Ladetechnik: Volle Ladung – voll verrechnet

Sehr viele Fahrzeuge sind dienstlich und privat unterwegs – Software hilft, die entsprechenden Abrechnungen der Ladungen korrekt zuzuordnen. (Von Gregor Soller)

 Bild: Volvo
Bild: Volvo
Gregor Soller

Weder die Ladetechnik selbst noch das E-Auto hindern viele Nutzer daran, umzusteigen. Viel mehr sind es Details wie die Installation der Ladeinfrastruktur in Immobilien mit mehreren Parteien oder eine korrekte Abrechnung der Ladungen zu Hause und am Arbeitsplatz – wenn das Auto dienstlich und privat genutzt wird. Oder umgekehrt: Elektrische Dienstwagen werden sehr oft auch bei Arbeitnehmern zu Hause geladen. Der Strom dafür muss deshalb separat vom privaten Verbrauch erfasst werden. Weshalb immer mehr Ladetechnikanbieter Software für diesen Fall entwickeln: Egal, wo man lädt, es wird immer richtig verrechnet!

Wir haben die wichtigsten Fragen zusammengestellt, uns anschließend auf dem Markt umgesehen und einige spezifische Neuheiten herausgesucht. Wichtig: Wallboxen ab 11 kW Leistung müssen generell beim Netzbetreiber angemeldet werden. Liegt die Ladeleistung höher (22 kW und mehr), sind die Ladelösungen außerdem genehmigungspflichtig – darum kümmern sich in der Regel auch die installierenden Experten.

Wer bezahlt den Strom für das dienstlich genutzte Fahrzeug?

Sicher die wichtigste Frage für Dienstwagen: Befinden sich Ladelösungen in der Firma, ist die Aufladung für Mitarbeiter in der Regel kostenlos. Dabei ist es nicht relevant, ob es sich dabei um ein privates Elektrofahrzeug handelt oder ein E-Auto, das als Firmenwagen zur Verfügung gestellt wurde. Denn meist haben Unternehmen günstigere Strom- als Spritkosten – und profitieren somit selbst unmittelbar von den niedrigeren Energiekosten. Und wenn man den Firmenwagen zu Hause lädt? In der Regel werden auch diese Kosten direkt durch den Arbeitgeber erstattet. Aber dazu muss der Verbrauch an der heimischen Wallbox eben nachvollzogen und abgerechnet werden.

Wie kann man den Ladestrom für den Dienstwagen zu Hause abrechnen?

Möglichkeit 1: Ladestrom für Dienstwagen über eine eigene Wallbox pauschal abrechnen

Laden Arbeitnehmer ihren elektrischen Dienstwagen an der Wallbox zu Hause, können sie monatliche Pauschalbeträge vom Arbeitgeber erstatten lassen. Ist das nicht möglich, lässt sich durch die Pauschalen der geldwerte Vorteil des Dienstwagens reduzieren. Wie hoch die monatliche Pauschale ausfällt, ist abhängig davon, ob der Dienstwagen vollelektrisch oder ein Plug-in-Hybrid ist. Außerdem hängt es davon ab, ob der Arbeitgeber vor Ort eigene Ladelösungen anbietet. Ist das der Fall, erhält man 30 Euro pro Monat für Elektro- und 15 Euro pro Monat für Plug-in-Hybridfahrzeuge. Wenn der Arbeitgeber keine Ladelösung hat, steigen diese Pauschalen auf 70 Euro respektive 35 Euro pro Monat – was so oder so nicht allzu viel ist.

PLUS: Keine Einzelnachweise über tatsächliche Verbräuche nötig, ermöglicht günstige Ladetechnik, geringer bürokratischer Aufwand.

MINUS: Niedrige Pauschalen: Weder hohe Ladebedarfe zu Hause noch steigende Stromkosten sind eingepreist, wodurch Extrakosten für den Arbeitnehmer entstehen.

Möglichkeit 2: Abrechnung über einen separaten Stromzähler oder Zwischenzähler für die Wallbox

Eine einfache Ergänzung wäre die Abrechnung über einen separaten, aber nicht ganz günstigen Stromzähler für die Wallbox oder einen Zwischenzähler.

Abrechnungen sind genau nachvollziehbar. Der separate Zähler kommt vom Stromversorger. Eine Rechnung schlüsselt nur die Verbräuche des Dienstwagens auf. Neben dem Verbrauch können die Zählerkosten und Stromkosten mit dem Arbeitgeber gut abgerechnet werden.

Extrainstallationskosten, da auch ein weiterer Zählerplatz nötig wird. Am Ladepunkt darf dann nur das Firmenfahrzeug geladen werden. Die Ladung eines privaten Zweitfahrzeugs ist nicht gestattet.

Wer keinen separaten Zähler durch den Energieversorger installieren lassen möchte oder darf, kann einen geeichten Zwischenzähler zwischen Stromzähler und Wallbox montieren lassen. Aber auch der kostet extra.

PLUS: Genaue Abrechnung, günstiger als ein separater Stromzähler. Keine größeren Umbaumaßnahmen für Installation nötig.

MINUS: Auch hier darf nur der Firmenwagen geladen und abgerechnet werden, Nachteil für den Arbeitgeber: Man kann mit den RFID-Karten tricksen.

Möglichkeit 3: Abrechnung über integrierten Stromzähler am Ladepunkt

Die beste, wenn auch nicht ganz günstige Lösung: ein Ladepunkt mit integriertem Stromzähler. Hier genügt ein MID-Zähler, im Idealfall ist der gar geeicht, obwohl hier das Mess- und Eichgesetz nicht greift, da die Wallbox zu Hause nicht kommerziell genutzt wird oder öffentlich zugänglich ist.

PLUS: Exakte Abrechnung. Mit einer Zugangskontrolle (aktuell in der Regel RFID), kann man auch das private Fahrzeug laden. Dafür müssen Dienst- und Privatwagen klar zugeordnet sein. Smarte Ladepunkte reichen die Ladedaten automatisch an eine App und/oder den Arbeitgeber weiter. Und man spart sich Zusatzkosten bei der Installation.

MINUS: Preis ist im Vergleich zu Modellen ohne Stromzähler etwas höher, fällt aber geringer aus als die Montage eines separaten Stromzählers. Nachteil für den Arbeitgeber: Man könnte mit den RFID-Karten tricksen.

Immer mehr Hersteller heben aktuell entsprechende Produkte ins Programm. Ganz plakativ: die sogenannte „Dienstwagen-Wallbox“ von Keba, die eine komfortable automatische Abrechnung des Ladestroms mit dem Arbeitgeber ermöglichen soll. Die mess- und eichrechtskonforme Dienstwagen-Wallbox von Keba erfasst alle Ladungen exakt und speichert diese drei Monate lang. Oder sie sendet die Ladedaten monatlich vollautomatisch an eine hinterlegte Emailadresse. Dieser automatische Ladereport erfolgt in den gängigen Dateiformaten PDF sowie CSV. So kann man die Ladedaten manuell oder maschinell auslesen (lassen). Praktisch für die Buchhaltung: Durch die Anbindung an ein OCPP-Backend ist auch die Verknüpfung mit einem firmeneigenen Abrechnungstool möglich.

Und wenn zu Hause mehrere Stromer geladen werden? Dafür haben die rührigen Österreicher eine Nutzerkennung über die RFID-Karte in petto, welche die Unterscheidung zwischen Privat- und Firmenwagen trifft.

Die Dienstwagen-Wallbox lässt sich auch ins Smart Home einbinden

Über WLAN lässt sie sich in ein Smart Home integrieren respektive kommuniziert mit der Keba-eigenen Wallbox-App, die wiederum über den Betriebszustand informiert sowie die Steuerung der Ladestation ermöglicht. Auch laufende kostenlose Software-Updates sind nun „easy-to-use“ via App erhältlich.

Außerdem kann sie mit dem Energie-Management-System des Hauses respektive dem Wechselrichter der PV-Anlage kommunizieren, sodass man auch selbstproduzierten Solarstrom nutzen kann.

Und nachdem immer mehr Unternehmen auch ihre komplette CO2-Bilanz ausweisen müssen, hilft bei Keba die Tatsache, dass die Ladestation klimaneutral in Österreich produziert wird. Weil Keba unter anderem auch Geldautomaten produziert, haben die Österreicher Sonderfälle wie einen Stromausfall mitbedacht: Gesetzt, der träte ein, soll die Wallbox automatisch wieder neustarten und damit eine ausreichende Ladung sicherstellen, sobald das Fahrzeug wieder gebraucht wird. Und da Dienstwagen-Wallboxen vielleicht etwas härter beansprucht werden als andere, erhöhen die Österreicher die Gewährleistung für ihre Dienstwagen-Box auf vier Jahre.

Reisen wir weiter von Österreich in die Schweiz: Juice-Gründer und CEO Christoph Erni ist für seine Schweizer Akribie bekannt – weshalb er bei seinem jüngsten Produkt, dem Juice „Charger me 3“, überall nochmal nachgelegt hat, wenngleich er keinen Hehl daraus macht, dass beim Home- respektive öffentlichen Laden die Software im Hintergrund die wichtigere Rolle spielt als die kompakte Hardware.

Auf dem Portal „Vergleich.org“ Anfang 2022 war der neue Juice Charger me 3 Preis-Leistungs-Sieger unter einer repräsentativen Auswahl von 11-kW-Chargern und holte mit seiner zeitlosen Gestaltung einen Red Dot Award – auch wenn man die reduzierte Optik grundsätzlich so ähnlich schon beim spanischen Hersteller „Wallbox“ gesehen hat.

Juice: „Elektriker-proof“ und „Kärcher-sicher“

Der Juice Charger me 3 baut mit 28 cm Kantenlänge und 12,5 cm Tiefe besonders kompakt und ist mit 6,5 Kilogramm Gewicht (inklusive der fünf Meter Kabel) auch sehr leicht. Gut für Firmen oder große Appartements: Die per Klick austauschbare Frontblende lässt individuelle Motive oder eigene Brandings zu.

Ganz wichtig sind Erni auch immer die IP-Schutzklassen: Der Juice Charger me 3 ist nach IP67 gegen das Eindringen von Schmutz und Feuchtigkeit geschützt, nach IK10 hochgradig stoßresistent und damit sowohl für den Innen- als auch Außeneinsatz geeignet. Das Gerät ist bei Außentemperaturen zwischen -30°C und +50°C einsatzfähig. Und sein Temperatursensor zur Reduzierung des Ladestroms soll unabhängig von der Umgebungstemperatur funktionieren. Die Ladestation ist CE-konform nach den beiden EMV-Richtlinien IEC 61851 und IEC 61439-7.

Das erhöht die Langlebigkeit im Außeneinsatz und schützt laut Erni das Leben von „kärchernden Hausmeistern“, die im einen oder anderen Fall vielleicht auch bei der Montage mit zur Hand gehen müssen. Deshalb muss diese laut Erni immer so einfach wie möglich sein. Entsprechend haben die Schweizer eine schlaue Gehäusearchitektur mit neuartiger Innenbox entwickelt, welche die Installationszeit auf weniger als drei Minuten reduzieren soll – unabhängig davon, ob die Zuleitung bei der Wandmontage auf Putz, unter Putz oder das Ladegerät auf einer Stele montiert wird. Da die gesamte Elektronik auf einer Rückplatte sitzt und somit vom Gehäuse unabhängig ist, besteht die Möglichkeit, die Ladestation auch um 180 Grad gedreht anzubringen und sie an eine von oben kommende Zuleitung anzuschließen. Das Gerät kann aber auch einzeln oder im Doppel auf einer Stele montiert werden. Sämtliche Anschlussleitungen wie Netz-, Lade- und allfälliges Ethernet-Kabel bleiben dabei stets manipulationssicher angeschlossen. Christoph Erni hat auch dafür eine Wortneuschöpfung: „Dieses Gerät ist selbsterklärend und ‚Elektriker-proof‘. Wir haben es einhundert Installateuren ohne Anleitung vorgesetzt und alle haben es blitzschnell und fehlerfrei montiert und in Betrieb genommen. Die Bedienung ist unmissverständlich und die Station benötigt keinerlei Wartung. Das alles macht Spaß und spart Kosten.“

Die Zähler sind in der Regel alle geeicht

Interessant auch: Das Gerät kann als 11- oder 22-kW-Variante konfiguriert werden, wobei die 11-kW-Version unkompliziert und kostenlos per Software auf 22 kW aufgerüstet werden kann. Die Hardware ist in jeder Ausführung ohne Aufpreis bereits dafür ausgelegt.

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Unabhängig davon kann der Juice Charger me 3 wahlweise mit einem direkt ablesbaren, MID-konformen (geeichten) Zähler und als weitere Option mit einem eingebauten FI/LS (Fehlerstrom-/Leitungsschutzschalter) bestellt werden – vorbereitet für den direkten Anschluss an Stromschienen oder Flachbandkabel.

Damit lässt sich der Ladestrom verbrauchsabhängig verrechnen und es ist eine einfache, kostengünstige Integration in Stromverteilsysteme möglich. Die Kommunikation mit dem Juice Exo-Backend sowie Geräteaktualisierungen erfolgen wahlweise „over the air“ über WLAN oder kabelgebunden via Ethernet.

Auch die automatische Auslösung des Ladevorgangs via „Plug-and-Charge“ (nach ISO 15118) als Alternative zum Freischalten per RFID-Karte und das serienmäßige Lastmanagement für bis zu 250 Einheiten soll den kompakten Charger me 3 leicht erweiterbar und zukunftssicher machen.

Hinter der Frontplatte sitzt ein RFID-Leser (Mifare Classic/Desfire) für alle Autos, die den ISO-Standard 15118 für Plug-and-Charge nicht unterstützen.

Die zwei mitgelieferten, bereits programmierten Karten lassen sich bei Verlust einfach sperren und ersetzen. Wahlweise können auch beim Kunden vorhandene RFID-Badges (zum Beispiel von Zugangs- oder Kantinensystemen) eingelesen und autorisiert werden.

Normierte Schnittstellen für öffentliche Bereiche

Womit wir bei der Software wären: Das standardisierte Open Charge Point Protocol (OCPP 1.5/1.6) bildet das Rückgrat für die Anbindung an das Juice Exo (oder Backends und Gebäudeleitsysteme von Fremdanbietern) und ermöglicht laut Hersteller die Geräteverwaltung, Fernwartung, Abrechnung oder das Lastmanagement. Drei normierte Schnittstellen (Modbus/TCP, Modbus/RTU sowie EEBUS) sollen die Kommunikation mit einem Home-Energy-Management-System sicherstellen, was die Einbindung der Photovoltaikanlage ins heimische Energiemanagement und die externe Lastmanagementsteuerung erlaubt.

Die externe Kommunikation erfolgt entweder über den Ethernet-Anschluss (LAN, RJ45) oder den integrierten WLAN-Receiver. Wer den Charger me 3 als private Einzelladestation nutzen will, braucht keine permanente Netzwerkanbindung, sodass der Betrieb auch ohne LAN-Anschluss möglich ist. Aber wie kriegt man die Updates geladen? Einfach ein Notebook anschließen!

Der nächste Schritt: Stationen für bidirektionales Laden

Einen großen Schritt nach vorn machte auch die katalonische Firma „Wallbox“ mit dem Commander 2, der mit einem 7-Zoll-Touchscreen auch auf Profis zielt. Wird der Screen nicht mehr benutzt, schaltet er automatisch ab, was den Standby-Strombedarf reduziert. Auch hier wird die Software samt der App immer wichtiger. Letztere bietet eine Monatsübersicht des Verbrauchs und der Kosten, sofern ein Strompreis hinterlegt ist. Die Autorisierung der Box ist per App, PIN-Code oder RFID-Karte möglich. Das fünf Meter lange Ladekabel ist fest angeschlagen und bietet eine Halterung für den Stecker, wenn man es aufgerollt hat. Auch Wallbox bietet mit drei Jahren Garantie mehr als den Basis-Standard. Der Commander 2 bietet die Schutzklasse IP54/IK08 und ist von -25°C bis + 40°C Betriebstemperatur ausgelegt.

Das Energiemanagementsystem soll umweltfreundliches Laden mit Strom aus eigenen Solarzellen oder Windturbinen ermöglichen. Nutzer können zwischen zwei Modi wählen: Der Modus Full-Green erkennt, wenn genügend überschüssige grüne Energie vorhanden ist, um mit 100 Prozent grüner Energie zu laden. Im Eco-Modus wird mit einer Mischung aus grüner Energie und Netzstrom geladen, sodass Nutzer nicht ausschließlich auf grüne Energieerzeugung angewiesen sind.

Aber auch das bidirektionale Laden haben die Spanier mittlerweile angedacht: Mit der Station „Quasar“ bieten sie das nach ihren Angaben „weltweit erste bidirektionale DC-Ladegerät für zu Hause“ an. Es ermöglicht den Energiefluss vom Ladegerät zum Auto und umgekehrt, um die Fahrzeuge auch als Energiespeicher nutzen zu können. Der Zugang erfolgt per RFID-Karten und myWallbox-App.

Dass Mennekes mit Elektrotechnik und eigenen Steckern begann, sieht man an Details wie der neuen abschaltbar-verriegelten Wandsteckdose Duo in 16 und 32 A. Sie soll eine komfortable und zeitsparende Installation ermöglichen, dazu eine einfache Bedienung. Auch sie besteht aus robustem, langlebigem Material und wäre damit ebenfalls „Elektriker-proof“, wie man es bei Juice bezeichnen würde. Allerdings zielen die Stecker-Profis hier wirklich auf Hardcore-Einsätze in der Lebensmittelindustrie, in Containerhäfen oder Schwerindustrie-Branchen.

Für das professionelle Laden bietet man rechtssichere Lösungen – samt passender Hardware, die Zugangsschutz und den Export von Ladestatistiken ermöglicht. Für Hotels, Shops, Restaurants, Groß-Vermieter oder Unternehmen schnürt Mennekes ein Komplettpaket: Dazu gehören die Ladesäule Amedio Professional und die Wallbox Amtron Professional mit integrierter Elektronik für die Datenübertragung und umfangreiche Energiemanagementfunktionen. Und auch bei Mennekes rundet die Software das Angebot ab: So kann man die Hardware mit der Abrechnungsdienstleistung Mennekes ativo kombinieren.

Neu, allerdings nur für den Heimbereich, sind die Amtron Compact 2.0 und 2.0s, die jedoch nur „stecken und laden“ können – das immerhin mit bis zu 22 kW. Die Compact 2.0s bietet einen Zugangsschutz per RFID und eine einfache Solarladefunktion.

Die bewährte Amtron Charge Control hat dank eines Software-Updates jetzt einen breiteren Funktionsumfang, wie Solarladen oder komfortable Bedienung über das Smartphone.

Auch Webasto erweitert seine Ladeinfrastruktur im professionellen Sektor um die Unite für bis zu 22 kW Ladeleistung mit integriertem DC-Fehlerstromschutz. Netzbetreiber können die Netzstabilität über einen Rundsteuerempfänger sicherstellen. Für den Profi- respektive (halb-)öffentlichen Bereich bietet die Unite eine Ladebuchse mit Shutter. Sie ist jederzeit online dank der DSGVO-konformen Echtzeit-Übertragung der Ladedaten an das Backendsystem Webasto Charge Connect, womit wir auch hier bei der Software wären.

Die Wallbox-Steuerung sowie der Zugang zu Informationen rund ums Laden sind per Internetportal und App zugänglich. Dazu kommt die Schnittstelle für verschiedene Energiemanagementsysteme via Modbus TCP, sodass auch PV-optimiertes Laden möglich ist. Ein lokales Lastmanagement soll Lastspitzen sowie Netzüberlastungen verhindern und ist mit der Unite auch im Cluster-Modus-Betrieb für bis zu 32 Ladepunkte verfügbar. Die Unite ist außerdem konform zur Messgeräterichtlinie Measurement Instruments Directive (MID), dazu kommt seit Herbst die Eichrechtskonformität – um sie auch in Deutschland in öffentlichen Bereichen einzusetzen.

Plug & Charge: BMW will ab 2023 mehrere Fahrstromtarife einbinden können

BMW möchte bei Plug & Charge gleich mehrere Fahrstromverträge integrieren können. Mit dieser sogenannten „Multi Contract“-Funktion können Kunden bis zu fünf unterschiedlichen Anbieter digital im Fahrzeug speichern.

Dazu greift BMW auf die Standards ISO 15118-2 und ISO 15118-20 zurück. Die Idee: Auto und Säule wählen jeweils den günstigsten Tarif aus. Der Kunde kann die individuellen Zugangsdaten für mehrere Fahrstromverträge digital in seinem Fahrzeug speichern. Damit hat er die Möglichkeit, unterwegs sowohl auf seinen BMW Charging Account als auch auf andere individuelle Verträge zuzugreifen. Einzige Voraussetzung dafür: Die entsprechenden Anbieter müssen an das europaweite eRoaming-Netzwerk von Hubject angeschlossen sein.

Diese erstmals im Bereich der Elektromobilität realisierte Flexibilität erleichtert vor allem den Nutzern von Dienst- und Firmenfahrzeugen mit elektrifiziertem Antrieb das Laden. In beiden Fällen muss der Kunde nach dem Anschluss des Ladekabels im entsprechenden Menü des Fahrzeugbediensystems lediglich den entsprechenden Vertrag auswählen und bestätigen, um den Ladevorgang zu starten.

Hubject hatte im Februar 2022 bereits angekündigt, über ein Open Plug&Charge-Protokoll (OPCP) den Weg unter anderem zu einem „Multi-Contract-Handling“ freizumachen. Welche BMW-Modelle die Funktion als erstes beherrschen werden, blieb noch offen. Und auch die Arbeitgeber haben einen Vorteil: Plug & Charge unterbindet Schummeleien mit der RFID-Karte.

Auf den Punkt

Es ist … ein komplexes, aber mittlerweile gut zu lösendes Thema.

Ideal für … alle, die einen dienstlich genutzten Wagen beim Arbeitgeber und zu Hause laden.

Schön, dass … das Angebot der Ladepunkthersteller mittlerweile so groß ausfällt.

Schade, dass … die entsprechende Ladetechnik merklich mehr kostet als simple Plug & Play-Lösungen – und auch der Strom empfindlich teurer wird.

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Seite 64 bis 68 | Rubrik konnektivität