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Tierisch Geld gespart

Wie Flotten mit richtigen Analysetools bares Geld sparen können. (von Gregor Soller)

 Bild: Farmdrop
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Gregor Soller

Schlaue Softwareanalysetools können in Flotten und Fuhrparks „tierisch“ Geld sparen. Im wahrsten Sinne des Wortes bei dem britischen Unternehmen Farmdrop, wo man die Elektroflotte noch effizienter und CO2-neutraler einsetzen wollte. Farmdrop ist ein ethischer Lebensmittelhändler, der lokale und nachhaltig produzierte Lebensmittel über eine Onlinelebensmittelplattform und eine App liefert. Auffälliges Farmdrop-Merkmal sind die Elektrovans in Tier-Optik. Die hohen ethischen Ansprüche wollten die Briten auch auf die Liefergeschäfte ausweiten und kamen so zur Telematik: Die „Tierflotte“ wurde seit März 2018 mit Geotab-GO-Geräten ausgestattet, die in erster Linie Fahrverhalten, Standort und den Ladezustand der Fahrzeuge überwachten.

Die ersten Ergebnisse stimmten positiv, auch mit Einbau und Integration der Software gab es keine Probleme. Obwohl die Umsetzung aus technischer Sicht reibungslos verlief, waren aber viele Fahrer kritisch. Dann setzte Vandrop-Flottenmanager Mike Pearson noch einen drauf und führte die „Driver Challenge Gamification“-Lösung vom Geotab Marketplace ein, um die Datenerhebung zu „gamifizieren“, also eine Art spielerischen Wettbewerb daraus zu machen. Das wurde überraschenderweise akzeptiert und führte zu einem hohen Engagement der Fahrer. Dabei wurden vor allem Geschwindigkeit, hartes Bremsen, Beschleunigung und Kurvenfahren gemessen, außerdem das Nutzen von Gurten. Und siehe da: Die ersten Zahlen des internen Wettbewerbs weckten in vielen Mitarbeitern den Ehrgeiz: „Die Mehrheit der Fahrer, die es positiv aufgenommen haben, will ihre eigene und die Punktzahl ihrer Kollegen schlagen und das monatlich! So bekommen die Fahrer Spaß an der interaktiven Lösung und freuen sich, dass sich ihre Punktzahl verbessert“, erklärt Pearson. Wird doch wohl möglich sein, die „gefleckte Kuh“ sparsamer zu fahren als den „orangen Hahn“ oder das „rosa Schweinchen“!

Die Einblicke in Fahrtrends werden auch für das Management zu einem nützlichen Werkzeug. In nur vier Monaten sanken die Fälle „schlechten Fahrverhaltens“ mit heftigen Beschleunigungs- und Bremsmanövern um 33 Prozent. Und die Fahrer brauchten 27 Prozent weniger Strom! Ein positiver Nebeneffekt, der Mike Pearson in dem Umfang überrascht hat, zumal man an Flotte und Organisation sonst nichts geändert hat.

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Auch Telefónica de España wollte seine Flotte von über 600 Fahrzeugen, die in ganz Spanien verteilt sind, effizienter machen. Alberto Viña, Leiter der Telefónica-Flotte, sollte alle verfügbaren Optimierungspotenziale heben. Dazu brauchte auch er umfassende Kenntnisse sämtlicher täglicher Abläufe. Telefónica erkannte bald, das Geotab gegenüber der eigenen Flottenmanagementlösung zusätzliche Daten heben könnte. Was noch wichtiger war: Geotab konnte sie in Bezug zueinander setzen. Außerdem unterstützt das Telematik-Gerät Geotab GO7 eine Vielzahl von Fahrzeugmarken und -modellen, was Installation und Vergleichbarkeit vereinfachte. Die Auswertungen führten zu einem raschen Rückgang der Unfallzahlen und der Spritverbrauch über die gesamte Flotte sank um gut zehn Prozent. Er liegt jetzt im Schnitt bei 6,3 l/100 km und damit „teils unter den Durchschnittswerten, die die Autohersteller nennen“, freut sich Viña.

Aber auch ob sich eine Umstellung auf Elektromobilität lohnt, kann Geotab ermitteln: mit dem EV Suitability Assessment. Denn nicht nur der Umstieg auf schlaue Software, sondern auch vom Verbrenner auf Elektromobilität kann heute schon „tierisch“ Geld sparen.

Fotos: Farmdrop; Miles Willis Photography

Interview Fabian Seithel

Wie zeigt sich die E-Mobilität bei Geotab?

Die Elektrifizierung der Fuhrparks gliedert sich bei uns in drei Themen, die wir unter dem Überbegriff „Going electric“ zusammengefasst haben: Kernprodukt ist unser EV Suitability Assessment. Das ist ein Analysetool, ob und wo sich Elektromobilität im Fuhrpark lohnen könnte. Dazu kommt eine Fahrzeugdatenanalyse für E- und Verbrennerfahrzeuge sowie die Möglichkeit zu prüfen, ob sich der Fuhrpark respektive dessen Abläufe auch rationalisieren lassen.

Und? Welche Ergebnisse bringt das zutage?

Sehr interessante: Von allen Fuhrparks, die wir bisher analysiert hatten, war keiner dabei, für den es sich nicht gelohnt hätte, zumindest ein Fahrzeug auf Elektromobilität umzustellen. Wobei man natürlich einräumen muss, dass die anfragenden Unternehmen per se schon willens waren, den Fuhrpark umzustellen und auch entsprechende Einsatzprofile hatten.

Das Ganze soll sich ja auch rechnen. Wie hoch sind die Einsparpotenziale?

(lächelt) Hoch! Im Einzelfall sind tatsächlich bis zu 25 Prozent durchaus möglich, das hängt jedoch immer vom Einzelfall ab.

Können Sie uns hier solche „Einzelfälle“ nennen oder etwas konkreter werden?

Tatsächlich funktioniert das schon bei den üblichen 15.000 Kilometern im Jahr und auch über mittlere Entfernungen. Ein starker Treiber ist aber natürlich der innerstädtische Verkehr und hier vor allem in Gebiete, wo Verbrenner künftig verboten werden. Dazu zählen zum Beispiel die Congestion Charge Zones in Großbritannien, wo täglich vergleichsweise hohe Gebühren anfallen. Dieser Markt ist hier schon weiter, dort gibt es zahlreiche Anfragen. Aber auch in Deutschland erkundigen sich verstärkt Serviceflotten, die in die Innenstädte müssen. Dazu kommen Anfragen nach internen Carsharing-Modellen, um die Auslastung zu erhöhen.

Sie werben mit einer einfachen Montage und Verfügbarkeit Ihres Systems. Wie sieht das in der Praxis aus?

Prinzipiell brachen Sie dazu nur die GO genannte Hardware und die Plattform MyGeotab. Die GO-Device wird einfach per Plug-and Play an die Datenschnittstelle im Auto aufgesteckt. Dafür genügt meist ein Y-Kabel, auf dem ein Port frei ist. Das Ganze kann man in der Regel binnen einer Viertelstunde hinter eine Blende packen. Dazu liefern wir eine Einbauanleitung, aber selbst ich als Nicht-Techniker habe das bei den meisten bekannten Großserienmodellen binnen 15 Minuten bewerkstelligt.

Für Flotten bringt die Datenerhebung und -auswertung riesige Vorteile, aber Mitarbeiter und Nutzer werden gläsern ...

Deshalb muss man die mit ins Boot holen und hier auch Motivationen bieten. Interessant sind hier auch die unterschiedlichen Ansätze: Für ein Taxiunternehmen ist es wichtig, dass das Auto läuft, denn dann verdient es Geld, im Servicebereich ist es genau umgekehrt. Dort nimmt man Geld ein, wenn das Auto steht. Man kann aber auch Routen optimieren oder sehen, wenn das Auto irgendwo zu lange stehen sollte …

Und wenn eine Flotte mehrere verschiedene Fahrzeuge hat?

Auch kein Problem, da wir mit offenen Schnittstellen arbeiten. Deshalb funktioniert das im kleinen Cityflitzer genauso wie im Lkw oder schweren Radlader. Der Vorteil für den Kunden: Er kann sich alle Fahrzeuge ähnlich auswerten lassen und erhält alle Daten in einer Meldung, natürlich einsatz- und produktspezifisch aufbereitet.

Stichwort offene Datenschnittstelle: Welche Services können da noch aufgesetzt werden?

Im Prinzip alle. Hier kooperieren wir deshalb auch mit Fremdanbietern. Ein extremes Beispiel: Wenn eine Straßenmeisterei Daten zur Ausbringung des Salzes an der Streueinrichtung braucht und der Streueinrichtungshersteller das entsprechende Tool dafür anbietet, können wir das zu den Fahrzeugdaten dazupacken. Hier gibt es im Einzelfall die diffizilsten Sonderwünsche. Das Ganze können wir im Idealfall mit ein paar Klicks auf die Kundenbedarfe anpassen.

Nochmal zurück zur Elektromobilität und zu deren Umstellungspotenzial: Über welchen Zeitraum müssen Sie hier Anwendungen betrachten, um eine Aussage zum Potenzial treffen zu können?

Um das Elektrifizierungspotenzial wirklich bestimmen zu können, sollte man den Fuhrpark oder die Anwendung über rund drei Monate analysieren. Hat man die Zeit nicht, zeichnen sich erste Tendenzen auch schon nach vier Wochen ab – ab dann kann man vertretbare Ergebnisse erwarten. Immerhin betreiben wir das Geschäft jetzt seit rund 20 Jahren und interessanterweise wird das EV Suitability Assessment auch in den USA mittlerweile gut genutzt. Wie gesagt: Aus meiner bisherigen Erfahrung gibt es heute praktisch keine Flotte, in der sich nicht wenigstens ein Fahrzeug fände, dessen Umstellung auf Elektromobilität sich nicht lohnen würde.

Fabian Seithel 
Business Development Manager Geotab

Auf den Punkt

Er ist … eine in der Regel einfache und zuverlässige Möglichkeit, Geld zu sparen.

Schön, dass … das auch spielerisch funktionieren kann.

Schade, dass … man dafür viele Daten preisgeben muss.

Was haben Flotten davon? Im Idealfall merkliche Ersparnisse in kurzer Zeit.

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Artikel Tierisch Geld gespart
Seite 50 bis 53 | Rubrik konnektivität
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