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Flotten flotter laden

Viel Neues bei der Ladeinfrastruktur: Nachdem die eichrechtskonforme Hardware weitgehend steht, geht es jetzt um noch einfachere Installation, Inbetriebnahme und Abrechnungsmodelle. (Von Gregor Soller)

 Bild: Hersteller
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Gregor Soller

Der Schock saß tief: Mit dem Ende der Förderungen von Ladeinfrastruktur kollabierte der Markt der privaten Ladelösungen regelrecht und forderte seinen Tribut: ABL wurde von Wallbox übernommen, viele Hersteller senkten die Preise und fokussierten noch stärker gewerbliche, öffentliche oder halböffentliche Lösungen – wenngleich das Tal der Tränen durchschritten zu sein scheint. So oder so sind die Tage der simplen Boxen gezählt – die Ladelösung der Zukunft ist smart, langlebig und im Idealfall einfachst zu installieren und in Betrieb zu nehmen. Immer mehr Hersteller trennen die Installationsplatte von der Box, die dann erst bei Bedarf „aufgehängt“ wird. Womit man Grundinstallation und die Inbetriebnahme der Ladelösung zeitlich separiert hat – attraktiv vor allem für Neubau-Gebäudekomplexe, wo nicht alle ein E-Auto haben.

Das AqueductNeo kann künftig jeder installieren

Am weitesten aus dem Fenster lehnt sich hier sicher ChargeX mit dem AqueductNeo, das im „Plug Yourself“-Verfahren in Betrieb genommen werden kann. Es soll von jedem installiert werden können und benötigt keine gesonderte Inbetriebnahme. Bedingung dafür sind Sicherheitsfeatures wie Fehlerstromerkennung (AC und DC), automatisierte Sicherheitschecks und innovative „Unmount Detection” (Totschalter), um die nötigen Rahmenbedingungen dafür zu schaffen. Der Installations-Guide per App nimmt den Nutzer an die Hand und dokumentiert die einzelnen Arbeitsschritte. Laien können dann Installation und Inbetriebnahme mit Unterstützung der ChargeX Remote Technology durchführen. Aber auch hardwaretechnisch entwickelte man weiter: Ein neues LED Interface soll die Nutzung noch intuitiver, klarer und individualisierbar machen.

EVBox erweitert seine Lösungen für (halb-)öffentliches Laden derweil um die neue Wallbox Liviqo, die unter die Business Line geschoben wird. Sie bietet bis zu 22 kW und baut mit 6,5 Kilogramm Gewicht gegenüber der bisherigen Business Line deutlich leichter, bietet eine professionelle Nutzeroberfläche mit LCD-Screen, LED-Ring, Buzzer, Licht- und Berührungssensor, ist MID-zertifiziert und kann auf eine Clustergröße von bis zu 100 Anschlüssen ausgebaut werden.

Neues aus den nordischen Nationen

Die Professionalisierung sieht man auch bei Charge Amps, wo man die „Dawn“ mit einem MID-zertifizierten Zähler gemäß der Richtlinie 2004/22/EG über Messgeräte (MID) ausgestattet hat. Einen Schritt weiter geht hier die Charge Amps Aura. Auch sie ist OCPP-kompatibel und kann mit dem bevorzugten Cloud-Dienst verbunden werden und zwei Fahrzeuge gleichzeitig mit bis zu 22 kW laden. Netter Funfact: Gestaltet wurde sie vom schwedischen Industriedesigner Joachim Nordwall, dem ehemaligen leitenden Designer von Koenigsegg, und produziert wird sie aus nachhaltig recyceltem Alu.

Ebenfalls aus Skandinavien kommt Zaptec, auch wenn man teils im mittelfränkischen Gunzenhausen produziert: Neu ist die „Pro“, sie ist perfekt für das Laden in Mehrparteien-Immobilien oder auf Unternehmensparkplätzen. Sie lädt mit bis zu 22 kW und soll ab Anfang 2024 eichrechtskonform sein. Auch die Pro ist als smarte skalierbare Lösung konzipiert und bringt den patentierten Phasenausgleich mit. Das Solar-Laden im Heimbereich soll die Phasenumschaltung bei der Zaptec Go optimieren, indem der Phasenumschalter, je nach Leistung der PV-Anlage, automatisch zwischen ein- und dreiphasigem Laden hin- und herswitcht. Das maximiert die Eigennutzung des selbstproduzierten PV-Stroms besonders bei wetterbedingt geringerer PV-Leistung.

ABL hat nach der Übernahme durch Wallbox (siehe Kasten) seine eM4 am Start: Auch sie können Elektrofachkräfte in weniger als zehn Minuten montieren. Spannend sind hier immer wieder Details wie zum Beispiel die verschiedenen Möglichkeiten der Kabeldurchführung: Die Stromleitung kann von oben, unten oder hinten zugeführt werden.

Fest montierte (Spiral-)Kabel erleichtern die Nutzung enorm

Viel Feinarbeit im Detail steckt auch in der Technagon P40 mit zwei 22-kW-Ladepunkten. Der Clou bei allen Technagon-Produkten ist definitiv das eichrechtskonforme Lademodul als separate Komponente. Sollte sie irgendwann getauscht werden müssen, kann sie als komplettes Bauteil gewechselt werden. Der Kunde respektive Installateur erhält ein neues, bereits eichrechtlich geprüftes Modul zugeschickt, sodass vor Ort lediglich der Aus- und Einbau durchzuführen ist. Dabei legt man laut Marketingleiterin Sandra Kampf großen Wert darauf, dass die verbaute Technologie „absolut zukunftssicher“ ist: „Durch die 100-prozentige in house Entwicklung haben unsere Ingenieure stets den vollen Zugriff auf Hardware und Software. So können wir auch auf künftige Anforderungen oder Gesetzesänderungen flexibel reagieren und unseren Kunden Investitionssicherheit bieten.“ Optional liefert Technagon die P40 auch mit einem fest montierten Spiralkabel, was den Ladenden das Hantieren mit ihrem eigenen Kabel erspart. Natürlich kann man auch die Ladeinfrastruktur von Technagon im Nachgang erweitern, dynamisches Lastmanagement inklusive. Dazu kommt auch hier die Anbindung an ein Energie-Management-System, um sie so mit Batteriespeicher und PV-Anlage zu vernetzen.

Für Dienstwagenfahrer hat Technagon auch eine hochwertige Home-Lösung: die eichrechtskonforme Wallbox W30 mit einem 22-kW-Ladepunkt. Der extrem hochwertige Technagon-Baukasten verspricht Langlebigkeit und Updatefähigkeit. Ein weiteres heißes Eisen im öffentlichen und halböffentlichen Raum ist das Payment: Bei Technagon ermöglicht ein zentrales Bezahlterminal das Bezahlen mit Kreditkarte, Girocard, RFID- und Flottenkarten sowie Apple und Google Pay. Zudem können verschiedene Nutzergruppen angelegt werden. Anhand dieser kann die Abrechnung transparent und automatisiert erfolgen.

Juice: Einfach installieren und abrechnen

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BUS2BUS 2024 – Nächster Stopp: Zukunft

Dienstwagen auch zu Hause laden: Jetzt noch einfacher

Auch Juice legte beim Flottenladen nach: Als Weltneuheit präsentieren die Schweizer eine zuverlässige Zähler- und Abrechnungslösung, die gänzlich ohne Installation auskommt und damit das zentrale Problem elektrifizierter Fahrzeugflotten auf einen Schlag löst. Die Flottenmanager profitieren von einer automatischen Abrechnung und auf Wunsch übernimmt Juice auch die Spesenauszahlung an die Fahrerinnen und Fahrer. Die Juice-Lösung funktioniert in allen Infrastruktur-Szenarien, ohne Installation, ohne Rückbaukosten. Gründer und CEO Christoph Erni erklärt, wie: „Anstatt Ladekarten für öffentliches DC-Laden, das zu längeren Wartezeiten, höheren Kosten und schnellerer Akkualterung führen kann, erhalten Mitarbeitende den Juice Booster 3 air, eine ultrakompakte mobile Wallbox mit integriertem Stromzähler und die zugehörige ‚j+pilot‘-App.“ Und sind damit lade- und abrechnungsbereit!

Auch Mennekes erweitert sein Portfolio 2024 um die neue Doppelwallbox Amtron Professional Twincharge, die neue Kreditkarten-Bezahlmöglichkeit HecPay und den Charge Point Manager, eine Software zur Verwaltung von Ladeinfrastruktur. Die Twincharge ist mit der Standard-Amtron und der Säule Amedio kompatibel. Alle lassen sich modular zusammenstellen, erweitern und mit verschiedenen Bezahlmöglichkeiten kombinieren. Auch sie bietet eine intelligente Vernetzung per OCPP 1.6, Lastmanagement, Plug-and- Charge-Funktionalität, Eichrechtskonformität und professionelle Abrechnung. Interessant: Mennekes trennt jetzt ebenso die Installation per Anschlussbox. Damit kann man mehrere Ladepunkte in einem Zug vorinstallieren, ohne das ganze Gerät installieren zu müssen, was größere Installationen und zeitlich entkoppelte Vorab-Installationen ermöglicht. Alle wichtigen Schutzeinrichtungen wie FI/LS oder optional der Überspannungsschutz sind bereits im Gerät integriert. Praktisch: Per Standfuß kann man aus zwei Amtron Professional Twincharge ein Ladepunktquartett machen. Geliefert wird ab Ende des ersten Quartals 2024. Ab dann ergänzt zudem eine neue Bezahlmöglichkeit die Professional-Produktfamilie. Dirk Burghaus, Leiter Produktmanagement, erklärt uns dazu: „Das separat aufstellbare Bezahlterminal HecPay der Firma Hectronic ist mit allen Produkten der Professional-Serie kompatibel. Das Terminal eignet sich für das kontaktlose Zahlen von Ladevorgängen mit allen gängigen Debit- oder Kreditkarten und – ein großer Vorteil – ermöglicht im öffentlichen Bereich schon heute das, was in den neuen europäischen Anforderungen aus der Verordnung über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (AFIR) zum Ad-hoc-Zahlen an öffentlich zugänglichen Ladepunkten gefordert ist und ab dem 13. April 2024 umgesetzt werden muss.“ HecPay wurde speziell für die E-Mobilität entwickelt. Praktisch: Bestehende Ladeinfrastruktur kann damit nachgerüstet werden. Die Abwicklung der Bezahlvorgänge inklusive Belegstellung erfolgt über Hectronic und einen entsprechenden Payment Service Provider.

Die neue Währung: Installateurszeit

Die Verwaltung der Professional-Geräte funktioniert via Mennekes Charge Point Manager. Mithilfe der kostenlosen Software können alle Ladestationen der Professional-Reihe unkompliziert eingerichtet und konfiguriert werden. Der effiziente gleichzeitige Zugriff auf alle im Netzwerk befindlichen Geräte spart im Arbeitsalltag wertvolle Zeit: Installateure können durch das Speichern und Laden von Projekten z. B. zwischen verschiedenen Installationen wechseln und werden bei der Inbetriebnahme großer Installationen effektiv unterstützt. Wenn kein Betrieb der Ladeinfrastruktur über ein E-Mobility-Backend oder Mennekes Ativo gewünscht ist, können Betreiber und Verwalter trotzdem vom Massenexport der Ladestatistiken aller Ladepunkte im Netzwerk sowie dem Import und Export der lokalen Whitelist der RFID-Zugangskarten profitieren.

Reev und Gewiss bieten einen vorkonfigurierten Mix aus AC und DC

Auch softwareseitig wird weiterentwickelt: Softwarespezialist Reev hat mittlerweile diverse Partnerschaften. Die jüngste schloss man mit dem italienischen Wallboxhersteller Gewiss ab, um erstmals vollständig vorkonfigurierte AC- und DC-Ladelösungen als abgestimmtes Gesamtpaket anbieten zu können. Damit reagieren beide auf die wachsende Nachfrage des Marktes nach smarten AC- und DC-Mischinstallationen, die sich zentral und einfach verwalten sowie abrechnen lassen. In den Paketen ist die Reev-Ladesoftware bereits auf der Gewiss-Hardware installiert, in denen eine Reev-SIM-Karte sitzt. Das soll die Vielseitigkeit für Betreiber von Ladeinfrastruktur (CPOs) maximieren, zudem soll die Installation auch komplexer AC-DC-Systeme so merklich einfacher und schneller klappen. Die Betreiber können die Reev-Software in den ersten drei Monaten gratis und vollumfänglich testen: Monitoring, Nutzergruppenverwaltung, Ladetarifmanagement und vollautomatisierte Abrechnung sind nach Inbetriebnahme und Aktivierung des Dashboards inbegriffen. Nach dem kostenfreien Testzeitraum kann man sich dann für die individuell passende Reev-Softwarelizenz entscheiden. Klar ist: Auch Joachim See, Geschäftsführer von Gewiss Deutschland, zielt damit natürlich vor allem auf die Vereinfachung der Prozesse.

Wallbox übernimmt ABL

Nachdem ABL in Schieflage geriet, erwarb der spanische Ladespezialist ABL und erweitert damit sein Produkt- sowie Zertifizierungsangebot und erhöht seine Reichweite. Das soll die Wettbewerbsposition beider Marken stärken. Wallbox wird den größten Teil des Betriebsvermögens von ABL kaufen. Im Rahmen der Übernahme wird das Laufer Traditionsunternehmen seine Betriebsstruktur, Produktionsanlagen und den Hauptsitz unter der Marke ABL behalten. Das neue Unternehmen soll von der globalen Präsenz von Wallbox in 120 Ländern profitieren und ABL so zusätzliche Märkte bringen. Es gäbe zwar minimale Produktüberschneidungen, aber beträchtliche Synergien in den Bereichen Innovation und Komponenten. Ferdinand Schlutius, Co-CEO von ABL, erklärte hoffnungsvoll: „Gemeinsam werden wir unsere geplanten strategischen Schritte fortsetzen und unsere nächste Generation von Ladestationen, die Wallbox eM4, und unser neues Schuko-Programm erfolgreich auf den Markt bringen. Da sich die EV-Lösungen von ABL und Wallbox perfekt ergänzen, werden wir eine einzigartige Position im Markt einnehmen und die Bedürfnisse unserer Kunden in Zukunft optimal erfüllen.“

„Die Talsohle ist durchschritten.“

Im Interview gab uns Christoph Erni, Gründer und CEO von Juice Technology, einen Einblick in den Markt der Ladeinfrastruktur und fokussierte dabei vor allem das Flottenladen.

VISION mobility: Wie entwickelt sich der Markt der Ladestationen generell? Man sieht einen starken Zug vieler Hersteller in Richtung Fleet und öffentlichen sowie halböffentlichen Raum. Ist der Privatmarkt nach dem Ende der Förderungen wirklich so stark eingebrochen?

Christoph Erni: Das muss man differenziert sehen. Der Markt der privaten Ladeinfrastruktur hat auf jeden Fall Zukunft, wobei man sieht, dass er gerade in Deutschland einen ordentlichen Dämpfer erfahren hat. Dafür verantwortlich ist sicher das Ende der Förderungen, aber auch der Zinsanstieg und die Rezession. Als Reaktion darauf wird dann natürlich nur noch dort investiert, wo es unbedingt nötig ist. Ein Spiegel für den Privatmarkt sind sicher immer unsere Absatzzahlen auf Amazon: Hier haben wir unseren Marktanteil gehalten, aber der Gesamtabsatz der Ladestationen in Deutschland ist dort auf ein Achtel des Vorjahresvolumens zusammengebrochen, nachdem er die Jahre zuvor jährlich um 60 Prozent wuchs! Dieser herbe Rückgang hat dann doch etwas erstaunt, aber mittlerweile ist unserer Meinung nach die Talsohle durchschritten und es geht wieder nach oben.

Ist Deutschland da ein Ausnahmefall?

Mit diesem starken Einbruch schon, denn in anderen Märkten wie UK oder auch den USA entwickelt sich der Aftermarket solide nach oben. Das Bedürfnis nach E-Mobilität und damit auch nach Ladestationen ist meiner Meinung nach unverändert vorhanden. Bei vielen potenziellen Kunden wurde es einfach verschoben und sie warten etwas ab.

Auch Juice hat ja jetzt eine nochmals optimierte Fleet-Lösung ins Programm gehoben, die extrem einfach installiert werden kann und software-seitig viele Optionen bietet. Wie entwickelt sich hier das Geschäft? Ordern Flotten eher „All-in“ oder genügt ihnen die Hardware samt einzelner spezifischer Tools, die sie dann in ihr Fleetmanagement einbinden?

Die Nachfrage nach sogenannten „schlüsselfertigen Lösungen“ steigt ganz enorm. Klar ist: Die Flotten werden elektrifiziert und viele verfolgen die Strategie, in den nächsten zwei bis drei Jahren komplett auf Elektromobilität umzustellen, da drängt dann auch die Zeit. Ein wichtiges Thema ist in dem Zusammenhang auch, dass die Fahrzeugnutzenden zu Hause laden können müssen und dass das sauber abgerechnet werden kann.

Viele behelfen sich hier mit zwei Ladekarten für Dienst- und Privatfahrten. Wie kriegt man das sauber getrennt?

Die meisten beginnen einfach einmal mit zwei Ladekarten und mit einer Plausibilitätsprüfung. Das war ja bei Tankkarten nicht anders, wo man auch immer mit zwei Autos an die Tanke fahren konnte, um noch ein paar Liter in den Privatwagen zu tanken. Aber diese Plausibilitätsprüfung über den Kilometerstand genügt unserer Erfahrung nach, um Missbrauch auszuschließen. Man muss hier schon sehr gewieft laden, um vielleicht noch zehn Prozent Strom für Privatfahrten rauszuschinden. Interessant wäre hier sicher auch, das Ganze mit KI noch besser zu plausibilisieren. Künftig wird hier dann auch die ISO-Norm 15118 gute Dienste leisten und eine genaue Abrechnung ermöglichen (das ist die Kommunikationsschnittstelle zwischen Fahrzeug und Ladestation, die Festlegungen zur bidirektionalen Kommunikation zwischen beiden enthält, darunter auch die automatische Autorisierung des Ladevorgangs anhand im Fahrzeug hinterlegter Zahlungsdaten, Anm. d. Red.).

Welche Tarifmodelle werden da bevorzugt?

Variante 1: Es gibt eine klare Vorgabe der Tarife durch den Flottenbetreiber bzw. den Arbeitgeber. Variante 2: Viele Unternehmen überlassen die Festlegung der kWh-Tarife auch den Mitarbeitenden, die diese in der App erfassen können. Das hat uns auch positiv überrascht, denn das ist gelebtes Vertrauen!

Und wie entwickelt sich das Ausbauverhalten der Ladeinfrastruktur im Fleet-Bereich?

(lächelt) Entsprechend den gelieferten Fahrzeugen, das heißt, es läuft langsam, aber kontinuierlich hoch. Und es passiert eher selten, dass 500 oder gar 1.000 E-Fahrzeuge auf einmal zugelassen werden und dann die Ladeinfrastruktur von gestern auf heute stehen muss.

Wäre das überhaupt machbar?

(lacht) Für uns schon, dann würden wir palettenweise Booster hinstellen und man könnte sofort starten.

Geht das so einfach wie damals, als der Booster ausgepackt und per App aktiviert wurde?

Genau so! Wenn ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin einen Firmenwagen bekommt, übergibt man mit dem Fahrzeug einen Juice Booster 3 air und ordnet einfach die Seriennummer dem oder der entsprechenden Fahrenden zu. So erfolgt die Abrechnung für Nutzer und Firma am Monatsende vollautomatisch – und wenn das Unternehmen will, übernehmen wir bei Juice auch noch die Spesenauszahlung für die geladenen Kilowattstunden.

Was viele Unternehmen ja auch suchen: skalierbare, smarte Ladeinfrastruktur ohne Stress bei der Installation.

Tatsächlich spricht sich das herum und wir haben dazu mittlerweile unheimlich viele Anfragen auch von ganz großen Playern. Hier hilft uns auch, dass wir früher schon viele Piloten aufgesetzt haben, von denen wir jetzt profitieren.

Und wie plant Juice jetzt konkret in die Zukunft? Künftig nur noch B2B?

Nein, wir bleiben bei unseren drei Säulen B2B, B2C und OEMs, wobei es da natürlich auch Überschneidungen gibt.

OEMs auch, tatsächlich? Die hat eigentlich fast niemand auf dem Zettel.

Hier hilft uns die Tatsache, dass der Booster eine mobile Ladestation ist, die beigelegt wird. Denn ich bin davon überzeugt, dass die von den OEMs angebotene Wallbox ihren Zenit überschritten hat. Gern wollten die OEMs diese immer in großen Paketen mitanbieten, aber dann wollte oft jedes Land oder jede Vertriebsorganisation eine Extrawurst. Und dann ist das Ganze schon nicht mehr so lohnenswert – weder für den OEM noch für uns als Hersteller.

Gerade bei Wallboxen sehe ich die Kunden und Anwender eher im Immobilienbereich?

Tatsächlich gibt es hier eine Trennung zwischen mobil und immobil. Und aktuell laufen viele große Bauvorhaben, bei denen die Versorgung von E-Fahrzeugen samt Lastmanagement von Anfang an mitgeplant werden.

Dem Auto wird jedoch lieber mobile Ladelösungen beigelegt. Die kann man an jede 230-Volt-Steckdose hängen und Kunden und Kundinnen können so überall vom ersten Moment an laden. Und gewinnen so Zeit für die Planung ihrer persönlichen Ladeinfrastruktur. Natürlich müssen diese mobilen Ladelösungen normkonform sein und preislich einigermaßen „schlank“ bleiben, wenn sie den Fahrzeugen als Zubehör „beigelegt“ werden.

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Artikel Flotten flotter laden
Seite 62 bis 65 | Rubrik infrastruktur
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