im ersten Quartal 2022 bei 27 Prozent liegt, sind bereits 64 Prozent der Hyundai-Fahrzeuge elektrisch – 49 Prozent sogar reine E-Autos.

Eine Vielzahl von Aktivitäten sollen Fans an den jeweiligen Fußballclub – und natürlich auch an den Sponsor Hyundai – binden. Cristina Herzog, Direktorin Marketing und PR bei Hyundai Deutschland, erläuterte dazu die Möglichkeiten der Markenaktivierung über den Fußball. Neben der Bandenwerbung, die essentiell für die Wahrnehmung des Autokonzerns bei den Spielen ist, gebe es Aktionen, bei denen Fans zu Auswärtsspielen gebracht oder Anhänger des jeweiligen Clubs mit dem „Hyundai Ticket Taxi“, ein Ioniq 5, rein elektrisch zum Heimspiel gefahren werden.

Autokonzern als Eigentümer

Volkswagen ist 100-prozentiger Gesellschafter der VfL Wolfsburg-Fußball GmbH. Schließlich ist der Verein im September 1945 aus der Betriebssportgemeinschaft Volkswagenwerk entstanden. Ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zwischen VW und VfL regelt, dass der Club seine Bilanzgewinne an den Konzern abführen muss. Umgekehrt ist VW verpflichtet, etwaige Verluste des Fußballclubs auszugleichen. Natürlich stellt der Wolfsburger Konzern auch den Fuhrpark beim VfL Wolfsburg. Der VfL Wolfsburg startete bereits im Dezember 2020 eine Nachhaltigkeitsinitiative. Der Fußballbundesligist will seine Treibhausgasemissionen minimieren und bereits 2025 CO2-neutral sein. So haben sich die Niedersachsen als erster Proficlub der Welt der „Race to Zero“-Initiative der Vereinten Nationen verpflichtet – sie ist an das Pariser Klimaschutzabkommen angelehnt.

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eMobility einfach und profitabel gedacht

„Der Fußball ist ein Schaufenster. Viele Menschen beobachten uns“, sagt Michael Meeske, Geschäftsführer des VfL Wolfsburg. „Und wenn wir die Botschaft verbreiten, dass der Klimaschutz eines der zentralen Themen der Menschheit ist, können wir hoffentlich auch viele andere Menschen überzeugen, sich möglichst nachhaltig zu verhalten.“ Das ambitionierte Netto-Null-Vorhaben des VfL funktioniere auf zweierlei Art und Weise, wie Meeske erklärt: „Zum einen durch Reduktion, also durch Einsparungsmöglichkeiten, die wir vor Ort angehen. Darüber hinaus wird es aber ein paar Dinge geben, die wir nicht zweckmäßig reduzieren können, beispielsweise Flugreisen zu weit entlegenen Orten bei Auswärtsspielen. Daher funktioniert es zum anderen durch Kompensation.“

In puncto CO2-Reduktion hat der VfL Wolfsburg in der Vergangenheit vor allem mit Ökostrom und LED-Beleuchtung substanzielle Einsparungen erreicht. Nun knüpft der Verein hier an: Im Fokus steht eine Erweiterung der E-Infrastruktur mit mindestens 20 Ladestationen am VfL-Center. Zudem sollen die Mitarbeiter und die Profis vermehrt mit Dienstwagen aus der vollelektrischen ID.-Familie unterwegs sein. Hinzu kommt der Ausbau der Photovoltaikanlagen auf dem Stadiondach.

Funktionäre, Nationalmannschaft und Amateure

An der neuen Zentrale, die Februar 2022 bezogen wurde, werden auf dem Gelände des neuen DFB-Campus 20 Ladesäulen für 40 E-Parkplätze installiert. Die Dienstfahrzeugflotte des DFB besteht seit März 2022 zu fast 70 Prozent aus Elektrofahrzeugen und Plug-in-Hybriden.

DFB-Mobilitätspartner Volkswagen will tausend Amateurvereine in Deutschland für Elektromobilität begeistern. Die ebenfalls von VW unterstützten Landesverbände sollen dabei mit gutem Beispiel vorangehen: Aktuell treibt das Unternehmen gemeinsam mit Elli den Aufbau einer Ladeinfrastruktur an den jeweiligen Geschäftsstellen voran. Elli ist ein Mobility-Service-Anbieter mit Zugang zu über 300.000 öffentlichen Ladepunkten europaweit.

Der DFB wirbt in einer Presseerklärung damit, dass der Südwestdeutsche Landesverband bereits zwei Ladesäulen im Einsatz habe, an denen er seine Elektrofahrzeuge lädt. Weitere Landesverbände würden in Kürze elektrisiert. „Für den DFB ist es genauso wichtig wie für unseren Mobilitätspartner Volkswagen, dass wir nachhaltig denken, dass wir versuchen, alle Chancen zu nutzen, die die neuen Technologien wie die Elektromobilität uns bieten“, kommentierte Oliver Bierhoff, Geschäftsführer Nationalmannschaften und Akademie.

Die meisten Wallboxen und Ladesäulen befinden sich an der jeweiligen Vereinszentrale, am Trainingsgelände oder an den Spielerparkplätzen. Auch an den Stadien sind meist Lademöglichkeiten vorhanden, hier aber häufig nicht der Öffentlichkeit zugänglich, sondern Spielern, Vereinsmitarbeitern und Funktionären vorbehalten. Fast die Hälfte aller von den Vereinen installierten Ladesäulen kann mit 22 kW laden, vereinzelt sind auch Schnelllader mit 50 bis 150 kW installiert.

Über 80 Prozent der Vereine geben an, Strom aus regenerativen Quellen zu nutzen. Auf diesem Sektor sind die meisten Clubs folglich sensibilisiert. Der verwendete „grüne“ Strom wird in den meisten Fällen zugekauft. Immerhin produzieren aber über ein Drittel der Clubs ihren Ökostrom selbst, überwiegend über Solarenergieanlagen auf den Stadiondächern. Die meisten Vereine planen in naher Zukunft den Aufbau respektive Ausbau der Ladeinfrastruktur und den vermehrten Einsatz von Elektrofahrzeugen. Die Profifußballer sind vertraglich verpflichtet, mit den ihnen gestellten Fahrzeugen zum Trainingsgelände zu fahren.

So mancher Kicker möchte aber ungern auf seinen Verbrenner-Supersportwagen verzichten. Das führt dann zu der absurden Situation, dass diese Fußballer ihren Sportwagen in der Nähe des Vereinsgeländes parken, auf das Sponsoren-E-Fahrzeug umsteigen und dann vertragskonform im Fahrzeug des Mobilitätspartners zum Training stromern.

Nur in Ausnahmefällen nutzen die Vereine elektrische Busse oder Transporter. Die Strecken, die zu etwaigen Auswärtsspielen zurückgelegt werden, sind meist zu lang, um rein elektrisch ohne Ladestopp im Reisebus bewältigt werden zu können. Doch in diesem Sektor ist das Thema Elektro ohnehin noch Zukunft.

Dagegen ist in der Kategorie Van elektrisch schon einiges geboten: Opel und der BVB warben mit dem E-Van Zafira – der wurde allerdings nur für Equipment und Transport der Nachwuchsspieler im näheren Dortmunder Umfeld eingesetzt.

Bei der E-Mobilität sind die Bundesligaclubs auf einem guten Weg. Die Fahrzeugflotten der Topvereine sind fast ausschließlich in deutscher Hand, nur Hyundai grätscht dazwischen, wenn auch nicht mehr ganz so stark.

Volkswagen wirbt nur noch für Elektromodelle, Audi stellt sich als die e-tron-Marke vor. Hyundai verkauft im Flottengeschäft ohnehin schon sehr viele Fahrzeuge mit Stecker und Ford intensiviert seine Aktivitäten durch die Nähe zum Elektrostandort Köln. Mercedes wirbt – noch – auf den Trikots für die EQ-Modelle. Opel steht als E-Mobilitätspartner allerdings keine weitere Spielzeit mehr auf dem Platz. Klar ist: Der Umbau der Fußballflotten geht auch in Zukunft weiter!

„Wer an E-Mobilität und Nachhaltigkeit denkt, soll zuerst an Volkswagen denken.“

Interview: Christoph Neininger verantwortet bei Volkswagen Deutschland die nationalen Fußball-Sponsorings

Zuerst einmal: Wie groß ist die Volkswagen-Flotte beim VfL Wolfsburg aktuell? Und wie viele Fahrzeuge sind bereits reine Stromer?

Neininger: Aktuell ist etwas mehr als die Hälfte des VfL-Fuhrparks (teil-)elektrifiziert. Viele Spielerinnen und Spieler sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in Hybridmodellen unterwegs, einige auch in vollelektrischen ID.-Modellen. Der Anteil an reinen E-Modellen sollte zum jetzigen Zeitpunkt eigentlich schon größer sein, der Versorgungsengpass bei Halbleitern und die daraus resultierenden Produktionseinschränkungen haben jedoch auch vor dem VfL Wolfsburg nicht haltgemacht.

Wie wird das Angebot, elektrisch zu fahren, von den Spielern selbst angenommen?

Sehr gut. Der eine oder andere Spieler war zu Beginn sicherlich skeptisch, hat dann aber schnell festgestellt, wie unkompliziert elektrisches Fahren ist – und wie viel Spaß es auch machen kann. Es gibt sogar Spieler in den Reihen des VfL, die sich wie Yannick Gerhardt auch privat ein E-Auto bestellt haben beziehungsweise sich gezielt darüber informieren.

Möchte VW im Profifußball als reine Elektromarke wahrgenommen werden?

Wir nutzen die Bühne des Fußballs gezielt, um den Fans zu zeigen: Dem E-Antrieb gehört die Zukunft und wir sind mit unserer ID.-Familie vorne mit dabei auf dem ‚Way to Zero‘. Mit unserer Strategie Accelerate machen wir klimafreundliche E-Mobilität für Millionen verfügbar. Für die Fans, die ihrer Mannschaft in jedes Stadion folgen, ebenso wie für die Eltern, die ihre Kinder am Wochenende zum Fußballplatz fahren: Wer an E-Mobilität und Nachhaltigkeit denkt, soll zuerst an Volkswagen denken. So haben wir etwa im vergangenen Jahr während der Fußball-EM in München und Kopenhagen für Fans einen vollelektrischen Shuttle-Service namens „Free Chauffeur“ angeboten. Sowohl für die VfL-Spielerinnen und -Spieler als auch die Nationalmannschaft haben wir vergangene Saison Fahrsicherheitstraining in unseren E-Modellen organisiert.

Bei der Frauenfußball-EM in England ist unter anderem Bandenwerbung für den ID. Buzz geschaltet. Werden wir Ihr Engagement bei der Männer-WM ebenfalls – neben der Flotte – wahrnehmen können?

Volkswagen ist Partner des europäischen Fußballverbandes UEFA sowie von zahlreichen nationalen Verbänden, etwa vom Deutschen Fußball-Bund oder dem niederländischen KNVB. Nicht aber vom Weltverband FIFA, und damit auch nicht von der WM 2022 in Katar. Dementsprechend wird auf den LED-Banden auch keine Werbung von uns zu sehen sein.

Sind neben der Versorgung des VfL Wolfsburg mit der Flotte und der Bereitstellung der Ladeinfrastruktur weitere Aktionen geplant, um die Fans des VfL Wolfsburg für die E-Mobilität zu begeistern?

Aktuell gibt es am VfL Center 28 Ladepunkte, die von Spielern, Funktionären und Mitarbeitern genutzt werden können. Wir sind gerade dabei, die Ladeinfrastruktur in der Tiefgarage der Volkswagen Arena auszubauen. Außerdem sollen auf dem öffentlich zugänglichen Parkplatz vor der Arena Schnelllader installiert werden, die dann auch für Fans zugänglich sein werden. Auch beim Wölfe-Taxi haben wir VfL-Fans in der Vergangenheit immer wieder in Berührung mit Elektromobilität gebracht.

Könnte in Ihren Augen die rasche Elektrifizierung der Fußballflotte als Beispiel für andere Flottenbetreiber fungieren?

Zu den Plänen anderer Hersteller können wir uns nicht äußern. Wir bei Volkswagen sind davon überzeugt, dass der Elektromobilität die Zukunft gehört. 2025 will die Marke Volkswagen rund 1,5 Mio. E-Autos pro Jahr verkaufen, konzernweit werden es bis zu drei Mio. Fahrzeuge sein.

E-Mobilitätspartner der 1. Bundesliga 2022/2023

FC Bayern München: Audi

Borussia Dortmund: –

Bayer 04 Leverkusen: –

RB Leipzig: VW und Porsche

1.FC Union Berlin: –

Sport-Club Freiburg: –

1. FC Köln: Ford

FSV Mainz 05: –

TSG Hoffenheim: Audi

Borussia Mönchengladbach: Audi

Eintracht Frankfurt: Hyundai

VfL Wolfsburg: Volkswagen

VfL Bochum 1848: –

FC Augsburg: Audi

VfB Stuttgart: Mercedes-Benz

Herta BSC: -

FC Schalke 04: –

SV Werder Bremen: Lokaler Mercedes-Benz-Partner

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Artikel Fußballflotten unter Starkstrom
Seite 48 bis 52 | Rubrik mobilität