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Telematik: Wunderbare neue Datenwelt

„Hallo, Welt.“ So unkreativ wie der Start in die digitale Welt kommt die KI-Revolution nicht daher. Im Gegenteil: Geotab macht sie zum Gesprächspartner der Fuhrparkmanager. (Von Christine Harttmann)

 Bild: Christine Harttmann
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Christine Harttmann

Las Vegas, die Neon-Ikone Amerikas – was eignete sich besser, um die nächste Revolution in der Telematik-Welt zu präsentieren? Die Wüstenmetropole, so modern leuchtend, durchtechnisiert und gigantomanisch wie sie ist, bietet das perfekte Ambiente. Wohl auch deshalb hat Geotab seine Kunden und Partner hierher zur Konferenz Connect 24 eingeladen. Zwei volle Tage dreht sich hier zwar nicht alles, aber doch sehr viel um KI (künstliche Intelligenz) und ChatGPT. Das auf Datenveredelung spezialisierte IT-Unternehmen erklärte den rund 3.000 Besuchern vor Ort, wie es Telematik mithilfe künstlicher Intelligenz auf ein neues Level hebt. Colin Sutherland, Chief Customer Officer bei Geotab, spricht gar von einer Revolution des Trekkings. Und CEO Neil Cawse schwärmt mit einem Enthusiasmus, der zur glitzernden Umgebung passt: „Damit wird die Telematik zum Experten im Flottenmanagement.“

Tatsächlich stellt Geotab auf der Konferenz in Las Vegas gleich mehrere neue Applikationen vor. Sie alle sollen auf die eine oder andere Art die Sicherheit der Fahrer und ihrer Umgebung verbessern, Kosten sparen und vor allem den CO2-Ausstoß der Flotten senken. Unterstützung holen sich die Tools dabei von Systemen, die ChatGPT ähnlich sind. Sutherland sieht darin ein Alleinstellungsmerkmal, mit dem Geotab den Mitbewerbern „einen Schritt voraus ist“.

Während die Entwicklung des GPS-Systems in den 1970er Jahren Positionsbestimmung und Navigation revolutionierte, sieht Neil Cawse gerade den nächsten Umbruch auf uns zurollen, der diesmal einhergeht mit der Elektrifizierung und zunehmenden Automatisierung des Verkehrs. Telematik entwickle sich vom einfachen Werkzeug weiter zum Experten für Flottenmanagement im großen Stil. Fahrzeuge würden immer stärker untereinander verbunden und miteinander kommunizieren, die unterschiedlichen Daten fließen in einer Cloud zusammen.

70 Milliarden Daten würden so täglich erhoben, rechnet Cawse vor. Eine ziemlich breite Basis, um mehr daraus zu machen, findet der Chef-Kundenbetreuer von Geotab. Dafür müssen die Daten natürlich geordnet und skaliert werden, erst dann können sie zur Verarbeitung an die KI gegeben werden. Mit der richtigen Aufbereitung aber ließe sich eine Menge daraus machen. „Geben Sie uns alle diese Daten, damit wir Sie alle mit den notwendigen Informationen versorgen können“, verspricht Cawse.

Verwebung von KI und Telematik

Mit Ace ist Geotab einen ersten wichtigen Schritt zur Verwebung von KI und Telematik gegangen. Die neue Applikation kommt als Ergänzung zur MyGeotab-Plattform und soll die Kommunikation mit der Technik erleichtern, indem sie Nutzern den intuitiven Dialog mit den Systemen ermöglicht. Konkret bedeutet das für die Anwender, dass sie dem System einfach ihre Fragen stellen, wie sie eben auch im ChatGPT gestellt werden können. Der Nutzer frage also dann beispielsweise: „Welcher Fahrer war im letzten Monat am sparsamsten unterwegs?“ Das Tool ist dabei in der Lage, personalisierte Antworten zu geben, die sich daran orientieren, wie die Flotte auf der MyGeotab-Plattform konfiguriert ist. Zudem erklärt es detailliert, wie es die jeweilige Frage interpretiert, und übersetzt die Anfrage dabei in eine leicht verständliche Sprache.

Klaus Böckers, Vice President, Nordics, Central and Eastern Europe, ist überzeugt, dass es die KI damit schaffen wird, „die Anwendung der Telematik so viel einfacher zum machen“. Dies helfe, dass der Nutzer seine Zeit nicht mit der Frage verbringt, wie er an die Daten herankommt, sondern sich darauf konzentrieren kann, mit den Daten zu arbeiten. „Damit wird dem Anwender die Komplexität des Tools weggenommen.“

Für die Analyse und die Beantwortung der Fragen erhält Ace Zugriff auf eine Vielzahl von Daten, zu denen neben dem reinen GPS-Tracking vorausschauende Sicherheitsanalysen sowie Wartung, Fahrdaten, Zonenaktivität, Elektrofahrzeugstatistiken oder Ausnahmeereignisse gehören. Wichtig ist Geotab dabei allerdings, dass die Daten immer innerhalb der Geotab-Umgebung bleiben.

Ähnlich wie ChatGPT ist das System ein stetig lernendes. Je mehr Daten also hineingegeben werden, desto differenzierter werden die Antworten auf eine breite Palette komplexer Fragen. Indem sich das System an frühere Interaktionen „erinnert“, kann es zukünftige Antworten verbessern.

Wichtig ist Böckers zu betonen, dass der Endkunde immer selbst die Kontrolle über seine Daten behält. Er entscheidet, was damit passiert und nur er hat den Zugang zu seinen eigenen Daten. Geotab wiederum anonymisiert die Daten und macht dann daraus „Data-Insights“. Davon wiederum kann dann die gesamte Geotab-Welt profitieren.

Auf den Punkt

Es ist … eine wirklich spannende Idee, Telematik auf so clevere Art mit KI zu verweben.

Ideal für … Fuhrparkmanager, die große Flotten überblicken müssen.

Schön, dass … hier über den Tellerrand hinausgedacht wird.

Schade, dass … Geotab in Europa noch nicht so präsent ist.

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Artikel Telematik: Wunderbare neue Datenwelt
Seite 45 bis 46 | Rubrik konnektivität
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