Parkhaus unter Strom

in-tech stattet eine Parkhausanlage mit Ladeslots aus und will Beschäftigten auf einem Campus-Areal den Einstieg in die E-Mobilität erleichtern. Die Anlage dient als Blaupause für die neue Sparte viertelMobilität. Von Johannes Reichel

in-tech stattet eine Parkhausanlage mit Ladeslots aus und will Beschäftigten auf einem Campus-Areal den Einstieg in die E-Mobilität erleichtern. Bild: J. Reichel
in-tech stattet eine Parkhausanlage mit Ladeslots aus und will Beschäftigten auf einem Campus-Areal den Einstieg in die E-Mobilität erleichtern. Bild: J. Reichel
Johannes Reichel

Den Türöffner machen, für den Einstieg in die E-Mobilität: Das will der E-Mobilitäts- und Digitalisierungsspezialist in-tech mit seiner White-Label-Ladelösung für den Business Campus „München : Garching“. Die Logik erschließt sich sofort: Wer tagsüber während der Arbeit bequem parken und dabei laden kann, der ist schneller überzeugt vom neuen Antrieb. Installiert wurden zum Start zehn Ladesäulen in einem Parkhaus, die von den ansässigen Unternehmen und Besuchern für E-Autos genutzt werden können. Die Ladeplätze stehen aber auch privaten E-Auto-Nutzern zur Verfügung, wenngleich der Schwerpunkt in dem weitläufigen Geschäftsareal auf B2B-Anwendern liegt. Dabei setzt man auf lokalen Ökostrom der Campus-eigenen Photovoltaikanlagen auf den Parkhausdächern.

Die Anlage ist dabei Teil des finnischen Ladenetzwerks Virta und lässt sich auch über die in tech-App via Smartphone lokalisieren. Abgerechnet wird je nach eigenem Tarif. Für die Mitarbeiter von in-tech beispielsweise ist das Laden ihrer E-Fahrzeuge kostenlos. Hier könne man aber auch die verschiedensten Abrechnungsmodelle der diversen Firmen und etwa auch das private Heimladen an der eigenen Wallbox berücksichtigen, erklärt Albert Habermann, Head of Business Unit New Mobility Solutions und Leiter der neuen Sparte viertelMobilität bei in-tech.

Günstige AC-Technik genügt für die Pendeldistanzen

Technisch bescheidet man sich mit AC-Anschlüssen und eichrechtskonformen Wallboxen von Eebee, die bis zu 22 kW Leistung bieten und über eine eigenentwickelte Smart Controller Unit ans Lastmanagement angebunden sind. Die Möglichkeit von Schnellladern habe man geprüft, aber als unverhältnismäßig teuer und für den Zweck unnötig verworfen, meint Habermann. „Während der Bürozeiten lädt man leicht so viel Strom wie für typische Pendeldistanzen von 50 bis maximal 80 Kilometer täglich nötig ist“, argumentiert der Physiker. Das Netz habe man am Standort so ertüchtigt, dass das Parkhaus mit bis zu 100 Ladepunkten aufgerüstet werden kann. „Wir erwarten nach der Corona-Krise eine rapide wachsende Nachfrage – und hatten auch während der Hochphase der Pandemie keine Unterbrechung im Projekt“, berichtet Habermann.

4.000 Stellplätze seien am Standort vorhanden, das zeige das Potenzial auch für e-mobile Anwendungen. „Wir möchten für die Stadt der Zukunft neue Lösungen in den Bereichen multimodale Mobilität, Carsharing, Flottenmanagement und Elektromobilität bieten. Mit unserer viertelMobilitäts-Strategie ermöglichen wir, dass auch kleinere Kommunen, Quartiere und Unternehmen individuelle Mobilitätslösungen einsetzen können“, bringt Habermann die Leitidee auf den Punkt.

Das könne der Betrieb von Ladelösungen für Elektrofahrzeuge sein, Sharing-Angebote oder individuelle Flottenlösungen mit Pkw, Scooter oder E-Bikes, so Habermann weiter. Seit dem Baubeginn auf der buchstäblichen „grünen Wiese“ im Jahr 2005 ist der Business Campus stetig gewachsen. In einer lebendigen Community namhafter Unternehmen, unter anderem neben in-tech selbst auch BMW oder die Bike-Marke Scott, arbeiten einige tausend Beschäftigte in einer parkähnlichen Umgebung. Um die E-Mobilität am Business Campus weiter zu fördern, suchten die Betreiber eine umfassende Ladelösung für den Standort. „Für uns war schnell klar, dass das Thema Ladeinfrastruktur allein mit dem Aufstellen von Ladesäulen nicht gelöst ist. Aspekte wie Betrieb, Wartung, Lastmanagement und Abrechnung veranschaulichen die Komplexität des Vorhabens“, schildert Michael Blaschek, Geschäftsführer des Business Campus München : Garching.

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Mobilität der Zukunft: Eine Branche im Wandel

Die meisten Anbieter hätten dafür nur einzelne Bausteine geliefert, bei in-tech habe man mit viertelMobilität eine überzeugende Gesamtlösung gefunden.

Umfassende Ladelösung für Mieter und Besucher

Daher wurde in einem großangelegten Projekt im Jahre 2019 eines der Parkhäuser am Campus mit zehn E-Ladesäulen versehen. in-tech übernahm im Rahmen der viertelMobilitäts-Strategie die Installation und Betrieb der Ladeinfrastruktur. Unternehmen am Business Campus können Rahmenverträge mit dem Anbieter abschließen, um beispielsweise ihre Poolfahrzeuge zu laden oder auch Mitarbeitern das kostenfreie oder vergünstigte Laden zu ermöglichen.

Die Lösung funktioniere aber nicht nur am Business Campus, sondern auch auswärts: Dank der Einbindung in das Virta-Partnernetzwerk können Kunden an Ladesäulen anderer Anbieter laden. Abgerechnet wird in jedem Fall über die App. Oder auch ohne Anmeldung per Kreditkarte. Am Standort werden die Garchinger jedenfalls schnell „nachladen“ müssen. Die zehn Säulen sind bisher ganz gut ausgelastet.

Neue Sparte bei in-tech: Mobilität fürs Viertel

Mit den drei Grundsäulen „Infrastructure“, „Corporate Charging“ und „Fleet“ startet der Garchinger Spezialist in-tech seinen neuen Geschäftsbereich viertelMobilität. Ziel dieses Angebots sei es, dass auch kleinere Kommunen, Quartiere und Unternehmen einfach individualisierbare Mobilitätslösungen einsetzen können – alles auf „grüner“ Basis, wie man betont. „Von der Ladeinfrastruktur für E-Autos über ,Letzte Meile‘-Lösungen wie E-Scooter oder E-Bikes bis hin zum Corporate Carsharing – solche Lösungen bieten wir aus einer Hand, natürlich benutzerfreundlich und digital vernetzt. Wir realisieren maßgeschneiderte Lösungen für effizientere Formen der Mobilität“, fasst Albert Habermann, Leiter des Projekts viertelMobilität bei in-tech, zusammen. Zu den Partnern zählen etwa: Unumotors – Anbieter von E-Rollern, Coboc – Anbieter von High-End-E-Bikes, Peac Finance – Leasing und Finanzierung von Ladeinfrastruktur, Virta – Partner für Betrieb und von europaweiten Zugriff auf Ladeinfrastruktur, zudem UScale als Teil des Beraternetzwerks der viertelMobilität und Partner für umfassende Bedarfsanalysen sowie die Initiative Zukunftsmobilität – Teil des Beraternetzwerks der viertelMobilität und Partner für Konzeptionierung und Projektierung.

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Artikel Parkhaus unter Strom
Seite 72 bis 73 | Rubrik infrastruktur