Klimawandel: Niedrigwasser sorgt für Treibstoffknappheit an Tankstellen

Wegen des anhaltenden Niedrigpegels am Rhein wird mancherorts der Treibstoff an den Tankstellen knapp - und teuer.

Säule leer: Die derzeitigen Lieferengpässe beim Treibstoff führt die Abhängigkeit von fossilen Spritquellen vor Augen. | Foto: Pixabay
Säule leer: Die derzeitigen Lieferengpässe beim Treibstoff führt die Abhängigkeit von fossilen Spritquellen vor Augen. | Foto: Pixabay
Johannes Reichel

Wegen der anhaltenden Trockenheit und des resultierenden Niedrigwassers am Rhein wird an manchen Tankstellen der Treibstoff knapp. Stellenweise fehlen einzelne Spritsorten oder eine Tankstelle läuft komplett leer, wie der Geschäftsführer des Bundesverbandes Freier Tankstellen Stephan Zieger gegenüber der Süddeutschen Zeitung erklärte. Frachtschiffe können nur halb so viel oder noch weniger der eigentlichen Treibstoffmengen transportieren. In den Tanklagern entlang des Rheins käme nicht genug Kraftstoff an, die Schiffskapazitäten seien nicht oder nur teils durch Lkw zu ersetzen, heißt es vom Branchenführer Aral laut einem Medienbericht. Zudem steigen vor allem in Süddeutschland die Spritpreise an den Tankstellen. Auch Heizöl notiert auf hohem Niveau.

Was bedeutet das?

Wissenschaftler sind sich einig: Das was wir derzeit erleben, sind die Vorboten, eigentlich schon die Boten der längst spürbaren Klimakrise, Situationen mit stabilen Hochdruckwetterlagen und langen Trockenperioden wie derzeit wird es künftig noch häufiger geben. Dass das dermaßen schnell auch ganz konkret an den Zapfsäulen durchschlägt, darf eigentlich nicht verwundern, wenn man weiß, wie abhängig unsere Wirtschaft von exakt getimten Logistikabläufen ist. Wenn der Nachschub an Treibstoff stockt, weil die Schiffe weniger transportieren können, dann lässt sich das auch mit noch mehr Lkw nicht kompensieren. Zumal das teuer ist und die ohnehin im Dauerstress befindliche Verkehrsinfrastruktur noch weiter belastet.

Umso dringlicher stellt sich die Frage nach einer Verkehrswende weg von fossilen Brennstoffen, hin zu Strom und möglicherweise auch Erdgas, beides am besten dezentral produziert. Nur so lässt sich der gewohnte Level an Mobiltät überhaupt auch nur aufrecht erhalten. Vielleicht ist die aktuelle Spritkrise ein Wachrüttler für Politik und fahrendes Publikum, dass wir dringend handeln müssen. Möglicherweise nimmt aber auch mancher die hohen Preise zum Anlass über mobile Alternativen nachzudenken - und das Auto stehen zu lassen. So würde aus der Not eine Tugend und der Einstieg in den Umstieg.